Heimisch
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Die Weiß-Tanne, standardsprachlich Weißtanne, ist eine europäische Nadelbaumart aus der Gattung Tannen (Abies) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Der Name Weiß-Tanne leitet sich von der im Vergleich zur Gemeinen Fichte auffallend hellgrauen Borke ab. Weitere deutsche Trivialnamen wie Edeltanne und Silbertanne sind irreführend, da auch die in Nordamerika heimische Edel-Tanne so bezeichnet wird.
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Habitus Die Weiß-Tanne erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 50 Metern, im Einzelfall sogar bis 65 Meter bei einem Brusthöhendurchmesser von bis zu 2, in seltenen Fällen bis zu 3,8 Metern. Das entspricht einem Stammesumfang von 6 bis 12 Metern. Während die Hauptäste in Scheinquirlen abgehen, sind die kleineren Äste spiralig angeordnet. Es werden keine Kurztriebe gebildet. Die Kronenform kann stark variieren und hängt vor allem vom geografischen Standort und den Lichtverhältnissen ab. Junge Bäume, die unter optimalen Lichtverhältnissen wachsen, bilden eine spitze Krone aus. Überwachsene Jungbäume sind flachkronig, entwickeln aber nach einer Freistellung schnell eine lange, spitze bis spitzkegelförmige Krone. Bei Altbäumen reduziert sich das Höhenwachstum der Gipfeltriebe, die obersten Seitentriebe wachsen jedoch noch in die Länge. Durch das anhaltende Längenwachstum der Seitentriebe bildet sich eine so genannte „Storchennestkrone“ aus, welche auch bei durch Stress vorzeitig gealterten Jungbäumen auftreten kann. Der Stamm ist gerade und weist eine zylindrische Form auf. Die Äste gehen horizontal ab. Schlafende Triebe können entlang des Stammes Klebäste bilden. Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24. Knospen und Nadeln Die stumpf eiförmigen Knospen sind hellbraun und harzfrei. Nach dem Austrieb verbleiben die wenigen Knospenschuppen an den Zweigen. Jeder Trieb weist an der Spitze eine Terminal- sowie direkt darunter zwei bis fünf quirlförmig angeordnete Lateralknospen auf. Triebe 1. Ordnung bilden bei Jungbäumen bis zu 10 und bei Altbäumen 2 bis 3 Lateralknospen aus. Weibliche Blütenknospen werden anstatt von vegetativen Knospen an der Trieboberseite gebildet. Männliche Blütenknospen findet man auf der Triebunterseite in den Nadelachsen. Die kurz gestielten und ledrigen Nadeln werden bis zu 3 Zentimeter lang und 3 Millimeter breit. Die Größe und Form variieren je nach Baumalter und der Stellung der Nadeln in der Krone. Lichtnadeln sind kürzer, steifer und schmaler als Schattennadeln. Die Nadeloberseite ist dunkelgrün und die Nadelunterseite blassgrün gefärbt. Lichtnadeln weisen einen rhombischen Querschnitt auf, während Schattennadeln im Querschnitt flügelförmig sind. An den Zweigen sind sie spiralig angeordnet und stehen an den Gipfeltrieben und an lichtexponierten Seitentrieben radial ab. An schattigen Kronenteilen stehen sie horizontal gescheitelt und es tritt meistens eine Anisophyllie auf, das heißt, dass sich die benachbarten Nadeln in der Form und Größe kaum unterscheiden. Spaltöffnungen findet man bei Schattennadeln in zwei weißen Streifen an der Nadelunterseite. Lichtnadeln weisen auf allen Nadelseiten Spaltöffnungen auf. Die Nadeln fallen nach 8 bis 12 Jahren ab. Blüten, Zapfen und Samen Die Weiß-Tanne ist einhäusig-getrenntgeschlechtig (monözisch) und wird im Freistand mit 25 bis 35 und im Bestand mit 60 bis 70 Jahren mannbar. Je nach Standort blüht die Art von April bis Juni, kurz vor dem Erscheinen der neuen Triebe. Die 2 bis 3 Zentimeter langen männlichen Blütenzapfen sind gelb gefärbt. Man findet sie vor allem im mittleren und unteren Teil der Krone an den Unterseiten von vorjährigen Trieben. Die 3 bis 5 Zentimeter langen weiblichen Blütenzapfen sind blassgrün gefärbt und kommen etwas seltener vor als die männlichen Blütenzapfen. Man findet sie an den Oberseiten von kräftigen vorjährigen Trieben, vor allem im oberen Kronenbereich. Sie bestehen aus horizontal abstehenden, spitz zulaufenden Deckschuppen. Männliche und weibliche Blütenzapfen sind nur selten auf demselben Zweig zu finden. Der 106,9 bis 139,3 µm große Pollen ist hantelförmig und hat zwei seitliche, mehr als halbkugelige Luftsäcke. Die Bestäubung erfolgt über den Wind (Anemophilie). Vier bis fünf Wochen nach der Bestäubung erfolgt die Befruchtung. Die walzenförmigen Zapfen stehen aufrecht an den Ästen und werden bis zu 16 Zentimeter lang und 3 bis 5 Zentimeter dick. Sie reifen im September oder Oktober des Blütejahres und sind dann von grünbrauner Farbe. Der obere, zurückgebogene Teil der zungenförmigen Deckschuppen ragt zwischen den Samenschuppen hervor. Jede der Zapfenschuppen trägt zwei Samen. Nachdem die Samen im September bis Oktober des Blütejahres reifen, fallen die Samenschuppen ab. Die Zapfenspindel kann noch mehrere Jahre am Baum verbleiben, ehe sie abfällt. Die braunen Samen sind unregelmäßig dreikantig geformt und werden 7 bis 13 Millimeter lang. Die Samenunterseite ist glänzend. Die Samenschale ist harzreich und fest mit einem Flügel verwachsen. Dieser Flügel ist relativ breit, dreieckig geformt und sehr brüchig. Das Tausendkorngewicht liegt zwischen 50 und 55 Gramm. Die Ausbreitung der Samen erfolgt über den Wind (Anemochorie). Nur 30 bis 60 % der Samen sind keimfähig. Die Keimlinge bilden vier bis acht 20 bis 30 Millimeter lange Keimblätter (Kotyledonen) aus. Auf der Oberseite der Keimblätter befinden sich zwei Wachsstreifen. Wurzelsystem Ein wesentliches Merkmal der Wurzelform der Weiß-Tanne ist die Beständigkeit, auch bei unterschiedlichen Standorten. Die Pfahlwurzel ist deutlich vorwüchsig. Die Tanne zählt daher zu den am tiefsten wurzelnden Nadelbäumen, anders als die Gemeine Fichte (Picea abies). Je nach der Beschaffenheit des Standortes erreicht sie in Deutschland Wurzeltiefen von gut 1,50 m, in den wärmeren Teilen Österreichs sogar knapp 3 m. Untersuchungen haben ergeben, dass die Wurzeln der Tanne weit über ihren Kronenbereich hinauswachsen und horizontale Längen von teilweise 10 m erreichen. Ältere Bäume bilden gewöhnlich kräftige, starkverzweigte Senkwurzeln an den Seitentrieben aus, die fast so tief wie die Polwurzel gründen. Dadurch ist sie sehr sturmsicher und besiedelt auch feuchtere Böden. In Untersuchungen wurde gezeigt, dass die Weiß-Tanne unter den Nadelbäumen am häufigsten Wurzelverwachsungen aufweist. So wurden in einem geplenterten Tannenwald in Kroatien bei 30 bis 60 Prozent der Bäume Wurzelverwachsungen nachgewiesen. In den Plenterwäldern des schweizerischen Emmentals sollen etwa ein Drittel der Tannenbaumstümpfe zwischen 10 und 20 Zentimeter miteinander verwachsen sein. Borke Junge Bäume besitzen eine glatte, hellgraue Rinde mit meist kleinen Harzblasen, woraus früher das Beulharz (von mittelhochdeutsch biulharz, vor allem in Bezug auf das Harz aus „Beulen“ unter der Tannenrinde der Weiß-Tanne) oder Tannenblatterpech (Terpentin aus den blasenartigen Hohlräumen) gewonnen und im Mittelalter als tanblâterbëch bei Entzündungen medizinisch und volksmedizinisch eingesetzt wurde. Ab einem Alter von 40 bis 60 Jahren bildet sich eine weiß- bis dunkelgraue Schuppenborke aus. Diese Schuppenborke ist grobrissig und hat deutliche Querrisse. Die einzelnen Schuppen sind 3 bis 8 Millimeter stark. Die innere Rinde ist rötlich-braun. Junge Triebe sind dicht braun-behaart. Holz Sowohl das Kern- als auch das Splintholz der Weiß-Tanne sind hell und lassen sich farblich nicht voneinander unterscheiden. Die Jahresringe sind aufgrund des fast weißen Frühholzes und des dunkelroten Spätholzes gut erkennbar. Der Spätholzanteil ist meist sehr hoch und die Spätholzzonen können scharf umrissene, zungenförmige Fladern bilden. Es treten keine primären Harzkanäle auf, es können aber gelegentlich traumatische Harzkanäle gebildet werden. Das Holz ist wenig dauerhaft und gegenüber Insekten- und Pilzbefall kaum widerstandsfähig. Es ist witterungsbeständiger und spröder als das der Gemeinen Fichte (Picea abies). Unbehandelt nimmt es an der Luft eine graue Färbung an. Es lässt sich gut bearbeiten, imprägnieren, spalten und verleimen.
Deutsch
Silbertanne · Weisstanne · Weißtanne · Weiß-Tanne
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Holz Das Holz der Weiß-Tanne wird vor allem zur Herstellung von Faserplatten, Furnieren, Kisten, Masten, Möbeln, Paletten, Sperrholz und Spanplatten sowie als Rohstoff für die Zellstoff- und Papierindustrie verwendet. Es ist ein gefragtes Holz für die Fertigung von Fenstern, Fußböden, Türen und Vertäfelungen. Da es selbst bei ständiger oder wechselnder Feuchtigkeit wenig schwindet und quillt, ist es für den Erd- und Wasserbau besser geeignet als Fichtenholz. Wegen des hohen Gewichts und der Ringschäle wird es von Zimmerleuten wenig geschätzt, findet aber dennoch als Bau- und Konstruktionsholz Verwendung. Aufgrund der guten Spaltbarkeit eignet es sich gut zur Herstellung von Schindeln. Da es harzfrei und relativ unempfindlich gegenüber Alkalien und Säuren ist, eignet es sich auch zur Herstellung von Behältern für die chemische Industrie. Im Musikinstrumentenbau wird Tannenholz als Resonanzboden und zur Herstellung von Orgelpfeifen verwendet. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fand das Holz auch Verwendung im Schiffsbau, speziell große gerade Stämme fanden Verwendung als Masten. (siehe Hauptartikel: Tannenholz) Sekundärnutzung Sehr verbreitet ist die Nutzung der jungen Bäume als Christbaum. Dabei ist der Anteil an den beliebtesten Weihnachtsbaumarten jedoch regional unterschiedlich. Europaweit überwiegt jedoch zumeist der Anbau von Nordmann-Tannen. Selbst im tannenreichen Alpenland Österreich decken einheimische Weiß-Tannen und Fichten zusammen nur anteilig 23 Prozent der Christbaumproduktion ab, während die Nordmann-Tannen 49 Prozent Marktdeckung besitzen. Dabei stammt auch nur noch ein kleinerer Teil der österreichischen Nordmann-Tannen aus Importen, da inländische Produktionsbetriebe den Großteil der 2,35 Millionen in Österreich angebotenen Christbäume anbieten. Dabei beläuft sich der gesamtwirtschaftliche Marktwert in der Christbaumproduktion in Österreich bei einheimischen Tannen und Fichten auf 4,83 Millionen Euro, der der Nordmann-Tanne 34,3 Millionen Euro. Medizin Bereits seit der Antike wurde die Weiß-Tanne als Arznei- und Heilpflanze genutzt. In der mittelalterlichen Kräutermedizin galt die Art als Symbol der Kraft. Es wurden vor allem die Nadeln, Triebe, Zapfen, Samen sowie das Harz genutzt. Das Harz wurde verwendet, um die Wundheilung zu beschleunigen und Rheuma zu behandeln. Es wurde ihm auch durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Das Kauen des Harzes sollte das Zahnfleisch festigen und gegen Zahnverfall helfen. Aufgüsse, so genanntes „Tannenbier“, wurden im 16. und 17. Jahrhundert gegen Skorbut verabreicht. Sebastian Kneipp empfahl Tannentee aus frischen Trieben, um den Auswurf bei Husten und Verschleimung zu fördern und die Lunge zu stärken. Aus den Zapfen wurde durch Wasserdampfdestillation Templinöl gewonnen, welches äußerlich gegen Bindehautentzündungen, Blutergüsse, Muskelkater sowie Muskelzerrungen eingesetzt wurde. Nach anderen Quellen wirkt ein Aufguss von jungen Zweigen und deren Nadeln bei Harnwegsbeschwerden. Rinde und Holz der Weiß-Tanne sind reich an antioxidativen Polyphenolen. Sechs Phenolsäuren wurden identifiziert (Gallussäure, Homovanillinsäure, Protocatechusäure, p-Hydroxybenzoesäure, Vanillinsäure und p-Cumarsäure), drei Flavonoide (Catechin, Epicatechin und Catechintetramethylether) und acht Lignane (Taxiresinol, 7-(2-methyl-3,4-dihydroxytetrahydropyran-5-yloxy)-Taxiresinol, Secoisolariciresinol, Laricinresinol, Hydroxymatairesinol, Isolariciresinol, Matairesinol und Pinoresinol). Es wurde gezeigt, dass das Extrakt aus dem Stamm der Weiß-Tanne Arteriosklerose bei Meerschweinchen verhindert und eine kardioprotektive Wirkung in isolierten Rattenherzen hat. Weiters wurde auch festgestellt, dass Holzextrakte bei gesunden Probanden die postprandiale glykämische Reaktion (Konzentration von Zucker im Blut nach der Mahlzeit) reduzieren.
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Mykorrhizapartner Die Weiß-Tanne bildet mit mehreren Pilzarten eine Ektomykorrhiza aus. Auf Humusböden wird diese vor allem vom Trompetenpfifferling (Cantharellus tubaeformis), Cenococcum geophilum, Piloderma bicolor, Poria terrestris und dem Grünling (Tricholoma flavovirens) gebildet. Auf Mineralböden dienen vor allem der Pfifferling (Cantharellus cibarius), der Schwarzpunktierte Schneckling (Hygrophorus pustulatus), der Weißblättrige Reiftäubling (Russula azurea) sowie verschiedene Arten von Milchlingen (Lactarius) als Mykorrhizapartner. Weitere häufige Mykorrhizapartner sind der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina), der Schönfußröhrling (Boletus calopus), der Flockenstielige Hexenröhrling (Boletus erythropus), Cortinarius amigochrous, der Langstielige Schleimfuß (Cortinarius elatior), Cortinarius rhaebopus und der Dichtblättrige Schwärztäubling (Russula densifolia). Bedeutung als Raupenfutterpflanze Für die Raupen des Kiefernspanners (Bupalus piniaria), des Kiefernspinners (Dendrolimus pini), der Nonne (Lymantria monacha), der Klosterfrau (Panthea coenobita) sowie die der Kieferneule (Panolis flammea) stellt die Weiß-Tanne eine wichtige Futterpflanze dar. Vergesellschaftung Im natürlichen Verbreitungsgebiet findet man reine Tannenwälder (Abietum) nur dort, wo die Rot-Buche (Fagus sylvatica) aufgrund von extremen Umweltbedingungen nicht mehr konkurrenzfähig ist und die Gemeine Fichte (Picea abies) bereits in der Ansamungsphase ausfällt. Bei den reinen Tannenwäldern werden drei ökologisch differierende Gruppen unterschieden: Reinbestände des kontinental getönten Klimas von der Ebene bis zur montanen Höhenstufe, die auf mehr oder weniger basenreichen Böden vorkommen. Hier fehlt die Rot-Buche aufgrund der klimatischen Bedingungen. Reinbestände der montanen bis subalpinen Höhenstufe mit hohen Niederschlägen, die auf tonreichen und eher kalkarmen Böden vorkommen. Reinbestände der submontanen bis montanen Höhenstufe, die auf staunassen und oft sauren Böden vorkommen. Im ozeanischen Klimabereich des Alpenraumes findet man natürlich vorkommende Tannen-Buchenwälder (Abieti-Fagetum). Sie besiedeln luftfeuchte Lagen und benötigen hohe Niederschlagsmengen. Auf Kalk, Dolomit und tonarmen Moränen dominieren eher Laubbäume, während auf Silikatgestein, Flysch, tonreichem Schiefer und verdichteten, skelettarmen Moränen eher die Weiß-Tanne dominiert. Ab der oberen montanen bis zur subalpinen Höhenstufe nimmt der Rotbuchenanteil der Wälder immer mehr ab und der Fichtenanteil zu. In diesen Höhenlagen dominieren die Fichten-Tannenwälder (Abieti-Piceetum), die in mehrere Untergesellschaften unterteilt werden. In den Fichten-Tannenwäldern kommen neben der Weiß-Tanne und der Gemeinen Fichte auch der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), die Europäische Lärche (Larix decidua) und die Berg-Kiefer (Pinus mugo) vor. Diese Gesellschaft besiedelt luftfeuchte Standorte mit frischen und tiefgründigen Lehm- oder Tonböden. In der submediterranen, subtropischen Zone des Dinarischen Gebirges kann die Weiß-Tanne flächig in Karst-Blockhalden-Tannenwäldern in einer speziellen wärme- und lichtliebenden Gesellschaft als monodominanter Waldpionierbaum auf massiven Karbonatgesteinen auftreten. Standorte sind in der oromediterranen Stufe stark verkarstete Gebirge, die in den Nordwestdinariden von der Gesellschaft des Calamagrostio-Abietetum Horvat als fichtenreiche-, in den Südostdinariden im Rhamno-Abietetum Fukarek als baumhaselreiche Variante auftreten. Auf solchen Standorten fällt Buche zumeist aus und zahlreiche wärmeliebende Strauch- und Gebüschformationen treten charakteristisch auf. Mit diesem Tannen-Waldtyp findet die Überleitung zu den wärmeliebenden nemoralen mediterranen Tannenwäldern statt, die dann von vikariierenden, mit der Weißtanne verwandten Arten aufgebaut werden.
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Die Weiß-Tanne wurde im Jahre 1768 von Philip Miller als Abies alba erstbeschrieben. Synonyme für die Art sind Abies nobilis A.Dietr., Abies pectinata (Lam.) DC. und Pinus picea L. Die Art ist diploid, ihre Chromosomenzahl beträgt 2n = 24. Volksnamen Für die Weiß-Tanne bestehen bzw. bestanden diverse, häufig nur regional gebräuchliche Volksnamen. So sind oder waren auch folgende Namen gebräuchlich: Danenbuchen (Siebenbürgen), Dann (Altmark, Siebenbürgen), Danne (Hannover und mittelhochdeutsch), Dennenholz (spätmittelhochdeutsch), Edeldann (Weser), Edeltane, Feichte (Österreich, Tirol, Salzburg, Steiermark, Bayern), Fichte, Greinenholt (Ostfriesland), Kreuztanne, Lichtbaum (Bayern), Mastbaum (Schlesien), Masttann, Rauchtannen, Silbertannen (Schwaben), Tanbaum (althochdeutsch), Tann, Tanna (althochdeutsch), Tanne (Schlesien, Niedersachsen, Kärnten und althochdeutsch), Tannenbaum (Elsass), Tannenholz, Tannin-Holz (althochdeutsch), Taxbaum (Österreich, Salzburg, Tirol), Taxen (Österreich, Salzburg, Tirol), Taxtanne (Schlesien), Tenninholz (mittelhochdeutsch), Tenr, Waldtanne, Weisstanne (Elsass, Appenzell), Wettertanne und Wittdann (Weser). Herkunftsunterschiede Obwohl es bei der Weiß-Tanne Unterschiede je nach Herkunft gibt, wird die Art Abies alba nicht in Unterarten oder Varietäten unterteilt. Bäume aus Südosteuropa unterscheiden sich genetisch von denen aus dem westlichen und südwestlichen Verbreitungsgebiet; ihre Wuchskraft ist höher und sie sind ökologisch anpassungsfähiger. Bäume aus Mittel- und Westeuropa unterscheiden sich nur in der Zusammensetzung der Monoterpene des Nadelharzes. Eine der Ursachen für die innerartlichen Unterschiede könnte eine primäre Selektion durch die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in den eiszeitlichen Refugien darstellen. Weitere Ursachen könnte eine sekundäre Selektion durch die Länge und Dauer der Rückwanderung sowie durch konkurrierende Baumarten sein. Einen Einfluss auf die Herkunftsunterschiede könnten Bastardisierungen mit der Griechischen Tanne (Abies cephalonica) und der Nebrodi-Tanne (Abies nebrodensis) haben, zu denen es während der letzten Eiszeit in Griechenland und in Süditalien kam. Hybride Die Bulgarische Tanne (Abies borisii-regis) wird gelegentlich als natürlich entstandener Hybride zwischen der Weiß-Tanne und der Griechischen Tanne (Abies cephalonica) angesehen. Erfolgreiche Kreuzungsversuche fanden unter anderem mit der Kolorado-Tanne (Abies concolor), der Küsten-Tanne (Abies grandis), der Nikko-Tanne (Abies homolepis), der Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana), der Numidischen Tanne (Abies numidica), der Spanischen Tanne (Abies pinsapo) und Veitchs Tanne (Abies veitchii) statt. Als nicht mit der Weiß-Tanne kreuzbar gelten die Sierra-Tanne (Abies concolor var. lowiana) und die Korea-Tanne (Abies koreana).
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