Heimisch
Guinea
(c) Fabrício Mil Homens Riella, some rights reserved (CC BY), uploaded by Fabrício Mil Homens Riella · (c) Fabrício Mil Homens Riella, some rights reserved (CC BY), uploaded by Fabrício Mil Homens Riella · CC BY
Die Ölpalme gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Palmenarten. Ursprünglich in Afrika beheimatet, wird sie inzwischen auch im tropischen Amerika und insbesondere in Südostasien kultiviert. Die bis zu 30 Meter hohe Fiederpalme produziert Fruchtstände mit einem Gewicht von bis zu 50 Kilogramm. Die Palme trägt 3000 bis 6000 Früchte.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Die Ölpalme ist eine einhäusig getrenntgeschlechtige (monözische) Palme. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32. Wurzeln Die primären Wurzeln streichen in einer Tiefe von 20 bis 60 cm horizontal im Boden. Ein kleiner Teil dringt bis in mehrere Meter Tiefe vor. Ein Teil der Seitenwurzeln erster Ordnung wächst negativ gravitrop nach oben und bildet direkt unter der Bodenoberfläche ein dann horizontales, stark verzweigtes Wurzelsystem. Die höchste Wurzeldichte wird in zwei bis drei Metern Entfernung vom Stamm erreicht. Die Nährstoffaufnahme erfolgt vorwiegend durch die unverholzten Seitenwurzeln dritter Ordnung, die rund einen Zentimeter lang und 0,5 mm dick sind. An erwachsenen Palmen finden sich häufig Luftwurzeln, die den Stamm bis in einen Meter Höhe bedecken können. Stamm Der Stamm entwickelt sich, wenn die Palme 3 bis 4 Jahre alt ist, und hat einen Durchmesser von 25 bis 75 cm. Das jährliche Höhenwachstum liegt zwischen 20 und 60 cm. Ab einem Alter von etwa 15 Jahren beginnen die Blattstümpfe, von der Palme abzufallen. Erst dann wird der eigentliche Stamm sichtbar. Ab einer Stammhöhe von 20 bis 30 m Höhe stellen sich Alterserscheinungen ein, die Fruchtproduktion geht zurück, die Blätter werden kleiner. Die Palme stirbt dann recht plötzlich ab. Sie kann ein Alter von 200 Jahren erreichen. Blätter An der Jungpflanze sind die ersten sieben Blätter lanzettlich. Die nächsten paar Blätter sind an der Spitze der Spreite gespalten, die nächsten dann mehr und mehr gefiedert. Die Anzahl der Fiedern pro Blatt nimmt bis ins Alter von 12 oder 15 Jahren zu. Unter konstanten Wachstumsbedingungen ist das jeweils nächste Blatt länger und hat mehr, breitere und längere Fiederblättchen. Vom Erscheinen der Blattanlage am Vegetationskegel bis zur Ausbildung des Blattes vergehen bei ausgewachsenen Palmen rund 2 bis 2,5 Jahre. Unter günstigen Bedingungen bildet eine Palme pro Jahr 25 bis 35 Blätter, bei Trockenperioden nur rund 20. Die Blätter können bis 7,5 m lang sein. Sie verbleiben etwa zwei Jahre an der Palme, bevor sie absterben. Sie brechen ab und am Stamm verbleibt die Blattbasis. In deren Achseln sammeln sich Staub, Pflanzenreste und Samen, sodass sich hier etliche Epiphyten ansiedeln. Blütenstand und Blüten Der Blütenstand besteht aus einer etwa 5 bis 10 cm dicken Blütenstandsachse, an der spiralig etwa 200 Seitenachsen stehen, die Ähren. Ein Blütenstand trägt entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten. Bei jungen Palmen kommen auch gemischte Blütenstände vor. Bei weiblichen Blütenständen stehen die Ähren in den Achseln von dornigen Deckblättern. Der lange Dorn bleibt auch am reifen Fruchtstand erhalten. Männliche Ähren sind länger als weibliche, ihre Deckblätter tragen aber keine Dornen. Eine einzelne Ähre trägt 700 bis 2000 Blüten, ein Blütenstand besteht aus 150.000 bis 200.000 Blüten. Die weiblichen Blüten haben einen dreifächrigen Fruchtknoten mit je einer Samenanlage. In jeder Achsel eines Laubblattes bildet sich eine Anlage zu einem Blütenstand. Bei ausgewachsenen Palmen benötigt der Blütenstand etwa zwei Jahre zur Entwicklung. Bis zwei Wochen vor der Anthese ist er von zwei Hochblättern verhüllt. Die Bestäubung erfolgt durch Rüsselkäfer, vor allem solchen der Gattung Elaeidobius. In Malaysia mussten Ölpalmen von Hand bestäubt werden, bis in den 80er Jahren der Rüsselkäfer Elaeidobius kamerunensis aus dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Palme eingeführt wurde. Vorher im Land vorkommende Bestäuber waren nicht effizient genug. Durch die verbesserte Bestäubung durch den Rüsselkäfer stieg der Ertrag um 20–50 % an. Früchte und Samen Die Früchte sind etwa 5,5 bis 9 Monate nach der Bestäubung reif. Einen Monat vor der Reife werden im Fruchtfleisch Öltröpfchen und Carotine gebildet. Die zunächst harten Früchte werden weich. Der Ölgehalt ist dann am höchsten, wenn sich die ersten Früchte vom Fruchtverband ablösen. Dies ist auch der Erntezeitpunkt. Die Steinfrüchte sind 3 bis 6 cm lang und 2 bis 4 cm breit. Sie wiegen rund 20 g. Das Exokarp, die äußere Schale, ist dünn. Das Fruchtfleisch (Mesokarp) ist fasrig und besteht zu 45 bis 50 % aus Öl. Durch die Carotine ist das Fruchtfleisch gelb bis rötlich. Innerhalb der Steinschale (Endokarp) befindet sich der meist einzelne Samen, der 48 bis 52 % Öl enthält. Die Ölpalmen sind sehr variabel in Bezug auf Form, Farbe, Anzahl und Größe der Früchte sowie in Anzahl und Größe der Fruchtstände. Afrikanische Dura-Palmen liefern im Schnitt etwa 18 kg Früchte, ostasiatische Deli-Palmen etwa 25 kg. Ein Fruchtstand enthält 800 bis 4000 Früchte. Keimpflanze Die Pflanzen brauchen eine Temperatur von 20 bis 30 Grad Celsius. Das Keimpflanzenstadium dauert etwa zwei Monate. Zunächst erscheinen die Keimwurzel und das Keimblatt durch eines der drei Keimlöcher in der Schale. Das Ende des Keimlingsstadiums wird mit der Bildung des sechsten Blattes angesetzt. Bis dahin lebt die Pflanze praktisch nur von den Nährstoffen des Endosperm. Die Keimwurzel (Radicula) wird bis zu 20 cm lang. An ihrer Ansatzstelle bildet sich ein Kranz von dünnen Adventivwurzeln. Das erste, noch ungefiederte Laubblatt erscheint rund einen Monat nach der Keimung. Wenn die erste primäre Wurzel gebildet wurde, stirbt die Keimwurzel ab.
Palme, arboreal, in Flussufern, Waldgalerien und flutbaren Tiefland. C. N.: die, maie, ndende-ia-sombo (kb); dendém, palmeira-dendém (pt). Verwendungen: Lebensmittel, Artefakte, Gebäude, Ballaststoffe, Medizinprodukte, Rituale. Eingeführte und eingebürgerte Arten, beheimatet in Westafrika.
→ Hauptartikel: Palmöl Die Weltproduktion an Palmöl hat sich seit 1995 wegen der zunehmenden industriellen Nutzung sowohl in der Nahrungsmittelindustrie wie auch im Bereich der technischen Industrie und der Bioenergie mehr als vervierfacht. Malaysia und Indonesien beherrschen zusammen den Weltmarkt. Im Jahr 2018 produzierte Indonesien allein 40,6 Mio. Tonnen und Malaysia 19,5 Mio. Tonnen, die Gesamtproduktion lag bei 71 Mio. Tonnen. Damit besitzt Indonesien einen Weltmarktanteil von 57 % und Malaysia einen von 27 %, die folgenden Produktionsländer in der Liste kommen dabei auf 3,9 % (Thailand) bis 0,8 % (Brasilien). Für das Wirtschaftsjahr 2014 wurde eine weltweite Produktion von 57,3 Millionen Tonnen registriert, damit ist Palmöl vor Sojaöl (45,7 Millionen Tonnen) das mengenmäßig am meisten produzierte Pflanzenöl der Welt. Nach den letzten verfügbaren Daten der FAO von 2009 werden weltweit etwa ein Drittel der Palmölproduktion für Nahrungsmittel verwendet, ca. zwei Drittel für industrielle Zwecke (Reinigungsmittel, Kosmetik, Kerzen, Biodiesel). Nutzung als Nahrungsmittel Palmöl und Palmkernöl werden zu einem großen Teil im Bereich der Ernährung eingesetzt. Dabei wird Palmöl aufgrund seiner ausgezeichneten Hitze- und Oxidationsstabilität vor allem in Asien und Afrika als Speisefett zum Kochen, Braten und Frittieren eingesetzt. Außerdem wird es international unter anderem für die Herstellung von Back- und Süßwaren verwendet. Palmkernöl findet ebenfalls zu einem großen Anteil Verwendung bei der Herstellung von Margarine, der es einen butterähnlichen Geschmack verleiht. Zudem wird es aufgrund seiner Schmelzeigenschaften für Kakaoglasuren, Eiskonfekt, Cremeüberzüge und schnell schmelzende Schokoladenfüllungen, Toffees und Karamell verwendet. Durch verschiedene Veränderungen kann Palmkernöl auch zu hochwertigen Spezialfetten für die Süßwarenindustrie umgewandelt werden. Industrielle Verwendung Palmkernöl wird mit Kokosöl aufgrund der spezifischen Eigenschaften zu den Laurinölen zusammengefasst und wird für ein großes Spektrum von Anwendungen in der Oleochemie genutzt. Ebenso wie Palmöl werden diese Öle zur Gewinnung von Laurinsäure verwendet und als Grundstoff für verschiedene Tenside wie Natriumlaurylsulfat und Sorbitanmonolaureat eingesetzt. Weitere Produkte auf der Basis von Palm- und Palmkernöl finden Verwendung in unterschiedlichen Produkten der Kosmetik- und Reinigungsindustrie. Ein vergleichsweise geringer Teil des Palmöls wird für die Herstellung von Biokraftstoffen, vor allem Biodiesel und das aufbereitete NEXBtL, ein hydriertes Pflanzenöl des finnischen Unternehmens Neste Oil sowie als Brennstoff in Blockheizkraftwerken verwendet.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA
Die Erstbeschreibung unter dem Namen Elaeis guineensis durch den österreichischen Botaniker Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin ist 1763 in Selectarum stirpium americanum historia Seite 280 Tafel 177 veröffentlicht worden. Von 1910 bis 1914 sind durch Odoardo Beccari und Auguste Jean Baptiste Chevalier viele Varietäten beschrieben worden, die heute allesamt als Synonyme für den Typ selbst angesehen werden. Die Ölpalmen werden nach den Eigenschaften der Früchte in mehrere Typen unterteilt. Nach der Farbe des Exokarp unterscheidet man: nigrescens ist weit verbreitet. Die dem Sonnenlicht ausgesetzten Teile der unreifen Früchte sind durch Anthocyane violett bis schwarz gefärbt, die beschatteten sind elfenbeinfarben. Reife Früchte werden noch weiter unterteilt: rubro-nigrescens: die Frucht ist tief rotorange. der obere Fruchtteil ist braun. Das Fruchtfleisch ist orange bis rot, das Öl rötlich. rutilo-nigrescens: das Exokarp ist fahlorange, der obere Fruchtteil ist schwarz. virescens ist wenig verbreitet. Die unreifen Früchte sind grün, die reifen rötlich-orange, die Spitze ist grün. Sie haben wenig bis kein Anthocyan. albescens ist sehr selten. Die Früchte sind elfenbeinfarben oder fahl gelb. Zur Reife ist die Spitze schwärzlich oder grün. Das Fruchtfleisch enthält kein Carotin. Nach der Dicke des Endokarps werden drei Typen unterschieden: Dura mit 2 bis 8 mm dickem Endokarp, das Fruchtfleisch nimmt 35 bis 55 % ein. Tenera mit 0,5 bis 3 mm dickem Endokarp, das Fruchtfleisch nimmt 60 bis 95 % ein. Pisifera ohne Endokarp, das Fruchtfleisch nimmt fast 100 % ein. Die wichtigsten Typen für den Anbau sind Dura nigrescens und Tenera nigrescens. Zum Dura-Typ gehören auch die in Ostasien weithin angebauten Deli-Palmen.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Baum
Deutsch
afrikanische Ölpalme · Ölpalme
Englisch
African oil palm · African Oil Palm · macaw-fat · oil palm · Oil palm
Für diese Art gibt es noch keine aktiven Inserate.
Inserat erstellen →Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Heimisch
Eingeführt
Weitere