Pflanzenwissen · Art
Der Gelbe Günsel oder Acker-Günsel ist eine Pflanzenart aus der Gattung Günsel (Ajuga) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
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Sortenvielfalt
Ajuga chamaepitys subsp. chia
Ajuga chamaepitys subsp. chia (Schreb.) Arcang.Ajuga chamaepitys subsp. cuneatifolia
Ajuga chamaepitys subsp. cuneatifolia (Stapf) P.H.DavisAjuga chamaepitys subsp. cypria
Ajuga chamaepitys subsp. cypria P.H.DavisAjuga chamaepitys subsp. euphratica
Ajuga chamaepitys subsp. euphratica P.H.DavisAjuga chamaepitys subsp. glareosa
Ajuga chamaepitys subsp. glareosa P.H.DavisAjuga chamaepitys subsp. laevigata
Ajuga chamaepitys subsp. laevigata (Boiss.) P.H.DavisMarktplatz
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Belege
Ajuga chamaepitys Guss., Ajuga rechingerae Bilik, Bugula arvensis Gray,
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Der Gelbe Günsel oder Acker-Günsel ist eine Pflanzenart aus der Gattung Günsel (Ajuga) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Art ist in vielen Unterarten von Westeuropa über den Mittelmeerraum bis Zentralasien verbreitet.
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Vegetative Merkmale Der Gelbe Günsel wächst als einjährige, seltener zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanze und erreicht meist nur Wuchshöhen von 5 bis 15, selten bis zu 25 Zentimetern. Sie duftet aromatisch. Der oft niederliegende oder aufsteigende Stängel kann stark verästelt sein. Er kann aber bis zu 40 cm tief wurzeln. Im Unterschied zu den meisten Lippenblütlern sind die gegenständigen, 1 bis 3 Zentimeter langen, behaarten Laubblätter des Gelben Günsels jeweils in drei lange, linealische, 1 bis 1,5 Millimeter breite Zipfel gespalten. Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Die sehr kurz gestielten Blüten stehen einzeln, manchmal auch zu zweit in den Blattachseln und bilden 1 bis 1,5 Zentimeter lange Scheinähren. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist röhrig-glockig, später kugelig und mehr oder weniger zottig und drüsig behaart. Die zitronengelbe, häufig rotbraun gezeichnete Krone mit sehr kleiner, zweizipfliger Oberlippe und wesentlich längerer Unterlippe erreicht meist 7 bis 15 Millimeter Länge. Die Unterlippe ist gerade vorgestreckt, vierlappig und bräunlich oder rötlich gezeichnet. Die Staubblätter ragen unter der Oberlippe etwas hervor. Nektardrüsen fehlen. Die Klausen sind etwa 3 Millimeter lang und stark netzig-grubig. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.
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Der Gelbe Günsel wurde lateinisch im Mittelalter auch Iva arthetica genannt Diese Bezeichnungen konnten im Süden auch den Mittelmeer-Günsel (Ajuga iva) meinen. Der Gelbe Günsel wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum unter dem Basionym Teucrium chamaepitys L. erstveröffentlicht. 1773 stellte Johann Christian von Schreber diese Art als Ajuga chamaepitys (L.) Schreb. in Plantarum Verticillatarum Unilabiatarum genera et species Seite XXIIII (24) in die Gattung Ajuga. Unterarten Besonders im Osten des Verbreitungsgebietes ist der Gelbe Günsel sehr formenreich. Je nach Autor gibt es etwa 14 Unterarten: Ajuga chamaepitys (L.) Schreb. subsp. chamaepitys: Heimat: West- und Zentraleuropa, Italien einschließlich Sizilien, Nordwest-Afrika. Ajuga chamaepitys subsp. chia (Schreb.) Arcang. (Syn.: Ajuga chia Schreb.): Heimat: Südosteuropa und Osteuropa und nördlich bis etwa 53° im östlichen Russland und östlich bis zum nordwestlichen und westlichen Iran. Das Epitheton "chia" bedeutet "von der Insel Chios". Ajuga chamaepitys subsp. cuneatifolia (Stapf) P.H.Davis (Syn.: Ajuga cuneatifolia Stapf): Heimat: westliche, südliche und südöstliche Türkei, nördlicher Irak. Ajuga chamaepitys subsp. cypria P.H.Davis: Heimat: nördliches Zypern, südwestliche Türkei. Ajuga chamaepitys subsp. euphratica P.H.Davis: Heimat: Östliche Türkei. Ajuga chamaepitys subsp. glareosa P.H.Davis: Heimat: Anatolien, Libanon. Ajuga chamaepitys subsp. laevigata (Boiss.) P.H.Davis (Syn.: Ajuga laevigata Boiss.): Heimat: Östliche und südöstliche Türkei, Libanon, Syrien, Palästina, nördlicher Irak. Ajuga chamaepitys subsp. libanotica P.H.Davis: Heimat: Libanon. Ajuga chamaepitys subsp. mardinensis P.H.Davis: Heimat: südöstliche Türkei, Irak. Ajuga chamaepitys subsp. mesogitana (Boiss.) Bornm. (Syn.: Ajuga mesogitana Boiss.): Heimat: Anatolien, Libanon. Ajuga chamaepitys subsp. palaestina (Boiss.) Bornm. (Syn.: Ajuga palaestina Boiss.): Heimat: Ostägäische Inseln, Anatolien, Zypern, Libanon, Syrien, Israel/Jordanien. Ajuga chamaepitys subsp. rechingeri (Bilik) P.H.Davis (Syn.: Ajuga rechingeri Bilik): Heimat: Östliche Türkei, Syrien. Ajuga chamaepitys subsp. suffrutescens (Willk.) Pott.-Alap. ex Greuter & Brudet, Heimat: Südliches Spanien, Tunesien, vielleicht auch Algerien. Ajuga chamaepitys subsp. tridactylites (Ging. ex Benth.) P.H.Davis (Syn.: Ajuga tridactylites Ging. ex Benth.): Kommt im Sinai, in Saudi-Arabien, Jordanien, Irak und Iran vor.
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Heimisch
Belgien, Portugal (Portugal Continental)
Eingeführt
Belgien, Kanada (Ontario), Tschechien, Frankreich, Niederlande (The Netherlands), Polen, Vereinigtes Königreich (Great Britain), Virginia, Maryland
Weitere
Dänemark, Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States), Deutschland, Griechenland, Ungarn, Iran, Irak, Italien, Kasachstan, Krym, Lebanon-Syria, Marokko
Niederlande, North Caucasus, Palestine, Polen, Portugal, Rumänien, Sardegna, Saudi-Arabien, Sicilia, Sinai, South European Russi, Spanien, Schweiz, Transcaucasus, Tunesien, Turkey, Turkmenistan, Ukraine, Yugoslavia, Turkey-in-Europe, Albanien, Algerien, Österreich, Baleares, Belgien, Bulgarien, Central European Rus, Zypern, Czechoslovakia, East Aegean Is., East European Russia, Frankreich
Der Gelbe Günsel ist im südlicheren Europa, im Mittelmeerraum, Südwestasien und Nordwestafrika verbreitet. In Europa fehlt der Gelbe Günsel nur in Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Island, Irland, im Baltikum und in Belarus. In den Niederlanden ist der Gelbe Günsel ausgestorben. In Deutschland, wo er als Archäophyt eingewandert ist, wächst er vorwiegend in Äckern oder kurzlebigen Unkrautfluren auf kalkhaltigen, leicht erwärmbaren Böden zwischen Main und Donau sowie in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Der Gelbe Günsel ist eine Charakterart des Verbands der Mohnäcker (Caucalidion lappulae), kann aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Alysso-Sedion-albi vorkommen. Insgesamt ist der Gelbe Günsel aber stark rückläufig und in der Roten Liste der gefährdeten Arten Deutschlands, insbesondere als Folge intensiven Ackerbaus und erhöhten Stickstoffeintrages, in Klasse 3 („gefährdet“) eingestuft. Im Mittelmeerraum ist er hingegen ungefährdet. Er steigt im Kanton Wallis bis in eine Höhenlage von etwa 1600 Meter auf. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).
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Ajuga chamaepitys subsp. libanotica
Ajuga chamaepitys subsp. mardinensis
Ajuga chamaepitys subsp. mesogitana
Ajuga chamaepitys subsp. palaestina
Ajuga chamaepitys subsp. rechingeri
Ajuga chamaepitys subsp. suffrutescens
Ajuga chamaepitys subsp. tridactylites