Pflanzenwissen · Art
Der Adlerholzbaum, auch Agarbaum genannt, liefert ein begehrtes Holz, das unter anderem als Adlerholz, Paradiesholz, Rosenholz, Aloeholz, Agallocheholz, Oud oder Calambac bezeichnet wird.
Pflege
Für diese Art liegen uns noch keine geprüften Pflegehinweise vor.
Frag die Community — kostenloses Konto →Weltkarte
Marktplatz
Noch niemand hat diese Art im Angebot.
Steht sie bei dir zu eng? Ein Ableger findet hier schnell ein neues Zuhause.
Belege
Aquilaria agallocha Roxb. ex DC., Aquilaria moluccensis Lam., Aquilaria moluccensis Oken
Nächster Schritt
Beschreib dein Problem in der Pflanzenhilfe. Mit Foto antwortet meist noch am selben Tag jemand, der dieselbe Pflanze zu Hause hat. Aus Rücksicht auf die Fragenden lesen die Anfragen nur angemeldete Mitglieder — mitmachen kostet nichts.
Der Adlerholzbaum, auch Agarbaum genannt, liefert ein begehrtes Holz, das unter anderem als Adlerholz, Paradiesholz, Rosenholz, Aloeholz, Agallocheholz, Oud oder Calambac bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um ein äußerst seltenes und kostbares Räucherholz, das in Südostasien und Nordost-Indien erhältlich ist.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Das Holz stammt von Bäumen der Gattungen Aquilaria und Gyrinops, deren Kern z. B. vom Pilz Phaeoacremonium parasiticum früher Phialophora parasitica infiziert worden ist. Nicht das Holz selbst wird verwendet, sondern eigentlich dessen (früher auch als Asa dulcis bezeichnete) Harz, das als Reaktion des Baumes auf Verletzungen der Kambiumschicht oder einen Pilzbefall (Phomopsis aquilariae und Phomopsis spp. und andere Schlauchpilze, Schimmelpilze) entsteht. Kultivierungsbemühungen zeigen, dass meist erst Bäume ab einem Alter von 60 Jahren mit der Harzbildung reagieren und es etwa 20 Jahre dauert, bis lohnende Mengen an Harz gebildet wurden. Mit Preisen von bis zu 250.000 Euro für das Kilogramm Adlerholz höchster Qualität gehört es zu den teuersten Hölzern der Welt. Wobei bei landwirtschaftlichem, also künstlich erzeugtes Adlerholz (u. a. durch Impfung: Inokulation) die normale Preisspanne etwa bei unter 400 bis 16.000 $ liegt. Das aus echtem Adlerholz Agarholz gewonnene ätherische Öl gehört mit zu den teuersten der Welt. Bei der Destillation von trockenem Adlerholz werden etwa 0,12–7 Gew.-% Öl erhalten, also 1,2–70 ml pro kg. Es kommt hier stark auf die Extraktionsmethode an und eine etwaige Vortränkung des Holzes mit Chemikalien oder nur mit Wasser, auch eine Vorbehandlung mit Enzymen oder Bakterien wird angewendet. Auch die Qualität des Holzes ist sehr entscheidend. Das bedeutet, dass ein 1 Liter Oud der gehobenen bis besten Qualität schlussendlich, mit allen Nebenkosten bis 50.000–600.000 $ oder auch noch deutlich mehr kosten kann. Adlerholz gibt es in einer sehr großen Geruchspalette zwischen balsamisch-süß, würzig-bitter und holzig-animalisch. Das ätherische Öl, welches aus Adlerholz gewonnen wird, ist ein komplexes Gemisch verschiedener Sesquiterpene und deren Derivate (meist Epoxide). Hochwertiges Adlerholzöl hat sowohl eine holzig-animalische, würzig-bittere als auch eine balsamisch-süße Geruchskomponente und kommt als Güteklasse A in den Handel. Fehlen eine oder mehrere Geruchskomponenten oder sind ausgeprägte Fremdnoten zugegen, erfolgt eine Abstufung in Güteklasse B, C oder D. Es gibt verschiedene Qualitäten, alle in gehobenen Preisklassen. In Arabien wird das Räucherholz, das dort Ud oder Oud genannt wird, auf Märkten und Basaren angeboten. Es wird in kleinen Schnitzeln verräuchert und nicht selten stellen sich Frauen über das Räuchergefäß und parfümieren auf diese Weise ihren ganzen Körper und ihre Kleider mit diesem Duft. Die japanische Bezeichnung für Adlerholz ist Jinko (沈香), was „sinkendes Holz“, aber auch „duftendes Holz“ oder „der überquellende Duft“ bedeutet. Die Japaner unterscheiden dabei sechs Arten von Jinko, wobei die teureren Sorten zu Preisen gehandelt werden, die weit über dem Goldpreis liegen. Die wertvollste ist das Kyara, welches seinerseits in den Qualitäten Gelb, Schwarz, Grün und Eisen unterteilt wird. Weitere Arten von Jinko sind: Manaban, Sasora, Sumontara (Bezug nehmend auf die Insel Sumatra), Managa (Bezug nehmend auf Malakka). In der japanischen Kō-Dō-Zeremonie dient das Holz als wichtigstes Räucherwerk. Dazu wird Adlerholz in Form von kleinen Splittern auf einem Mica-Plättchen verräuchert. Eines der wertvollsten und historischen Stücke Jinko ist der sogenannte Ranjatai, welcher im Jahr 756 dem Tempel Tōdai-ji in Nara überreicht wurde. Heute gehört es der Kaiserlichen Familie Japans. Als Droge heißt es „Lignum Aquilaria Agallocha“ oder „Lignum aquilariae resinatum“. Das chinesische Arzneimittel heißt „Jin Kou Chen Xiang“. Die Rinde des Adlerholzbaumes wurde an verschiedenen Orten als Beschreibstoff verwendet. Bei den Toba-Batak auf Sumatra nutzten die Zauberpriester (Datu) die Rinde des Adlerholzbaumes zur Herstellung ihrer Orakelbücher (vgl. Pustaha). Auch im nordostindischen Assam diente die Rinde des Adlerholzbaumes (hier als Sanchipat bezeichnet) als Beschreibstoff. Die ältesten erhaltenen dieser Manuskripte stammen aus dem 15. Jahrhundert, jedoch werden sie in literarischen Quellen bereits im 7. Jahrhundert erwähnt. Um das Jahr 2010 entstand ein Trend, Oud als Duftnote in westlichen Parfüms zu verwenden. Hierbei werden üblicherweise synthetische Duftstoffe verwendet, deren Geruch mehr oder minder Ähnlichkeiten zu dem von Oud besitzt.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Weitere
Taiwan, Assam, Bangladesch, Borneo, East Himalaya, Malaya, Myanmar, Philippinen, Sumatera, Thailand, Global, Vietnam
Der Adlerholzbaum kommt in Nordost-Indien, Bhutan, Bangladesch, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar (ehemals Burma), Philippinen, Thailand, Vietnam vor. Adlerholz wächst in Mischwäldern in Höhenlagen bis in eine Höhe von etwa 1000 Meter. Alle Adlerholzarten der Gattungen Aquilaria und Gyrinops fallen unter das Washingtoner Artenschutzabkommen. Der Handel mit Pflanzenteilen und Holz dieser Arten unterliegt den in diesem Abkommen geregelten CITES-Normen (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) zur Ein- und Ausfuhr von Tieren und Pflanzen gefährdeter Arten.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle