Pflanzenwissen · Art
Die Purpur-Tanne ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Tannen (Abies) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae).
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Die Purpur-Tanne ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Tannen (Abies) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Man findet sie entlang der Westküste Kanadas und der USA. Das lateinische Artepitheton amabilis bedeutet so viel wie „lieblich“.
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Erscheinungsbild Die Purpur-Tanne ist ein immergrüner Baum, der Wuchshöhen von 25, in Extremfällen auch bis zu 70 Metern sowie Brusthöhendurchmesser von 60 bis 260 Zentimetern erreichen kann. Junge Bäume haben eine spitze Krone, die mit zunehmendem Alter abflacht. Die kurzen und steifen Äste gehen horizontal vom geraden Stamm ab und stehen sich meist gegenüber. Die glatte Borke ist bei Jungbäumen hellgrau gefärbt und weist meist Harzblasen auf. Bei älteren Bäumen bricht die Borke in Platten auf und verfärbt sich rötlich grau. Die behaarte Rinde der Zweige ist an der Zweigoberseite hellbraun und an der Unterseite dunkelbraun gefärbt. Die Sämlinge bilden vier bis sieben Keimblätter (Kotyledonen) aus. Wurzelsystem Während die Sämlinge noch über eine Pfahlwurzel verfügen, besitzen ausgewachsene Bäume meist ein flaches, weitreichendes Wurzelsystem. Wenn der Boden von pyroklastischen Sedimenten bedeckt ist, kann es zur Bildung von Adventivwurzeln kommen. Als Mykorrhizapartner tritt meist Cenococcum graniforme auf. Knospen und Nadeln Die kugeligen Knospen von 6 bis 9 Millimeter Durchmesser sind braun gefärbt und können von einer violetten Harzschicht bedeckt sein. Die an der Spitze eingekerbten Nadeln werden zwischen 0,7 und 4 Zentimeter lang und 1 bis 3 Millimeter breit. An der Nadeloberseite sind sie glänzend grün und an der Unterseite silbrigweiß gefärbt. Auf der Nadelunterseite findet man beiderseits der Mittelrippe 5 bis 6 Stomatareihen. Die Nadeln stehen in zwei Reihen dicht gedrängt an den Zweigen und überlappen sich dabei häufig. Blüten, Zapfen und Samen Die Purpur-Tanne ist einhäusig-getrenntgeschlechtig (monözisch) und wird mit 20 bis 30 Jahren mannbar. Während des Pollenfluges, der sich je nach Standort von Mitte Mai bis Mitte Juni erstreckt, sind die männlichen Blütenzapfen rot gefärbt. Später verfärben sie sich rötlich gelb. Die aufrecht stehenden, oval-zylindrischen Zapfen werden zwischen 8 und 18 Zentimeter lang und 3,5 bis 7 Zentimeter dick. Sie sind anfangs purpurgrau, zur Reife im späten August hin braun gefärbt. Sie besitzen keinen Stiel und sind harzig. Die hellbraunen Samen sind 10 bis 12 Millimeter lang und rund 4 Millimeter breit. Sie besitzen einen rötlich bis hellbraunen Flügel der etwa gleich lang ist wie das Samenkorn. Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.
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Das helle, weiche und spröde Holz wird hauptsächlich als Konstruktionsholz, Sperrholz sowie zur Zellstoffgewinnung genutzt. Es eignet sich auch als Furnier, als Unterbodenbelag sowie als Verkleidung. Nur gelegentlich findet die Purpur-Tanne als Weihnachtsbaum Verwendung. Manchmal wird sie als Park- oder Zierbaum gepflanzt.
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Am natürlichen Standort bildet die Purpur-Tanne sowohl Rein- als auch Mischbestände. Reinbestände findet man vor allem in den Gebieten um Mount Baker und Mount Rainier sowie in anderen Gebieten der Kaskadenkette im Süden Washingtons. Im gesamten Verbreitungsgebiet werden Mischbestände mit der Westamerikanischen Hemlocktanne (Tsuga heterophylla) gebildet. In Süd-Washington und Nord-Oregon gesellt sich auch die Edel-Tanne (Abies procera) häufig hinzu. In den Küstengebieten westlich der Kaskadenkette vergesellschaftet sich die Purpur-Tanne mit der Sitka-Fichte (Picea sitchensis), der Küsten-Kiefer (Pinus contorta), der Douglasie (Pseudotsuga menziesii) und dem Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata). In subalpinen Lagen treten auch die Felsengebirgs-Tanne (Abies lasiocarpa), die Berg-Hemlocktanne (Tsuga mertensiana) sowie die Nootka-Scheinzypresse (Xanthocyparis nootkatensis) häufig auf. In den östlichen Randbereichen des natürlichen Verbreitungsgebietes vergesellschaftet sich die Art zudem auch mit der Westamerikanischen Lärche (Larix occidentalis), der Engelmann-Fichte (Picea engelmannii) und der Westlichen Weymouth-Kiefer (Pinus monticola). In Nordwest-Kalifornien kommt es auch zur Bestandsbildung mit der Pracht-Tanne (Abies magnifica). Die Strauchschicht wird im gesamten Verbreitungsgebiet größtenteils durch die Igelkraftwurz (Oplopanax horridus), Vaccinium membranaceum und Vaccinium ovalifolium gebildet. In höheren Lagen treten zudem Elliottia pyroliflora, Menziesia ferruginea, Rhododendron albiflorum und Vaccinium deliciosum auf. Die Nervige Mahonie (Mahonia nervosa) und die Shallon-Scheinbeere (Gaultheria shallon) findet man vor allem in tieferen Lagen des Verbreitungsgebietes. In der Krautschicht herrschen vor allem der Rippenfarn (Blechnum spicant), Clintonia uniflora, der Kanadische Hartriegel (Cornus canadensis), das Moosglöckchen (Linnaea borealis), Rubus lasiococcus, Rubus pedatus sowie das Bärengras (Xerophyllum tenax) vor.
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Abies amabilis wird innerhalb der Gattung der Tannen (Abies) der Sektion Amabiles zugeordnet. Die Erstbeschreibung erfolgte 1838 als Picea amabilis durch John Claudius Loudon in "Arboretum et fruticetum Britannicum", Band 4: Seite 2342, einen Namen, den er David Douglas zuschrieb. In die Gattung Abies wurde sie durch James Forbes in seinem Werk "Pinetum Woburnense", S. 125, Tafel 44 gestellt. Synonyme für Abies amabilis (Douglas ex Loudon) J.Forbes sind unter anderem Abies grandis Hook. non Lindl. oder Pinus amabilis (Dougl. ex Loudon) Parl. Trotz des großen Verbreitungsgebietes treten kaum innerartliche Unterschiede zwischen einzelnen Populationen auf.
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Heimisch
Kanada (British Columbia)
Eingeführt
Norwegen, Vereinigtes Königreich
Weitere
Norwegen, Schweden, Oregon, Washington, Global, Alaska, British Columbia, California