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Der Faulbaum, genauer Echter Faulbaum oder Schießbeere bzw. Pulverholz genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae). Sie ist von Europa bis Westsibirien und in Marokko weit verbreitet. Der deutschsprachige Trivialname „Faulbaum“ geht auf den leichten Fäulnisgeruch der Rinde zurück. Die Rinde wird medizinisch als Abführmittel verwendet, die aus dem Faulbaum gewonnene Holzkohle wurde früher für die Herstellung von Schwarzpulver verwendet.
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Holzkohle Das Holz des Faulbaums ergibt eine hochwertige Holzkohle mit geringem Ascheanteil. Diese war besonders in der Vergangenheit begehrt zur Herstellung von Schwarzpulver. Auf diese Nutzung geht der Trivialname „Pulverholz“ für die Art zurück. Faulbaumrinde Die getrocknete Rinde der Stämme und Zweige wird als Faulbaumrinde (Frangulae cortex) pharmazeutisch genutzt. Die Rindendroge dient als dickdarmwirksames Abführmittel zur kurzzeitigen Behandlung von Verstopfung. Dazu wird die Rinde von den Stämmen und Ästen geschält und entweder an der Sonne getrocknet und danach ein Jahr gelagert oder bei höheren Temperaturen (80 bis 100 °C) künstlich gealtert. Die Droge muss mindestens sieben Prozent Glucofranguline, berechnet als Glucofrangulin A, enthalten, um den Anforderungen des Europäischen Arzneibuches zu genügen. Auch Sebastian Kneipp empfiehlt den Faulbaum als wirksames Abführmittel. Die Droge enthält die Anthrachinon-Derivate Glucofrangulin A und B, Frangulin A und B, verschiedene Frangulaemodinglykoside wie Frangulaeemodin-8-O-β-D-glucosid sowie wenige freie Aglykone. Weiters sind Gerbstoffe und Peptidalkaloide enthalten. In der Droge liegen diese Substanzen – im Gegensatz zu anderen Anthranoiddrogen – überwiegend in der oxidierten Anthrachinon-Form vor. Sie sind weniger stark antiabsorptiv und sekretagog (verhindern weniger die Aufnahme von Wasser und Ionen aus dem Darmlumen und fördern weniger die Abgabe von Wasser und Ionen in das Darmlumen). Daraus ergibt sich die mildere Wirkung der Faulbaumrinde. Die geschnittene Droge wird als Teeaufguss (Infus) verabreicht. Faulbaumrinde ist in vielen industriellen Tees enthalten. Daneben wird der Faulbaumrindentrockenextrakt (Frangulae corticis extractum siccum normatum) mit 15,0 bis 30,0 % Glucofrangulinen in Kombinationspräparaten in Form von Dragees oder Tabletten eingesetzt. Früchte Die Früchte des Faulbaums werden zum Färben verwendet. Im 19. Jahrhundert war Kayseri das Zentrum des Faulbaumanbaus, vor allem zur Teppichherstellung. Durchschnittlich wurden jährlich 400–500 t Früchte produziert. Faulbaumfrüchte wurden auch in den frühbronzezeitlichen Schichten von Tell Tayinat in Hatay und in den hellenistischen Schichten von Daskyleion in Mysien gefunden. Auch sie könnten zum Färben gedient haben. Giftigkeit Beeren, Blätter und frische Rinde sind als giftig eingestuft. Faulbäume werden deshalb nicht vom Wild verbissen, wohl aber gefegt. Vergiftungen gelten als selten. Sie treten nach Verzehren der Früchte durch Kinder oder durch Verwendung großer Mengen frischer Rinde als Abführmittel auf. Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen bis hin zu wässrigem und blutigem Durchfall.
Frangula alnus subsp. baetica
Frangula alnus subsp. baetica (Willk. & E.Rev.) Rivas Goday ex DevesaFrangula alnus subsp. pontica
Frangula alnus subsp. pontica (Boiss.) P.H.Davis & Yalt.Frangula alnus var. elliptica (Meinh.) R.KnappDeutsch
Echter Faulbaum · Faulbaum
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Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Rhamnus frangula durch Carl von Linné in Species Plantarum, S. 193. Das Synonym Frangula alnus veröffentlichte 1768 Philip Miller in The Gardeners Dictionary ed. 8: n.º 1. Ein weiteres Synonym von vielen ist Frangula dodonei Ard. nom. inval. Je nach verwendeter Systematik wird diese Art zur Gattung Rhamnus oder Frangula gestellt. Wenn man Frangula als Gattung verwendet, kann man folgende Unterarten unterscheiden: Frangula alnus Mill. subsp. alnus Frangula alnus subsp. baetica (Willk. & E.Rev.) Devesa (Syn.: Rhamnus baetica Willk. & E.Rev.): Sie kommt nur in Spanien vor. Frangula alnus subsp. pontica (Boiss.) P.H.Davis & Yalt. (Syn.: Rhamnus pontica Boiss.): Sie kommt in der Türkei und im Gebiet von Syrien und Libanon vor. Frangula alnus subsp. saxatilis Gancev: Sie kommt nur in Bulgarien vor.
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