Pflanzenwissen · Art
Art der Gattung Alpenveilchen (Cyclamen)
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Sortenvielfalt
Cyclamen purpurascens subsp. immaculatum
Cyclamen purpurascens subsp. purpurascens
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Belege
Cyclamen aestivum Rchb., Cyclamen breviflorum Jord., Cyclamen clusii Lindl., Cyclamen cordifolium Stokes, Cyclamen coum Rchb., Cyclamen cyclophyllum Jord.,
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Das Europäische Alpenveilchen, auch Wildes Alpenveilchen, Zyklame, Erdscheibe oder Erdbrot sowie kurz Alpenveilchen genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Alpenveilchen (Cyclamen).
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Vegetative Merkmale Das Europäische Alpenveilchen ist eine teilweise immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 15 Zentimetern erreicht. Es besitzt eine im Boden liegende, scheibenförmig abgeplattete Knolle als Überdauerungsorgan. Die Knolle bildet sich allein durch eine Verdickung des Hypokotyls, des Sprossachsenbereichs zwischen Wurzelhals und erstem Keimblatt und wird deshalb „Hypokotylknolle“ genannt. Die grundständigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der behaarte Blattstiel ist relativ lang. Die einfach, fast ganzrandige oder schwach gezähnte Blattspreite besitzt eine nieren- bis herzförmige Form mit gerundeten Blattlappen. Die Oberseite der Blattspreite ist meist dunkelgrün mit helleren Flecken und Streifen, die Unterseite rötlich. Absterben und Neuaustrieb der Blätter erfolgen mehr oder weniger zeitgleich. Generative Merkmale Die Blüten stehen einzeln nickend an einem langen, behaarten Stiel, der zur Fruchtzeit spiralig eingerollt ist. Die durch wohlriechende ätherische Öle duftenden, zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die behaarten Kelchblätter sind eiförmig und gezähnt. Die Krone ist karminrot, am Schlundeingang zur 4 bis 8 Millimeter langen Röhre dunkler rot, mit 15 bis 25 Millimeter langen, zurückgeschlagenen Kronzipfeln. Der Schlund der Krone beträgt 6 bis 10 Millimeter im Durchmesser. Die Antheren sind dreieckig, fast ungestielt, auf dem Rücken schwach warzig und gelb mit violettem Mittelstreif. Der Griffel ragt gar nicht oder höchstens 2 Millimeter aus dem Kronschlund hervor. Blütezeit: Juli bis September. Die Kapselfrucht ist kugelig, hat 9 Millimeter Durchmesser und ist zweimal so lang wie der Kelch. Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34. Giftwirkung Die Knolle ist durch Triterpensaponine, u. a. (Cyclamin) stark giftig. Für den Menschen können schon 0,3 g der Knolle toxisch sein, höhere Dosen können schließlich zum Tod durch Atemlähmung führen. Tiere reagieren unterschiedlich auf die Droge. Schweine sind weniger empfindlich, bei Fischen rufen schon geringste Dosen Bewusstlosigkeit hervor. Sie besitzt mit 390000 den höchsten bisher gemessenen hämolytischen Index. Das heißt, dass 1 g Droge aufgelöst in einem Volumen bis zu 390 l eine lytische Aktivität von roten Blutkörperchen aufweist.
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Zierpflanze Als Zierpflanze wird das Europäische Alpenveilchen gelegentlich im Steingarten und an Rändern von Gehölzen angepflanzt. Es benötigt kalkhaltige Böden und einen halbschattigen Standort. Verwechslungsmöglichkeit: Bei den als Topfpflanzen verwendeten Alpenveilchen handelt es sich um Sorten des Zimmer-Alpenveilchens (Cyclamen persicum), einer Pflanzenart, die in Griechenland, der Türkei, Zypern und im westlichen Syrien beheimatet ist. Heilpflanze Madaus stellt fest, dass seit der Antike immer nur der Wurzelstock mit Wurzeln, bei Plinius „tuber terrae“ genannt, als Heilmittel gebraucht wurde, der auch getrocknet seine Wirkung behält. Ernte ist im Herbst. Bei Hippokrates ist Cyclamen ein Uterusmittel, Dioscurides nennt es als Emmenagogum und Abortivum, bei Schlangenbiss, Augenleiden, Gicht, Milzleiden und Darmvorfall. Das Mittelalter nutzte die Knolle in Salben zu Einreibungen oder als Pulver auf Geschwüre, geschnitten auf Strumata gelegt. Paracelsus gab Cyclamen als „Wundtrank“ und „gutes Laxativum durch die Poren“. Lonicerus lobt es als uterusreinigend, emmenagog, bei Aszites und Milzverstopfung, das Pulver für Fisteln und alte Wunden. Veleslavin nennt es 1596 bei Nasenbluten und unregelmäßiger Menstruation. Laut Matthiolus hilft es bei Ikterus, treibt „zähe Feuchtigkeit“ aus, schon auf den Bauch gestrichen purgiere es oder treibe gar ab. Auch bei Weinmann treibt es Schleim, Wasser, Monatsblut und Frucht aus, reinigt aber auch Gefäße und Nasenwege, hilft bei Ikterus, bei Sehstörungen und bei Verrenkungen. Nach von Haller zerteilt es hartnäckige Geschwüre. Leclerc gab bei Ohrensausen zwei bis drei Mal täglich fünf Tropfen Tinktur. Haehl empfahl es bei Hemikranie mit Menstruationsstörung und Schwäche, Wurmb habe ein Schielen damit geheilt. Cyklamen-Tollköder Die betäubende Wirkung auf Fische (s. o.) des Alpenveilchens ist seit der Antike, etwa bei Oppian in seinem Lehrgedicht Halieutika, bekannt und wurde für sogenannte Tollköder zum Fischfang eingesetzt, so auch beschrieben in einem 1570 erschienenen Kompendium für Jagd-, Vogel- und Fischfang von Conrad Heresbach.
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Das Europäische Alpenveilchen ist ein Knollen-Geophyt mit Hypokotylknolle. Ausgegrabene Knollen können auch ohne Erde und Wasser austreiben. Die Blütenstiele besitzen fast kein Festigungsgewebe und stehen daher nur bei optimaler Wasserversorgung aufrecht. Vegetative Vermehrung ist durch kurze Ausläufer möglich. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Blütenökologisch handelt es sich um vormännliche „Glockenblumen mit Streukegel“. Sie bieten keinen Nektar an. Sie besitzen zwar zuckerreiches, anbohrbares Gewebe, das jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach keine ökologische Funktion innehat. Die Bestäubung erfolgt durch Hummeln, auch Selbstbestäubung ist möglich. Die kugelige Kapselfrucht öffnet sich klappig am oberen Ende. Das Europäische Alpenveilchen ist ein Selbstaussäer. Die Fruchtstiele sind spiralig gedreht und bei der Reife niederliegend. Die Früchte öffnen sich im Juli bis August des Folgejahres. Gewöhnlich sind sie dann von Laub bedeckt, was für die Samen als Dunkelkeimer die Keimung begünstigt. Die Samen besitzen einen Ölkörper, ein Elaiosom, womit die Ausbreitung durch Ameisen unterstützt wird.
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