Pflanzenwissen · Art
Der Aufrechte Ziest, auch Aufrecht-Ziest, Heide-Ziest oder Berg-Ziest genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Zieste (Stachys) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Pflege
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Sortenvielfalt
Stachys recta subsp. baldaccii
Stachys recta subsp. baldaccii (K.Malý) HayekStachys recta subsp. doerfleri
Stachys recta subsp. doerfleri (Hayek) HayekStachys recta subsp. labiosa
Stachys recta subsp. labiosa (Bertol.) Briq.Stachys recta subsp. olympica
Stachys recta subsp. olympica Stoj. & JordanovStachys recta subsp. psammophila
Stachys recta subsp. psammophila (Fiori) ArrigoniStachys recta subsp. rectaStachys recta subsp. rhodopaea
Stachys recta subsp. rhodopaea (Velen.) ChrtekMarktplatz
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Belege
Betonica adscendens Walther, 1802, Betonica hirta Gouan, 1762, Betonica recta (L.) Baill.
Nächster Schritt
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Der Aufrechte Ziest, auch Aufrecht-Ziest, Heide-Ziest oder Berg-Ziest genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Zieste (Stachys) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
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Vegetative Merkmale Der Aufrechte Ziest wächst als sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, oder selten auch als Zwergstrauch und erreicht Wuchshöhen von meist 25 bis 40, selten bis zu 70 Zentimetern. Der kräftige, kantige Stängel ist einfach oder vom Grunde an ästig verzweigt. Die grünen Pflanzenteile sind dicht anliegend rau oder etwas drüsig behaart. Von den gegenständig am Stängel angeordneten Laubblättern sind die unteren kurz gestielt und die oberen sitzend. Die an ihrer Basis gerundete Blattspreite ist mit einer Länge von 2 bis 5 Zentimetern und einer Breite von 0,5 bis 2 Zentimetern eiförmig-spatelig bis länglich-lanzettlich. Der Blattrand der unteren Laubblätter ist gesägt bis entfernt gekerbt und der der oberen mehr oder weniger glatt. Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Zwei bis fünf, bis selten acht Scheinquirle befinden sich in einem unterbrochenen, verlängerten, 1 bis 2 Zentimeter langen scheinährigen Blütenstand. Die Blüten sitzen zu sechst bis zehnt in den Scheinquirlen zusammen. Es können sehr kleine, borstenartige Vorblätter vorhanden sein. Die zwittrige Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der 5 bis 10 Millimeter lange röhrig-glockige Kelch ist rauhaarig mit kahl-stachelspitzigen, vorgestreckten Zähnen und mit kahlen, stechenden Grannenspitzen. Die Krone ist blass-gelb bis gelblich-weiß. Die Kronröhre besitzt innen einen Haarring. Die ganzrandige Oberlippe ist aufgerichtet und hat zurückgeschlagene Ränder. Die dreilappige Unterlippe ist herabgeschlagen, mehr oder weniger braun gezeichnet und rückwärts gefaltet. Die vier Staubblätter krümmen sich stark auswärts mit spreizenden Pollensäcken. Die Teilfrüchte (Klausen) der Klausenfrucht sind etwa 2 Millimeter lang, rundlich, kastanien-braun und glatt oder sehr fein punktiert. Chromosomensatz Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 16 oder 17; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 32 oder 34 vor.
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Beim Aufrechten Ziest handelt es sich um einen mesomorphen, skleromorphen plurienn-pollakanthen Hemikryptophyten (= Schaftpflanze). Der Aufrechte Ziest überwintert durch Sprosse, die sich an dem verzweigten Rhizom bilden und dann zu mehreren nebeneinander zu Luftsprossen auswachsen. Er wurzelt bis 2 Meter tief. Die schmalen Runzelblätter und diese tief reichenden Wurzeln sind eine Anpassung an trockene Standorte. Blütenökologisch handelt es sich um Eigentliche Lippenblumen. Die gelblich-weißen Blütenkrone besitzt ein purpurfarbenes Saftmal. Die Blüten sind ausgeprägt protandrisch = streng vormännlich. Die Blüten sind zuerst männlich, später weiblich, ohne Überlappung der Geschlechter. Als Belohnung für Bestäuber ist reichlich Nektar vorhanden. Doch auch der Pollen lockt Insekten an. Besucher sind Bienenverwandte. So kann man z. B. braunschwarz gefärbte, knapp 1 Zentimeter große Wildbienen aus der Gattung der Schlürfbienen (Rophites) auf den Blüten beobachten, die mit ihrem Kopf den Pollen unter vibrierenden Bewegungen heraus reiben. Der Aufrechte Ziest ist fakultativ xenogam, also erfolgt meist Fremdbefruchtung und Selbstbestäubung ist die Ausnahme. Es liegt Selbstkompatibilität vor, also führt Selbstbefruchtung erfolgreich zum Samenansatz. Die Bruchfrucht zerfällt in vier einsamige, geschlossen bleibende Teilfrüchte, hier Klausen genannt. Die Ausbreitung der Diasporen, es sind die Klausen, erfolgt über den Mechanismus als Tierstreuer über Klett- und Klebausbreitung auf der Oberfläche von Tieren (Epichorie); auch Bearbeitungsausbreitung durch Vögel ist möglich; es erfolgt auch Ausbreitung durch den Wind (Anemochorie).
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Heimisch
Belgien
Eingeführt
Belgien, Dänemark, Frankreich, Lettland, Niederlande (The Netherlands), Vereinigtes Königreich (Great Britain), District of Columbia, New York
Vorkommen (Status unklar)
Dänemark, Norwegen, Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States), Ungarn, Iran, Italien, North Caucasus, Polen, Rumänien, South European Russi, Spanien, Schweiz
Transcaucasus, Turkey-in-Europe, Turkey, Ukraine, Yugoslavia, Albanien, Österreich, Belarus, Belgien, Bulgarien, Central European Rus, Czechoslovakia, East European Russia, Frankreich, Deutschland, Griechenland
Der Aufrechte Ziest ist ein submediterranes Florenelement. Er kommt von Spanien bis Kleinasien und zum Kaukasusraum vor; in nördlicher Richtung reichen die Vorkommen bis Belgien. In Europa kommt er in Spanien, Frankreich, Deutschland, Belgien, Schweiz, Italien, Österreich, Polen, in der früheren Tschechoslowakei, im früheren Jugoslawien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Albanien, Türkei, Belarus, Russland und Ukraine vor. In Österreich ist er im pannonischen Gebiet und im Süden häufig, sonst zerstreut zu finden. In der Schweiz ist er in den wärmeren Gebieten verbreitet und häufig anzutreffen. Stachys recta ist im südlichen Muschelkalk und Juragebirge verbreitet bis häufig anzutreffen; darüber hinaus meist nur selten und verschleppt. Die Unterart Stachys recta subsp. recta steigt in Graubünden bis in eine Höhenlage von 1820 Meter, im Tessin (Sottoceneri) bis in eine Höhenlage von 2100 Meter und im Kanton Wallis am Portail de Fully bis in eine Höhenlage von 2150 Meter auf. Die Unterart Stachys recta subsp. labiosa steigt in Südtirol bis in eine Höhenlage von 2100 Meter auf. Der Aufrechte Ziest wächst in Mitteleuropa an Weg- und Ackerrändern, auf Halbtrocken- und Trockenrasen und an Felshängen. Nördlich der Alpen gedeiht er am besten auf kalkhaltigen und mäßig trockenen Böden. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Festuco-Brometea-Klasse, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Verbände Geranion sanguinei, Erico-Pinion oder Berberidion vor oder der Ordnung Quercetalia pubescentis.
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Stachys recta subsp. subcrenata
Stachys recta subsp. tenoreana