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Die Kornrade oder Korn-Rade ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) gehört. Weitere deutsche Trivialnamen sind Ackerrade, Ackerkrone, Kornnelke und Kornrose; im Niederdeutschen wird sie Klockenblume und am Rhein Pisspöttken genannt. Die Gartenform wird auch einfach als Rade bezeichnet. 2003 war die Kornrade Blume des Jahres.
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Erscheinungsbild und Blatt Die Kornrade ist eine einjährige, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 60 bis 90 (50 bis zu 100) Zentimetern. Die spindelförmige Pfahlwurzel kann bis zu 85 Zentimeter lang werden. Die oberirdischen Pflanzenteile sind angedrückt bis zottig grau-filzig behaart. Der aufrechte Stängel besitzt kaum, wenn überhaupt, dann nur im oberen Bereich Verzweigungen, manchmal einige Seitentriebe. Die Laubblätter sind gegenständig am Stängel angeordnet. Die einfache, sitzende, ganzrandige Blattspreite ist bei einer Länge von 4 bis 13 Zentimetern und einer Breite von 2 bis 10 Millimetern schmal-eilanzettlich mit einer etwas verwachsenen Basis und einem spitzen oberen Ende sowie einem erhabenen Mittelnerv. Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die endständigen Blüten erscheinen meist einzeln oder bis zu dritt. Die Blütenstiele sind sehr lang. Die meist zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf 3 bis 6 Zentimeter langen Kelchblätter sind zu einer 1,2 bis 1,5 Zentimeter langen, außen zottig behaarten, rippigen Kelchröhre verwachsen und die 2 bis 3, selten bis zu 4 Zentimeter langen, schmal-eilanzettlichen, spitzen Kelchzipfel sind länger als die Kronblätter. Die fünf 3 bis 3,6 Zentimeter langen, genagelten Kronblätter sind weiß, purpurviolett bis rosafarben, die verkehrt-eiförmigen Platten besitzen ein leicht ausgerandetes oberes Ende. Eine Nebenkrone ist nicht vorhanden. Die zehn Staubblätter überragen die Blütenkrone leicht. Der oberständige Fruchtknoten ist einkammerig. Die fünf freien, behaarten Griffel überragen die Blütenkrone leicht. Die Früchte reifen zwischen Juli und September. Die Kapselfrucht ist mit einer Länge von 1,2 bis 1,8 Zentimetern nur wenig länger als der beständige Kelch. Die eiförmige, septizide bzw. scheidewandspaltige Kapselfrucht öffnet sich mit fünf Zähnen und enthält viele Samen. Die schwärzlichen Samen sind bei einer Länge von 2,5 bis 3 Millimetern ei- bis nierenförmig mit erhabenen, spitzen Warzen. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24 oder 4n = 48.
Agrostemma githago subsp. thessalum (Bornm.) Greuter
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Die Kornrade ist ein winterannueller, überwinternd grüner, skleromorpher (austrocknungstoleranter), mesomorpher Therophyt. Als Ackerbeikraut im Getreide ist sie ideal an ihren Standort angepasst. Die laubigen Kelchblätter ragen mit den Blüten aus dem Getreide heraus und werden zur Photosynthese benutzt. Die Samen werden meist erst beim Dreschen frei. Die Art wurzelt bis zu 85 Zentimeter tief. Blütenökologisch handelt es sich um „Stieltellerblumen“. Die Kornrade ist gynodiözisch, selten gynomonözisch; die Blüten sind meist zwittrig, aber auch rein weibliche Exemplare kommen vor. Bestäuber sind Tagfalter. Die Blüten sind oft protandrisch, also vormännlich. Die Ausbreitung der Samen ist stark menschenabhängig, da sie durch den Wind oder Tiere nur wenig ausgebreitet werden. Die Kapselfrüchte öffnet sich erst wenn sie vollkommen trocken sind oder beim Dreschen zerstört werden. Vor Einführung moderner Methoden der Saatreinigung wurden die Samen kaum vom Getreide getrennt und wurden deshalb wieder ausgesät.
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