Pflanzenwissen · Art
Calliphysalis carpenteri (Riddell) Whitson ist eine Pflanzenart aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).
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Calliphysalis carpenteri (Riddell) Whitson ist eine Pflanzenart aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie ist die einzige Art der Gattung Calliphysalis. Vor der Beschreibung dieser Gattung im Jahr 2012 wurde die Art zur Gattung der Blasenkirschen (Physalis) gerechnet.
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Vegetative Merkmale Calliphysalis carpenteri ist eine 0,75 bis 1,5 Meter hohe, aufrecht wachsende, ausdauernde, krautige Pflanze. Sie besitzt eine senkrecht im Boden stehende Pfahlwurzel als Überdauerungsorgan. Sie wächst meist mit einem einzigen Trieb, der im unteren Teil im Alter verholzt und oberhalb stark verzweigt, so dass sich die Pflanze unter idealen Bedingungen auf einen Durchmesser von 90 Zentimetern ausbreitet. Junge Pflanzen können mit einer Größe von nur 15 Zentimetern bereits blühen. Die Behaarung von Sprossachse, Laubblättern und Blütenkelchen ist flaumhaarig und besteht aus kurzen (meist 0,5 bis 1 Millimeter langen), abstehenden, klebrigen und unverzweigten Trichomen mit einzelliger drüsiger Spitze sowie aus vereinzelten, kleineren (weniger als 0,5 Millimeter langen), anliegenden Trichomen mit vielzelligen Spitzen. Die Laubblätter stehen wechselständig paarig an den Stängeln. Die Blattstiele sind 1,5 bis 5,5 (selten bis 9,5) Zentimeter lang. Die Blattspreiten sind nicht geteilt und eiförmig bis eiförmig-lanzettlich oder elliptisch geformt. Ihre Länge reicht meist von 7 bis 10 (selten bis 14) Zentimeter, die Breite von 3 bis 6 (selten bis 9,5) Zentimeter. Der Blattrand ist besonders bei jungen Pflanzen meist ganzrandig, kann aber auch geschwungen oder unregelmäßig gezahnt sein. Sind die Blätter gezahnt haben sie meist ein bis drei, manchmal aber auch bis fünf Zähne pro Seite. Die Basis kann unterschiedlich geformt sein und kann an der gleichen Pflanze herzförmig, gerundet oder auch abgeschnitten sein. Zumindest an einigen Blättern ist die Basis stark unsymmetrisch, so dass auf einer Seite das Blatt um 5 bis 10 mm weiter den Blattstiel herabläuft. Blütenstände und Blüten Die Blüten stehen in Büscheln aus zwei bis sechs. In vielen Blütenständen verkümmert mindestens eine Blütenknospe, solange sie noch kleiner als 2 Millimeter ist, jedoch sind einblütige Blütenstände eher selten, beispielsweise kann der erste Blütenstand einer Pflanze aus nur einer Blüte bestehen, bald darauf entwickeln sich jedoch die typischen Blütenbüschel. Die Blütenstiele sind 5 bis 10 Millimeter lang, die daran stehenden Blüten sind nickend. Sie sind vollständig ausgebildet, fünfzählig und radiärsymmetrisch. Der Kelch ist glockenförmig, 4 bis 7 Millimeter lang und schwach mit ungleichförmigen Kelchzipfeln besetzt. Die Krone ist breit glockenförmig, misst 1 bis 2,5 Zentimeter im Durchmesser. Sie ist gelb gefärbt, an der Basis befinden sich innen fünf olivgrüne bis senfgelbe Punkte, welche auch nach außen durchscheinen. Die Staubfäden setzen an der Basis der Krone an. Sie verlängern sich unregelmäßig, bis alle Staubbeutel geöffnet sind, so dass sie ungleich lang erscheinen können. Zunächst wächst nur ein Paar der Staubfäden, bis die Staubbeutel Pollen abgeben, anschließend zwei weitere. Zuletzt wächst der letzte Staubfaden, der sich zwischen den ersten beiden befindet. Die Staubbeutel sind langgestreckt und öffnen sich über längs gerichtete Schlitze. Die Form der Pollenkörner wird als subprolat und tricolpat angegeben, auf der Pollenoberfläche befinden sich spitze Stacheln. Der Fruchtknoten besteht aus zwei Fächern, in denen sich viele Samenanlagen befinden. Der Griffel ist 8 bis 10 Millimeter lang und besitzt eine kopfige Narbe. Früchte und Samen An der Frucht vergrößert sich der Kelch auf nur etwa 1 Zentimeter Durchmesser und ist nahezu kugelförmig, an der Basis ist er nicht eingedrückt. Er wird zunächst gelb und später braun. Da der Kelch weniger papierartig ist als bei Vertretern der Blasenkirschen (Physalis), fällt er um die reife Frucht herum zusammen. Die Frucht ist eine kugelförmige, senf-gelbe Beere. Sie enthält dunkelbraune, scheiben- bis nierenförmige Samen und unregelmäßig kugelförmige, blass strohfarbene Steinkörper (Idioblasten).
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Calliphysalis carpenteri wurde lange Zeit als einzige Art in der Sektion Carpenterianae der Untergattung Rydbergis der Gattung der Blasenkirschen (Physalis) geführt, obwohl sie bereits früh als untypische Art der Gattung angesehen wurde. Erst Margaret Menzel erkannte 1951, dass die Art wahrscheinlich nahe anderer untypischer Arten aus dem damals anerkannten Umfang der Gattung handeln konnte, die gegebenenfalls nicht zu den Physalis zu zählen sind. Molekularbiologische Untersuchungen haben bestätigt, dass diese „untypischen Physalis“ nicht nahe verwandt mit den restlichen Vertretern der Gattung sind. Neben Calliphysalis carpenteri wurden inzwischen auch andere Arten unter anderem auf Grundlage dieser Untersuchungen aus der Gattung Physalis entfernt und werden jetzt in den Gattungen Tzeltalia, Leucophysalis, Quincula und Chamaesaracha geführt. Calliphysalis ist aber auf jeden Fall ein Mitglied der Untertribus Physalineae, jedoch dort nicht unbedingt in näherer Verwandtschaft zur Gattung Physalis. Morphologisch unterscheidet sich Calliphysalis von den Blasenkirschen (Physalis) vor allem durch folgende Merkmale: Ausbildung einer senkrechten Pfahlwurzel anstatt eines waagerechten Rhizoms, büschelförmige Blütenstände statt meist einzeln stehender Blüten, Vorkommen von Idioblasten in den Früchten und einem runden statt gewinkelten Kelch um die Frucht, der insgesamt auch kleiner ist als bei Physalis-Arten.
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