Pflanzenwissen · Art
Die Brechwurzel oder Brechwurz, auch Ruhrwurzel, Speiwurzel, Kopfbeere genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).
Pflege
Für diese Art liegen uns noch keine geprüften Pflegehinweise vor.
Frag die Community — kostenloses Konto →Weltkarte
Marktplatz
Noch niemand hat diese Art im Angebot.
Steht sie bei dir zu eng? Ein Ableger findet hier schnell ein neues Zuhause.
Belege
Callicocca ipecacuanha Brot., Cephaelis acuminata H.Karst., Cephaelis ipecacuanha (Brot.) A.Rich., Cephaelis ipecacuanha (Brot.) Willd.
Nächster Schritt
Beschreib dein Problem in der Pflanzenhilfe. Mit Foto antwortet meist noch am selben Tag jemand, der dieselbe Pflanze zu Hause hat. Aus Rücksicht auf die Fragenden lesen die Anfragen nur angemeldete Mitglieder — mitmachen kostet nichts.
Die Brechwurzel oder Brechwurz, auch Ruhrwurzel, Speiwurzel, Kopfbeere genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Sie ist auch unter ihrem portugiesischen Trivialnamen Ipecacuanha oder spanisch Ipecacuana bekannt. Ihr „Wurzelstock“ wird in der Medizin verwendet, um Ipecacuana-Sirup – ein starkes Brechmittel – herzustellen.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Die Brechwurzel wächst als immergrüner kleiner Halbstrauch oder als ausdauernde krautige Pflanze bis auf Wuchshöhen von etwa 40–50 Zentimetern. Am Wurzelstock werden viele Wurzeln gebildet, die von einer dicken, geringelten, eingeschnürten Rinde umgeben sind. Es wird meist ein einzelner, kurzer Stamm oder Stängel gebildet, der nur im oberen Bereich beblättert ist. Die gegenständig angeordneten, einfachen und kurz gestielten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die einfache, ledrige und dunkelgrüne Blattspreite besitzt einen ganzen Rand. Sie ist eiförmig bis verkehrt-eiförmig oder elliptisch, bespitzt bis spitz und oberseits rau und unterseits weich behaart bis kahl. An der Basis jeden Blattpaares befinden sich zwei langfransige Nebenblätter. In endständigen und köpfchenförmigen Blütenständen (dichte Rispen, Zymen), die von vier großen, eiförmigen Tragblättern umgeben sind, stehen die Blüten mit kleinen Deckblättern zusammen. Die zierliche, kleine, vier- oder fünfzählige, süßlich, aromatische Blüte mit doppelter Blütenhülle ist zwittrig, trichterförmig und besitzt eine weiße Farbe. Der Kelch ist nur minimal ausgebildet, mit winzigen Zähnchen. Es sind 4–5 Staubblätter mit pfeilförmigen Antheren oben am behaarten Schlund vorhanden. Der Fruchtknoten ist unterständig, mit einem schlanken Griffel mit zwei Narbenästen. Staub- und Fruchtblätter sind dimorph bzw. heterostyl, das bedeutet, dass bei einigen Blüten die Staubblätter lang sowie die Stempel kurz sind und bei den anderen Blüten ist es umgekehrt. Die erst purpurrote, später blauschwarze, rundliche und glatte, zweikammerige, ein-, zweisamige, beerenartige Steinfrucht mit Kelchresten ist fleischig und bis 12 Millimeter lang.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
In der Medizin wird der „Wurzelstock“ (Radix Ipecacuanhae) verwendet, der sich einige wenige Male verzweigt. Auf dem Markt werden verschiedene Sorten angeboten (grau, rot, braun), die von derselben Art stammen. Unterschiede im Aussehen gehen auf das Alter und die Bewässerung zurück. Es sind verschiedene Ipecacuanha-Alkaloide enthalten. Jean Adrien Helvétius (1661–1727) wandte die Droge bereits 1680 bei Dysenterie an. Da laut Theodor Husemann die Wirksamkeit nur bei tropischer Dysenterie vorliegt, wurde sie danach als Emetikum verwendet. Als schließlich das Apomorphin entdeckt wurde, das eine höhere emetische Wirksamkeit zeigt, ersetzte es die Brechwurzel. Ipecacuana ist sehr giftig und kann zu blutigen Durchfällen und Krämpfen bis zum Schock bzw. Koma führen. Es enthält die Alkaloide Emetin und Cephaelin. Aus der Brechwurzel bereitete Medikamente sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Ipecacuanha wurde danach noch als Expektorans verwendet. Das enthaltene Emetin wurde 1817 von Pierre-Joseph Pelletier und François Magendie isoliert und T. Gordonoff zeigte mittels Röntgenkontrastmittel in der Trachea die Unterschiede zwischen der sekretomotorischen und sekreotolytischen Expektoranswirkung. Als Darreichungsform wurde ein Sirup gewählt, z. B. der Brechwurzelsirup (Sirupus Ipecacuanhae) aus der 6. Ausgabe des deutschen Arzneibuchs (DAB 6). In Deutschland wurde Ipecacuanha Menschen verabreicht, die des Drogenhandels verdächtigt wurden. Damit sollten Beweismittel sichergestellt werden, die durch Verschlucken versteckt werden können. Im Zusammenhang mit dem Einsatz von Ipecacuanha starben dabei wenigstens zwei Menschen. Im Jahr 2001 starb der herzkranke Achidi John nach Brechmittelgabe durch die Polizei. Diese Methode wurde dabei insbesondere in Hamburg, Bremen und Berlin regelmäßig eingesetzt.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Heimisch
Brasilien, Kolumbien (Antioquia, Bolívar, Chocó, Córdoba, Meta)
Eingeführt
Indien, Caroline Is.
Weitere
Brazil South, Brazil West-Central, Kolumbien, Costa Rica, Nicaragua, Panama, Brazil Northeast, Brazil North, Brazil Southeast
Die Brechwurzel kommt in den tropischen Tieflandregenwäldern Mittel- und Südamerikas von Nicaragua bis Brasilien vor. Sie wächst langsam, so dass sie für eine Plantagenkultur eigentlich nicht geeignet ist. Gelegentlich ist sie jedoch in Südamerika, aber auch in Indien in Kultur genommen worden. Fundorte gibt es in Costa Rica, im südöstlichen Nicaragua, Panama, Kolumbien sowie in Ecuador (nur in Napo) und in Brasilien.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle