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Das Breitblättrige Knabenkraut, auch Breitblättrige Fingerwurz genannt, ist eine auf ungedüngten Feuchtwiesen noch gelegentlich anzutreffende Orchideenart. Der Gattungsname Dactylorhiza kommt von den fingerartigen Wurzelknollen. Das Art-Epitheton majalis weist auf den Blütemonat Mai hin.
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Es sind ausdauernde krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von 15 bis 40 cm, kräftige Pflanzen auch von 60 cm, erreichen. Die drei bis acht dunkel gefleckten Laubblätter sind am Stängel verteilt. Die unteren Laubblätter sind eiförmig bis eiförmig-lanzettlich mit einer Länge von 6 bis 18 cm und einer Breite von 1,5 bis 3,5 cm. Die oberen Laubblätter werden zunehmend kleiner und sind mehr lanzettlich geformt. Die Tragblätter sind ungefähr so lang wie die Blüte, sie bedecken diese vor dem Aufblühen. Der 4 bis 15 cm lange, dichtblütige Blütenstand ist zunächst konisch, im aufgeblühten Zustand deutlich zylindrisch und enthält 7 bis 40 Blüten. Die Blüten sind purpurrot, selten hellrosa oder weiß gefärbt. Die seitlichen Blütenhüllblätter des äußeren Kreises des Perigons stehen schräg oder senkrecht nach oben. Sie sind 7 bis 12 mm lang und 2,5 bis 5 mm breit. Das mittlere Blütenhüllblatt ist kleiner und bildet mit den beiden seitlichen Blütenhüllblättern des inneren Kreises einen „Helm“. Diese sind 6 bis 11 mm lang. Die dreilappige Lippe ist 5 bis 10 mm lang und 7 bis 14 mm breit. Die Lippenform und das Lippenmuster sind variabel. Im helleren, mittleren Bereich der Lippe setzt sich die Zeichnung aus Linien, Strichen oder Punkten zusammen. Der Sporn ist etwas abwärts gebogen und knapp so lang wie der Fruchtknoten. Die Blütezeit beginnt in tieferen Lagen bereits Anfang Mai und endet in höheren Lagen Ende Juli. Die untersten Blüten öffnen sich meist schon, bevor der Stängel seine endgültige Höhe erreicht hat. Die Knolle ist flach und dreiteilig-handförmig. Die Chromosomenzahl beträgt in der Regel 2n = 80.
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Blüte. Dunkelrot, Lippe mit dunkler Zeichnung. 5 - 6.
Verbreitung. Im Norden selten; im Süden zerstreut; in kleinen Populationan; ausserhalb überbauter Zonen. 2: Filteranlagen Moos (1993, 200 Ex., 1999). 9: Hub (1989, 1998). 11 / 32: Allmend Affoltern (R. H. 1994); Seeholzried (R. H. 1994); Furtbachried (R. H. 1 Ex., 1980, 1 Ex., 1997); Erlenhölzliried (R. H. 1994); Katzenwiesen (R. Irniger 1991). 12: Friedhof Schwamendingen (1996). 24: Langweid (1989; 1994). 24: Rossweid (AGEO 1992). ADb: Rossweid, 681.09 / 240.67 (2002); nördl. Hermen, 6 81.22 / 239.18 (2002); südwestl. Hermen, 681.31 / 238.90 (wenige Ex., 2002). AEa: Türlersee, nördl. Ausfluss, 680.31 / 236.52 (2003); Nordwestende des Türlersees, 680.16 / 236.54 (zahlreiche Ex., 2003); Setziweiden, südl. von Setzi, 679.66 / 236.40 (wenige Ex., 2003); nordwestl. Obertal, 680.29 / 237.59 (zahlreiche Ex., 2003). HAa: Bann westl. Schweikhof, nördl. Teil, 685.02 / 231.33 (2000); südöstl. Türlersee, 681.17 / 235.30 (zahlreiche Ex., 2002). HIc: Streuweid (2001); rechtes Sihlufer zw. Sihlmatt und Schiffli, 687.84 / 229.39 (2008); nordwestl. Chalbisau, 687.19 / 230.35 (zahlreiche Ex., 2002); zw. Unter Halden und Neuhalden, 678.76 / 231.41 (2005); Ägertenried, 688.94 / 230.13 (mehrere Ex., 2003); Spitzenmoos, nördl. Teil, 6 89.84 / 230.06 (mehrere Ex., 2003). HOc: Erlenmoos (vereinzelt, 2000); südl. Bergweier (wenige Ex., 2002).; Grindelried (2002); Chlausenried (2002); westnordwestl. Unterhus, 686.40 / 2 33.22 (2001). HUc: Hüttensee, 692.75 / 226.13 (2006); nördl. Rebgarten, 692.67 / 226.15 (2007). LAb: Mittel-Albis, 682.21 / 236.81 (2001); Langnauer Berg, im oberen Teil (2000); Summerhalden (2000). MEe: nordwestl. Buechmatt, 689.12 / 225.91 (2006); Hangmoor westl. Chlausenchappeli, 692.10 / 223.09 (2007); östl. Hintercher, 689.73 / 226.04 (2007). NEe: nördl. Sennweid, 687.52 / 229.55 (2008). OBc: Stumpenhölzlimoos, 685.6 / 235.6 (2000, 2003); südl. Stumpenhölzlimoos, 685.54 / 235.48 (2002). SCc: nordwestl. Gschwänd, 691.42 / 226.47 (2009); östl. Sagen, 690.40 / 227.67 (wenige Ex., 2006); südöstl. Hinterberg, 690.12 / 228.21 (2007); Rechbergmoos, südöstl. Teil, 690.37 / 229.01 mehrere Ex., 2010). Chaltenboden, nordwestl. Ried, 691.05 / 229.29 (2010) und 691.43 / 229.05 (2010); nordöstl. Teufenbachweiher, 690.91 / 226.29 (2007); östl. des Dorfes, 691.85 / 227.34 (2007); Gubel, 689.8 / 227.8 (zahlreich im ganzen Ried, 2006). STa: Hatzental, 679.66 / 243.33 (2003). THc: südlich Gattiker-Weiher (2001). WAc: nordöstl. Sennhus, 690.24 / 230.63 (2007); östl. Mugeren, 690.72 / 230.21 (2010). WOc: nordwestl. Nümüli, 694.31 / 226.54 (2006); Schöni, 695.12 / 226.67 (2007). U: 1, H: 1 / 2, E: 4> 3, W: I. - Europa. Veränderungen. = /> />. - f, g, h, o. -
Das Breitblättrige Knabenkraut wächst hauptsächlich auf stickstoffarmen feuchten bis nassen Wiesen, die aus verschiedenen Pflanzengesellschaften bestehen. Seltener ist es in Niedermooren zu finden. Die Pflanze liebt unbeschattete, sonnige Standorte. Die Pflanzengesellschaften sind: Ordnung Molinietalia caerulae (Nasse Staudenfluren) Verband Caricion nigrae Ordnung Tofieldietalia (Kleinseggenriede) Verband Caricion davallianae (Kalksümpfe) (Aufschlüsselung siehe Pflanzensoziologische Einheiten nach Oberdorfer) Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich in Europa von den Pyrenäen bis zum Baltikum und an den Don und außerhalb Europas bis Sibirien. Südlich der Alpen kommt das Breitblättrige Knabenkraut nicht vor, in Südskandinavien ist es selten. In Europa kommt es in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Portugal, Island, Albanien, Bulgarien, Griechenland, Moldau und in der Türkei. Nach Baumann und Künkele hat diese Art in den Alpenländern folgende Höhengrenzen: Deutschland 2–1707 Meter, Frankreich 0–2370 Meter, Schweiz 360–2536 Meter, Liechtenstein 430–1900 Meter, Österreich 120–2300 Meter, Italien 30–2250 Meter, Slowenien 180–1400 Meter und in Europa 0–2536 Meter. Es ist ein Florenelement der zentral- und westsubmediterranen, pannonischen, süd- und mittelatlantischen, subatlantischen und zentraleuropäischen Florenzonen, möglicherweise auch der pontischen Florenzone. In Deutschland ist das Breitblättrige Knabenkraut noch mit mehreren Lücken weit verbreitet, es sind jedoch viele Standorte bereits erloschen, besonders von West- bis Norddeutschland. In der Schweiz ist das Breitblättrige Knabenkraut ebenfalls noch ausreichend weit verbreitet. Eine deutliche Lücke befindet sich südlich der Aare zwischen Aarau und dem Neuenburgersee.
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Verbreitungsmuster. m.
Das Breitblättrige Knabenkraut ist ein Knollen-Geophyt. Die Blüten sind „Lippenblumen vom Orchis-Typ“. Die Blüten sind durch Drehung des Fruchtknotens um 180 Grad gedreht. Dieser Vorgang wird durch die Schwerkraft ausgelöst. Der Lippensporn hat keinen Nektar, ist aber mit einem zuckerreichen „anbohrbaren“ Gewebe ausgestattet. Der Pollen befindet sich in 2 gestielten, mit Klebscheiben versehenen Pollinien. Dies ist eine Anpassung daran, dass der Fruchtknoten viele Samenanlagen besitzt, von denen möglichst viele befruchtet werden sollen. Bestäuber sind zumeist Bienen, die das an ihrem Kopf klebende, nach 30 Sekunden sich nach vorne neigende Pollinium auf die klebrige Narbe einer anderen Blüte übertragen. Blütezeit ist von Mai bis Juli. Die Früchte sind Kapseln mit hygroskopisch verschließbaren Längsspalten, die die Samen nur bei trockenem Wetter freigeben. Jede Frucht enthält ca. 6000 winzige Samen mit einem Keimling aus nur wenigen Zellen. Die Samen besitzen statt Nährgewebe einen Hohlraum aus Luft. Sie können sich dadurch als typische Körnchenflieger ausbreiten. Ihre Sinkgeschwindigkeit beträgt 25 cm/s, was eine Flugweite von 10 km ermöglicht. Fruchtreife ist im September. Samenkeimung ist nur in Anwesenheit eines spezifischen Pilzes möglich (endotrophe Mykorrhiza). Vegetative Vermehrung erfolgt durch basale Brutknospen.
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Unterarten R. Govaerts unterscheidet drei Unterarten: Baltisches Knabenkraut (Dactylorhiza majalis subsp. baltica (Klinge) H.Sund., Syn.: Dactylorhiza longifolia (Neuman) Aver., Orchis latifolia subsp. baltica Klinge, Dactylorhiza baltica (Klinge) N.I. Orlova): Sie kommt von Finnland und Deutschland bis Zentralasien vor. Dactylorhiza majalis (Rchb.) P.F.Hunt & Summerh. subsp. majalis: Sie kommt in Europa vor. Torfmoos-Knabenkraut (Dactylorhiza majalis subsp. sphagnicola (Höppner) H.A.Pedersen & Hedrén, Syn.: Orchis sphagnicola Höppner, Dactylorhiza sphagnicola (Höppner) Aver., Dactylorhiza incarnata subsp. sphagnicola (Höppner) H.Sund.): Sie kommt in Norwegen, Schweden, Dänemark, Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland vor. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 80. Nicht mehr zu Dactylorhiza majalis wird gerechnet: Dactylorhiza majalis var. pumila (Freyn ex M.Schulze) H.Baumann, Künkele & R.Lorenz (Syn.: Dactylorhiza majalis var. alpestris (Pugsley) Wucherpf., Dactylorhiza majalis subsp. alpestris (Pugsley) Senghas). Sie wird vielleicht besser als eigenständige Art Dactylorhiza alpestris (Pugsley) Aver. angesehen. Sie kommt in Frankreich, Deutschland und Österreich vor. Hybriden Innerhalb der Gattung hybridisiert das Breitblättrige Knabenkraut zum Teil sehr häufig mit anderen Arten. Dactylorhiza × aschersoniana (Dactylorhiza majalis × Dactylorhiza incarnata) Die Hybride mit dem Fleischfarbenen Knabenkraut ist in der Regel schwer zu bestimmen. Die Pflanzen sind im Habitus dem Fleischfarbenen Knabenkraut mit den aufrechten, helleren, gelegentlich gepunkteten Blättern ähnlich. Die Lippe der Blüte liegt in der Breite zwischen beiden Elternarten. Die Hybride kann mit Dactylorhiza incarnata var. haematodes verwechselt werden, deren Blätter stärker gefleckt sind. Dactylorhiza × braunii (Dactylorhiza majalis × Dactylorhiza fuchsii) Hybriden tendieren in der Blütenform mal zum Breitblättrigen Knabenkraut, mal zum später aufblühenden Fuchs’ Knabenkraut. Sie liegen in der Blütezeit meist zwischen den Elternarten. Dactylorhiza × dufftiana (M. Schulze) Soó (1962) (Dactylorhiza majalis × Dactylorhiza traunsteineri) Dactylorhiza × godferyana (Dactylorhiza majalis × Dactylorhiza praetermissa) Dactylorhiza × kuehnensis (Dactylorhiza majalis × Dactylorhiza ruthei) Dactylorhiza × townsendiana (Dactylorhiza majalis × Dactylorhiza maculata) Dactylorhiza × rupertii (Dactylorhiza majalis × Dactylorhiza sambucina) Seltener treten auch Hybriden mit anderen Gattungen auf (Intergenerische Hybriden): ×Dactyloglossum drucei (Dactylorhiza majalis × Coeloglossum viride) ×Dactylodenia lebrunii (Dactylorhiza majalis × Gymnadenia conopsea). Ist nicht zu verwechseln mit der Gattung Dactyladenia aus der Familie der Goldpflaumengewächse (Chrysobalanaceae). Taxonomie Ludwig Reichenbach beschrieb 1828 das Breitblättrige Knabenkraut als Orchis majalis in Iconographia Botanica seu Plantae Criticae Band 6, S. 7, tab. 565, fig. 770. Der Name bildet das Basionym, nachdem Peter Francis Hunt und Victor Samuel Summerhayes die Art 1965 als Dactylorhiza majalis in Watsonia Band 6, S. 130 in die Gattung Dactylorhiza überführten. Gelegentlich wird auch der Name Dactylorhiza fistulosa verwendet, da aber die Beschreibung nicht gültig ist, kann dieser Name trotz der früheren Veröffentlichung im Jahr 1794 als Orchis fistulosa nicht verwendet werden. Synonyme: Orchis majalis Rchb. 1828 (Basionym), Orchis latifolia L. 1753 (nom. ambig.), Dactylorchis majalis (Rchb.) Verm. 1947, Dactylorhiza comosa ssp. majalis (Rchb.) P.D. Sell & G.Murrell 1996, Orchis fistulosa Moench 1794 nom. illeg., Dactylorhiza fistulosa (Moench) H. Baumann & Künkele 1983 nom. illeg.
Standort. Kollin bis subalpin. Zeitweise überschwemmte, torfige Böden. Flachmoore, nasse Wiesen. Literatur. G: Ohne Ortsangaben. - M:? Hin und wider in sumpfigen Matten. - K: In feuchten Wiesen, bis jetzt nur bei Albisrieden. - Me: Verbreitet.
Breitblättrige Orchis D. fistulosa (Moench) H. Baumann & Künkele, Dactylorchis latifolia (L.) Rothm., Orchis impudica Crantz, O. latifolia auct. non L.
Gefährdung. NT // EN / LC / LC.
oligotrophic
terrestrial
grasslands
longlived
mobile
cuddly
Dactylorhiza majalis nothosubsp. godferyana (Soó) M.H.J.van der Meer
Dactylorhiza majalis subsp. baltica
Dactylorhiza majalis subsp. baltica (Klinge) H.Sund.Dactylorhiza majalis subsp. brevifoliaDactylorhiza majalis subsp. calcifugiens
Dactylorhiza majalis subsp. calcifugiens H.A.PedersenDactylorhiza majalis subsp. cordigera
Dactylorhiza majalis subsp. cordigera (Fr.) H.Sund.Dactylorhiza majalis subsp. elatior
Dactylorhiza majalis subsp. elatior (Fr.) M.Hedrén & H.A.PedersenDactylorhiza majalis subsp. godferyana
Dactylorhiza majalis subsp. kalopissii
Dactylorhiza majalis subsp. kalopissii (E.Nelson) H.A.Pedersen, P.J.Cribb & Rolf KühnDactylorhiza majalis subsp. lapponica
Dactylorhiza majalis subsp. lapponica (Laest. ex Hartm.) H.Sund.Dactylorhiza majalis subsp. macedonica
Dactylorhiza majalis subsp. macedonica (J.Hölz. & Künkele) H.A.Pedersen, P.J.Cribb & Rolf KühnDeutsch
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