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Die Zwiebel-Zahnwurz, auch als Zwiebeltragende Zahnwurz oder Zwiebel-Schaumkraut oder Knöllchentragende Zahnwurz bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schaumkräuter (Cardamine) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).
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Vegetative Merkmale Die Zwiebel-Zahnwurz wächst als sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 60, selten bis zu 70 Zentimetern. Das waagerecht kriechende ausläuferartige Speicher-Rhizom ist mit zahnförmigen Niederblattnarben besetzt. Der aufrechte Stängel ist unverzweigt und im unteren Bereich manchmal kurz behaart aber sonst mehr oder weniger kahl. In den Blattachseln befinden sich bei einer Länge von 3 bis 7 Millimetern kleine, eiförmige bis kugelige, braunlich-violette Brutknöllchen (Brutknospen, Bulbillen). Es sind meist keine Grundblätter vorhanden. Stängelblätter sind ziemlich zahlreich vorhanden. Die unteren Stängelblätter sind oft quirlig angeordnet und unpaarig gefiedert und besitzen drei bis sieben Blättchen, die oberen sind kleiner und ungeteilt. Die ungestielten Blättchen sind bei einer Länge von 3 bis 10 Zentimetern lanzettlich, an beiden Enden spitz und am grob gezähnten oder gesägten Rand kurz behaart. Generative Merkmale Der traubige Blütenstand ist kurz und enthält vier bis zwölf Blüten. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind bei einer Länge von 5 bis 7 Millimetern länglich-eiförmig mit stumpfem oberen Ende, grünlich gefärbt und besitzen einen weißlichen bis blassviolettlichen Hautrand. Die vier blassvioletten bis rosafarbenen, selten weißlich Kronblätter sind bei einer Länge von 12 bis 20 Millimetern verkehrt-eiförmig. Die 20 bis 35 Millimeter langen sowie etwa 2,5 Millimeter dicken Schoten sind mit reifen Samen fast nie zu beobachten. Chromosomensatz Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 8; es liegt Dodekaploidei mit einer Chromosomenzahl von 2n = 12x = 96 vor. Sie ist vermutlich alloploiden Ursprungs und durch Chromosomen-Verdoppelung bei der Bastardierung von Elternarten aus eiszeitlichen Waldrefugien entstanden.
Deutsch
Zwiebel-Zahnwurz
Englisch
Coralroot · Coralroot bittercress · Coralroot Bittercress
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Verbreitung Cardamine bulbifera ist von Mitteleuropa bis Frankreich, Südengland, Südskandinavien und Südosteuropa verbreitet. Nach Osten reicht ihr Verbreitungsgebiet bis in den Kaukasusraum. Sie kommt in Mitteleuropa sehr zerstreut vor. Es gibt in Europa Fundortangaben für Deutschland, Österreich, Liechtenstein, die Schweiz, Italien, Monaco, Frankreich, Belgien, Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, Belarus, Polen, das Vereinigte Königreich, Ungarn, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, die Republik Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien, den Kosovo, die Slowakei, Slowenien, Albanien, Armenien, Griechenland, die Türkei, die Ukraine und die Krim. In Deutschland ist die Zwiebel-Zahnwurz in der Mitte des Gebiets zerstreut bis streckenweise verbreitet zu finden, darüber hinaus ist sie selten; häufiger kommt sie z. B. auf Basaltschutthängen auf Muschelkalkuntergrund in der Rhön vor. In Österreich tritt sie häufig bis zerstreut auf. In der Schweiz kommt sie meist selten vor, gilt dort als „nicht gefährdet“. Ein bedeutendes Vorkommen befindet sich am Růžovský vrch (Rosenberg) in Tschechien. Standortansprüche Sie kommt in Buchenwäldern vor. Die Zwiebel-Zahnwurz wächst in Buchenwaldgesellschaften aus dem Verband Fagion, kommt aber auch in feuchten Pflanzengesellschaften des Verbands Carpinion vor. Die Zwiebel-Zahnwurz gedeiht am besten auf frischen, nährstoffreichen, lockeren, oft kalkreichen Mull- und Lehmböden. Sie steigt nach Oberdorfer 2001 in den Alpen bis in Höhenlagen von etwa 1430 Metern auf, nach Markgraf 1958 bis 1600 Meter. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan bis ober-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).
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Die Laubblätter werden roh oder gegart gegessen; sie schmecken würzig kresseähnlich. Die relativ kleinen Brutknöllchen werden roh oder gegart gegessen; sie schmecken mild kresseähnlich. Die unterirdischen Pflanzenteile werden roh oder gegart gegessen; sie schmecken angenehm scharf.
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