Pflanzenwissen · Art
Das Echte Tausendgüldenkraut, auch Kopfiges Tausendgüldenkraut genannt, ist eine formenreiche Pflanzenart in der Gattung der Tausendgüldenkräuter (Centaurium).
Pflege
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Sortenvielfalt
Centaurium erythraea subsp. apertum
Centaurium erythraea subsp. apertum (H.Lindb.) GreuterCentaurium erythraea subsp. bernardii
Centaurium erythraea subsp. bernardii (Maire & Sauvage) GreuterCentaurium erythraea subsp. enclusense
Centaurium erythraea subsp. enclusense (O.Bolòs, Molin. & P.Monts.) O.Bolòs & VigoCentaurium erythraea subsp. erythraeaCentaurium erythraea subsp. grandiflorum
Centaurium erythraea subsp. ihodense (Boiss. & Reut.) Melderis, 1972Centaurium erythraea subsp. limoniiforme
Centaurium erythraea subsp. majus
Centaurium erythraea subsp. rhodense
Centaurium erythraea subsp. rhodense (Boiss. & Reut.) MelderisMarktplatz
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Belege
Centaurium capitum (Willd.), Centaurium erythraea subsp. austriacum Ronniger
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Das Echte Tausendgüldenkraut, auch Kopfiges Tausendgüldenkraut genannt, ist eine formenreiche Pflanzenart in der Gattung der Tausendgüldenkräuter (Centaurium). Das Echte Tausendgüldenkraut wurde 2004 zur Heilpflanze des Jahres gekürt.
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Vegetative Merkmale Das Echte Tausendgüldenkraut wächst als sommergrüne ein- bis zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50, selten bis zu 60 Zentimetern. Der meist aufrechte Stängel ist hohl. Die kahlen, ganzrandigen, einfachen Laubblätter stehen in einer auffälligen grundständigen Rosette zusammen und sind kreuzgegenständig am Stängel verteilt. Die Grundblätter sind bei einer Länge von 20 bis 40 Millimetern breit-länglich mit gerundetem oberem Ende. Die sitzenden Stängelblätter sind bei einer Länge von meist 1 bis 3 Zentimetern sowie einer Breite von 5 bis 15 Millimetern verkehrt-eiförmig bis länglich-elliptisch oder lanzettlich, aber ihr oberes Ende ist spitz; sie werden mit zunehmender Höhe am Stängel kleiner. Generative Merkmale Die Hauptblütezeit reicht von Juni bis September. Es wird ein lockerer bis dichter, zusammengesetzter, trugdoldiger Blütenstand gebildet, dessen zymöse Teilblütenstände oft oben abgeflacht sind. Fast direkt über jeweils zwei Tragblättern befinden sich die mehr oder weniger sitzenden Blüten. Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 9 bis 15 Millimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen mit spitzen Zipfeln; der Kelch ist mit 4 bis 7 Millimetern Länge halb bis zwei Drittel so lang wie die Kronröhre. Die fünf zumeist hell-roten bis kräftig rosafarbenen, selten weißlichen Kronblätter sind röhrig verwachsen. Die Krone ist 12 bis 15 Millimeter lang. Die Kronlappen sind 5 bis 7 Millimeter lang und fein-flaumhaarig. Die fünf Staubblätter sind in einem Kreis angeordnet und nahe dem Schlund angeheftet. Die nicht geöffneten Staubbeutel sind 2 bis 3 Millimeter lang. Sie ragen aus der Kronröhre heraus. Nach dem Verstäuben sind sie korkenzieherartig gedreht. Der Griffel ist schlank. Heterostylie oder Herkogamie, ist nach Hegi nicht oder nur wenig ausgebildet. Zudem können lange und kurze Griffelformen bei Blüten derselben Pflanze vorkommen, die außerdem zahlreiche Mittelstufen aufweisen. Die Griffellänge wie auch die Blütengröße richtet sich nach der Anzahl der Bestäuber in einem Gebiet. In neueren Florenwerken wird Heterostylie beim Echten Tausendgüldenkraut allerdings nicht aufgeführt. Die zweilappige Narbe ist länglich. Die zweiklappige, 7 bis 9 Millimeter lange Kapselfrucht bleibt vom Kelch umschlossen. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40 bei einer Chromosomengrundzahl von n = 10 (tetraploid).
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Das Echte Tausendgüldenkraut ist einjährig, sommerannuell oder eine winterannuelle bis zweijährige Halbrosettenpflanze. Als sommerannuelle Pflanze, die sich ausschließlich über Samen reproduziert, entspricht die Lebensform der eines Therophyten, als Winterannuelle, mit wintergrüner Rosette überwinternd, der eines Hemikryptophyten. In Deutschland ist die Lebensdauer meist zweijährig. Ob es dort auch winterannuell auftritt, ist ungeklärt. Blütenökologisch handelt es sich um „Pollen-Stieltellerblumen“, die nur bei Sonne und mindestens 20 °C geöffnet sind. Statt Nektar wird „anbohrbares Gewebe“ angeboten. Es findet reicher Insektenbesuch statt, u. a. auch durch Falter. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Fliegen und Käfer. Vielleicht ist auch Selbstbestäubung möglich. Die Lebensdauer einer Blüte beträgt etwa fünf Tage. Die abgestorbenen Pflanzenexemplare sind Windstreuer. Außerdem werden die Samen wohl auch durch Regen verschwemmt. Es sind Lichtkeimer.
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Die formelle Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen Gentiana centaurium durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 229. In der Gattung Centaurium erfolgte die Publikation 1800 als Centaurium erythraea durch Carl Gottlob Rafn in Danmarks og Holsteens Flora, Band 2, S. 75–77. Das Artepitheton erythraea bedeutet „rötlich“. Synonyme für Centaurium erythraea Rafn sind: Centaurium minus Moench, nom. rej., Centaurium minus subsp. austriacum (Fritsch) O.Schwarz, Centaurium umbellatum Beck, nom. inval. Centaurium umbellatum subsp. austriacum Fritsch, Erythraea capitata Willd., Erythraea lomae Gilg, Centaurium latifolium (Sm.) Druce, Erythraea centaurium (L.) Pers., Centaurium erythraea subsp. austriacum (Fritsch) Holub, Centaurium erythraea subsp. austriacum (Fritsch) Kožuharov & Petrova, Centaurium erythraea subsp. capitatum (Willd.) Jovet & R.Vilm., Centaurium umbellatum subsp. capitatum (Willd.) P.Fourn.. Von Centaurium erythraea gibt es je nach Autor viele Unterarten: Centaurium erythraea Rafn subsp. erythraea Centaurium erythraea subsp. apertum (H.Lindb.) Greuter: Sie kommt in Marokko und in Algerien vor. Centaurium erythraea subsp. bernardii (Maire & Sauvage) Greuter: Sie kommt in Marokko vor. Centaurium erythraea subsp. bifrons (Pau) Greuter: Sie kommt in Marokko vor. Centaurium erythraea subsp. enclusense (O.Bolòs, Molin. & P.Monts.) O.Bolòs & Vigo: Sie kommt auf Menorca vor. Centaurium erythraea subsp. grandiflorum (Pers.) Melderis: Sie kommt auf den Azoren, in Portugal, Spanien und Sizilien vor. Centaurium erythraea subsp. limoniiforme (Greuter) Greuter: Sie kommt in Griechenland vor. Centaurium erythraea subsp. majus (Hoffmanns. & Link) M.Laínz: Sie kommt auf den Azoren, in Nordafrika und in Südeuropa vor. Centaurium erythraea subsp. rhodense (Boiss. & Reut.) Melderis: Sie kommt in Marokko, in Südeuropa, in Mitteleuropa und in der Türkei vor. Centaurium erythraea subsp. rumelicum (Velen.) Melderis: Sie kommt in Südeuropa und in der Türkei vor. Centaurium erythraea subsp. ruthenicum (Velen.) Melderis: Sie kommt in der Ukraine vor. Centaurium erythraea subsp. suffruticosum (Griseb.) Greuter: Sie kommt in Marokko, Algerien, Tunesien, in Spanien und in Frankreich vor. Centaurium erythraea subsp. turcicum (Velen.) Melderis: Sie kommt in Süd-, Mittel- und Osteuropa und in der Türkei vor. Das Echte Tausendgüldenkraut bildet mit anderen Arten der Gattung Hybriden: Centaurium ×intermedium (Wheldon) Druce: Eltern: Centaurium erythraea × Centaurium littorale Centaurium ×aschersonianum (Seemen) Hegi: Eltern: Centaurium erythraea × Centaurium pulchellum
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mesotrophic
terrestrial
shortlived
sedentary
cuddly
urban
dunes
Heimisch
Belgien (Flanders), Dänemark, Schweden
Eingeführt
Australien, Bolivien, Brasilien, Kanada (Newfoundland), Chile, Ecuador, Japan, New York, New Zealand South, Newfoundland, North Carolina, California
Canary Is., Northern Territory, Nova Scotia, Ohio, Ontario, Oregon, Costa Rica, Pennsylvania, Peru, Queensland, Québec, Rhode I., Réunion, New Zealand North, Jamaika, Brazil Southeast, Brazil South, Maryland, Massachusetts, Michigan, Montana, British Columbia, New South Wales, Argentina South, Idaho, Indiana, Vermont, Victoria, Virginia, Washington, West Virginia, Western Australia, South Australia, Georgia, Tasmania, Hawaii
Weitere
Chile (Los Lagos Region, Aysén Region), Kolumbien (Nariño, Putumayo), Dänemark, Norwegen, Vereinigte Staaten (Vermont-US), Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States), Vereinigte Staaten (Hawaii), Usbekistan, Jemen, Yugoslavia, Santuario de Flora y Fauna Galeras, Global
Afghanistan, Albanien, Algerien, Altay, Österreich, Azores, Baleares, Baltic States, Belarus, Belgien, Bulgarien, Central European Rus, Corse, Zypern, Czechoslovakia, East Aegean Is., East European Russia, Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Griechenland, Ungarn, Iran, Irak, Irland, Italien, Kasachstan, Kriti, Krym, Lebanon-Syria, Marokko, Niederlande, North Caucasus, North European Russi, Northwest European R, Pakistan, Palestine, Polen, Portugal, Rumänien, Sardegna, Sicilia, South European Russi, Spanien, Schweden, Schweiz, Tadzhikistan, Transcaucasus, Tunesien, Turkey-in-Europe, Turkey, Turkmenistan, Ukraine
Es gibt Fundortangaben in fast ganz Europa mit Ausnahme des nordwestlichen Skandinaviens verbreitet. Außerhalb Europas hat es ursprüngliche Vorkommen in Vorderasien bis Pakistan, in Zentralasien bis zur Republik Altai, im Jemen, Marokko, Algerien und Tunesien. Das Tausendgüldenkraut kommt zerstreut auf sonnigen, halbtrockenen bis frischen Wiesen und Waldlichtungen bis in Höhenlagen von 1400 Metern vor. In den Allgäuer Alpen steigt es am Grünten in Bayern bis zu einer Höhenlage von 1000 Metern auf. Das Echte Tausendgüldenkraut ist in Deutschland (auf Grundlage der Bundesartenschutzverordnung) besonders geschützt. Nach Ellenberg ist das Echte Tausendgüldenkraut eine Lichtpflanze, intermediär und ein Frischezeiger. Es ist eine Charakterart der Ordnung der Waldlichtungs-Fluren und -Gebüsche (Atropetalia), kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Mesobromion, Violion oder der Ordnung Origanetalia vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w+ (feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).
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Centaurium erythraea subsp. rumelicum
Centaurium erythraea subsp. suffruticosum
Centaurium erythraea subsp. turcicum