Pflanzenwissen · Art
Art der Gattung Schwarznesseln (Ballota)
Pflege
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Sortenvielfalt
Ballota nigra subsp. anatolica
Ballota nigra subsp. anatolica P.H.DavisBallota nigra subsp. anomala
Ballota nigra subsp. anomala GreuterBallota nigra subsp. foetida
Ballota nigra subsp. foetida (Vis.) HayekBallota nigra subsp. kurdica
Ballota nigra subsp. kurdica P.H.DavisBallota nigra subsp. meridionalis
Ballota nigra subsp. nigraBallota nigra subsp. ruderalis
Ballota nigra subsp. ruderalis (Sw.) Briq.Ballota nigra subsp. sericea
Ballota nigra subsp. sericea (Vandas) PatzakMarktplatz
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Belege
Ballota foetida Lam., Ballota nigra var. urticifolia (Ortim. ex Rchb.) Rchb.f., Ballota sordida Salisb.
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Die Schwarznessel, auch Stink-Andorn, Schwarzer Andorn und Schwarzer Gottvergess genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Von den weltweit etwa 31 Arten der Gattung Schwarznesseln (Ballota) kommt nur diese eine Art in Mitteleuropa vor.
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Erscheinungsbild und Blatt Die Schwarznessel wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von etwa 30 bis 100 Zentimetern. Als Überdauerungsorgan wird ein kurzes, kriechendes Rhizom gebildet. Sie entwickelt meist mehrere aufrechte oder aufsteigende, meist ästige Stängel. Die oberirdischen Pflanzenteile sind in der Regel locker weich behaart, seltener fast zottig behaart oder fast kahl. Sie sind trübgrün und besonders im Herbst braunviolett angelaufen. Sie riechen unangenehm. Die mittleren Internodien des Stängels sind etwa 5 bis 12 Zentimeter lang. Die gegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 0,5 bis 3 Zentimeter lang. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 2 bis 7 Zentimetern sowie einer Breite von 1,5 bis 3,5 Zentimetern eiförmig bis fast kreisrund. Sie ist am Grunde schwach herzförmig, gestutzt oder keilförmig und ringsum fein gekerbt bis grob und oft unregelmäßig gesägt. Die Blattunterseite ist durch die stark hervortretenden Nerven runzlig. Die Blattspreite ist meist beiderseits behaart, oberseits aber oft verkahlend und etwas glänzend. Blütenstand Blüte und Frucht Meist vier bis zehn Blüten sind kurz aber deutlich gestielt und stehen meist in lockeren, oft kurz gestielten Zymen in den Achseln gewöhnlicher Stängelblätter. Die Vorblätter sind pfriemlich und halb so lang bis so lang wie die Kelche. Neben vormännlichen Zwitterblüten kommen auch rein weibliche Blüten vor. Die zygomorphen Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Der Kelch ist röhrig-trichterförmig, flaumig bis seidig-zottig behaart, mit zehn kräftig vortretenden Nerven und fünf begrannten Zähnen. Die Kronblätter sind bläulich-rot gefärbt. Die Kronröhre ist gerade, sie tritt aus dem Kelchschlund hervor und besitzt am Grunde einen Haarring. Die Oberlippe ist elliptisch, wenig gewölbt und außen angedrückt weiß behaart. Die Unterlippe ist ebenso lang wie die Oberlippe; sie ist dreilappig mit verkehrt-eiförmigem, oft ausgerandetem oder schwach gezähneltem Mittellappen. Sie ist herabgeschlagen und weißlich gezeichnet. Die Staubblätter sind nur am Grund schwach behaart. Es werden Klausenfrüchte gebildet. Die Nüsschen sind bei einer Länge von etwa 2 Millimetern eiförmig und ziemlich glatt. Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20 oder 22.
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Bei Ballota nigra handelt es sich um einen Hemikryptophyten oder Chamaephyten. Fremdbestäubung erfolgt durch zahlreiche Insektenarten wie Hummeln, andere Wildbienen, insbesondere Pelzbienen und die Späte Schlürfbiene, Fliegen und Schmetterlinge; auch spontane Selbstbestäubung ist erfolgreich. Es handelt sich um „Nektarführende Lippenblumen“. Als Nahrung dient sie den Raupen mehrerer Schmetterlingsarten, der Schwarznesselwanze sowie der Weichwanze Macrotylus horvathi. Durch die waagrecht stehenden Kelche können sie eine Schwerkraftausbreitung erfahren oder die dornspitzigen Kelchzähne bewirken eine Fruchtausbreitung durch Tiere. Auch Windausbreitung ist möglich.
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Die Erstveröffentlichung von Ballota nigra erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum. Ein Synonym für Ballota nigra L. ist Stachys ballota Kuntze. Von der Art Ballota nigra gibt es folgende 8 Unterarten: Ballota nigra subsp. anatolica P.H.Davis: Die 3 bis 4 (bis 5) mm langen Kelchzähne stehen fast waagrecht ab. Die Kronröhre ragt 3 mm weit aus dem Kelch heraus. Diese Unterart ist im nördlichen und mittleren Anatolien weit verbreitet und kommt auch in der europäischen Türkei und im nordwestlichen Iran vor. Ballota nigra subsp. anomala Greuter: Sie wurde 2012 aus Griechenland erstbeschrieben. Sie besitzt in den Buchten zwischen den 5 Kelchzähnen weitere kleine Zähne. Kurzzähnige Schwarznessel (Ballota nigra subsp. foetida (Vis.) Hayek; Syn.: Ballota nigra subsp. meridionalis (Bég.) Bég.; Ballota alba L.): Die nur 1 bis 2,5 (bis 3) mm langen, aufrechten Kelchzähne sind eiförmig und enden in einer plötzlich zusammengezogenen, nur 0,2 bis 0,5 mm langen Stachelspitze. Diese Unterart hat ihren Verbreitungsschwerpunkt im westlichen Mitteleuropa, ist aber auch nach Osteuropa verschleppt worden. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 5 (sehr nährstoffreich oder überdüngt), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental). Ballota nigra subsp. kurdica P.H.Davis: Die 1,5 bis 2 mm langen Kelchzähne ragen auseinander. Die Kronröhre ragt 5 mm weit aus dem Kelch heraus. Sie kommt im nördlichen Irak und im westlichen Iran sowie selten im östlichen Anatolien vor. Langzähnige Schwarznessel (Ballota nigra L. subsp. nigra): Die (2,5 bis) 4 bis 6,5 mm langen, schmal dreieckig-pfriemlichen Kelchzähne sind aufrecht bis aufrecht-abstehend und laufen in eine stechende, 2 bis 3 mm lange Granne aus. Die Kronröhre ragt höchstens wenig aus dem trichterförmigen Kelch heraus. Diese Unterart hat ihren Verbreitungsschwerpunkt im östlichen Mitteleuropa, ist aber auch nach Westeuropa verschleppt worden. Sie kommt von Europa bis zum Kaukasus vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 2+ (frischt), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 5 (sehr nährstoffreich oder überdüngt), Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental). Ballota nigra subsp. ruderalis (Sw.) Briq. (Syn.: Ballota ruderalis Sw.; Ballota nigra subsp. uncinata (Fiori & Béguinot) Patzak): Sie erinnert an Ballota nigra subsp. foetida, aber die Kelchzähne stehen weit ab, die Stachelspitze ist oft zurückgebogen oder widerhakig gekrümmt. Sie kommt in Makaronesien und im Mittelmeerraum vor. Ballota nigra subsp. sericea (Vandas) Patzak: Sie erinnert an Ballota nigra subsp. meridionalis, besitzt aber einen an der Spitze kaum erweiterten Kelch und eine seidig-filzige Behaarung mit glänzenden, sitzenden Drüsen. Sie kommt in Montenegro, in Albanien und Nordmazedonien sowie in Griechenland in Makedonien, Thessalien und auf Euböa vor. Ballota nigra subsp. velutina (Posp.) Patzak: Sie besitzt eine kurze, gräuliche, samtig-filzige Behaarung und erreicht nur Wuchshöhen von 30 cm. Die Kelchzähne stehen weit ab. Sie kommt in Dalmatien nordwärts bis Istrien vor und erreicht auch das benachbarte Italien. Dort ist sie sicher aus der Basilicata nachgewiesen und kommt möglicherweise auch in den Abruzzen vor.
cbd 2014 pathway:contaminant on tiers
terrestrisch
langlebig
etabliert
sträucher
kuschel
eutroph
Heimisch
Belgien (Flanders), Portugal (Madeira Island), Schweden
Eingeführt
Australien, Belarus, Belgien, Bulgarien, Kanada, Tschechien, Frankreich, Irland, Kirgisistan, Lettland, Niederlande (The Netherlands), Polen
Vereinigtes Königreich (Great Britain), New Zealand North, Pitcairninseln, Kirgizstan, Argentina Northeast, Wisconsin, Vereinigtes Königreich, Alabama, Maryland, New York
Weitere
Zypern, Dänemark, Finnland, Norwegen, Slowakei, Ukraine, Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States), Portugal, Rumänien, Sardegna, Sicilia, South European Russi
Spanien, Schweden, Transcaucasus, Tunesien, Turkey-in-Europe, Turkey, Yugoslavia, Albanien, Algerien, Azores, Baleares, Baltic States, Belarus, Belgien, Bulgarien, Canary Is., Central European Rus, Corse, Czechoslovakia, East Aegean Is., East European Russia, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Iran, Irak, Italien, Kriti, Krym, Lebanon-Syria, Libyen, Madeira, Marokko, North Caucasus, Northwest European R, Palestine, Polen
gemäßigtes Asien (WGSRPD:3)
Ballota nigra subsp. velutina
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