Pflanzenwissen · Art
Der Gewöhnliche Erdrauch, auch Gemeiner Erdrauch, Echter Erdrauch oder kurz Erdrauch genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Erdrauch (Fumaria) innerhalb der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).
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Fumaria officinalis subsp. cilicica
Fumaria officinalis subsp. officinalisFumaria officinalis subsp. ragusina (Pugsley) LidénFumaria officinalis subsp. wirtgenii
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Belege
Fumaria officinalis f. officinalis, Fumaria officinalis var. media (Loisel.) Cout., 1892
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Der Gewöhnliche Erdrauch, auch Gemeiner Erdrauch, Echter Erdrauch oder kurz Erdrauch genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Erdrauch (Fumaria) innerhalb der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).
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Vegetative Merkmale Beim Gewöhnlichen Erdrauch handelt es sich um eine einjährige krautige Pflanze. Die aufrechten bis aufsteigenden, jedoch nicht kriechenden oder kletternden, aber ästigen, hohlen Stängel erreichen Längen von 10 bis über 50 Zentimetern und sind kahl. Die gestielten Laubblätter sind wechselständig angeordnet. Die doppelt gefiederte Blattspreite, mit dreigeteilten, gestielten Fiedern, besitzt stumpfe bis spitze lanzettliche, oft geteilte Abschnitte, die schmaler als bei den meisten anderen Erdraucharten sind. Die oft feinstachelspitzigen Fiederabschnitte sind länglich-lineal und 2 bis 3 Millimeter breit. Die Laubblätter sind kahl und bläulich-grün; dadurch wirkt ein Bestand von weitem „rauchähnlich“ (Gattungsname). Generative Merkmale Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Die Blütezeit reicht von Mai bis November. Der einschließlich des Blütenstandsschaftes 3 bis 7 Zentimeter lange, blattgegen- und endständige, aufrechte, traubige Blütenstand enthält bis zu 80 Blüten. Es ist bei den Blüten jeweils ein beständiges Tragblatt vorhanden. Die kurz gestielten, zwittrigen Blüten sind zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Die zwei kurzen und gezähnten Kelchblätter sind 1,5 bis 3,5 Millimeter lang und 1 bis 1,5 Millimeter breit, fallen aber leicht ab. Vier Kronblätter sind rosa- bis purpurfarben, an der Spitze oft dunkelrot bis schwarz gekrönt und in der Regel 8 bis 9 Millimeter lang ist. Drei Petalen sind verwachsen und eines ist frei. Der Sporn weist eine Länge von etwa 2,5 Millimeter auf. Der Fruchtstiel ist aufrecht abstehend. Die einsamigen, kugeligen bis verkehrt-eiförmigen, grünen Nussfrüchte sind 2, selten bis zu 3 Millimeter lang. Die Chromosomenzahl beträgt bei der Fumaria officinalis subsp. officinalis 2n = 14, 28 oder 32, bei der Fumaria officinalis subsp. wirtgenii 2n = 48.
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Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Beim Gewöhnlichen Erdrauch liegt Thigmonastie vor d. h. die Blattstiele sind bei Berührung reizbar; dadurch können sie sich auf eine Unterlage stützen oder diese sogar umwinden. Ein Wachsüberzug über Pflanzenteilen wirkt wasserabstoßend. Wasserüberschüsse werden aber auch durch nächtliche Wasserabgabe, d. h. durch Guttation, abgeführt. Der Gewöhnliche Erdrauch wurzelt 20 bis 60 Zentimeter tief. Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch Insekten, aber auch eine Selbstbestäubung ist möglich. Die Nussfrüchte unterliegen zunächst der Schwerkraftausbreitung und können dann als Regenschwemmlinge weiter fortgetragen werden. Die Diasporen werden durch Ameisen ausgebreitet (Myrmechorie).
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Die Erstveröffentlichung von Fumaria officinalis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 700. Je nach Autor gibt es von Fumaria officinalis wenige Unterarten: Fumaria officinalis subsp. cilicica (Hausskn.) Lidén (Syn.: Fumaria cilicica Hausskn.): Die traubigen Blütenstände enthalten 30 bis 80 Blüten. Die Frucht besitzt ein deutliches, nicht abfallendes Spitzchen. Diese Unterart kommt in der östlichen Türkei, in Syrien, im Libanon und im Irak vor. Fumaria officinalis L. subsp. officinalis: Die traubigen Blütenstände enthalten 10 bis 45 Blüten. Die Kelchblätter sind (2 bis) 2,5 bis 3 Millimeter lang. Die vorne gestutzte Frucht besitzt kein Spitzchen. Dies ist die allgemein verbreitete Unterart. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 3w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental). Fumaria officinalis subsp. wirtgenii (W.D.J.Koch) Arcang. (Syn.: Fumaria wirtgenii W.D.J.Koch): Die traubigen Blütenstände enthalten nur 10 bis 25 Blüten. Die Kelchblätter sind 1,5 bis 2 (bis 2,5) Millimeter lang. Die nur 7 bis 8 Millimeter lange Krone ist hellpurpurfarben. Die Frucht ist kurz bespitzt. Es gibt Fundortangaben für Spanien, Portugal, Frankreich, Großbritannien, Irland, Norwegen, die Niederlande, Belgien, Polen, Ungarn, die Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Bulgarien, Rumänien, Griechenland, die Türkei und die Ukraine vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 2+w (mäßig trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental). Nicht mehr zu dieser Art gehört: Die Unterart Fumaria officinalis subsp. ragusina (Pugsley) Lidén (Syn.: Fumaria officinalis var. ragusina Pugsley) → gilt als Art Fumaria ragusina (Pugsley) Pugsley: Sie kommt nur in Albanien und Kroatien vor.
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landwirtschaft
terrestrisch
kurzlebig
kuschel
eutroph
sitzen
Heimisch
Belgien (Flanders), Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden
Eingeführt
Belarus, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Kanada (Newfoundland), Taiwan, Tschechien, Frankreich (Saint Pierre and Miquelon), Island, Indien, Irland, Japan
Südkorea (Jeju Island), Mexiko, Niederlande (The Netherlands), Polen, Russland, Südafrika, Schweden, Vereinigtes Königreich (Great Britain), Alabama, Tristan da Cunha, District of Columbia, Falklandinseln, Florida, Føroyar, Georgia, Vereinigtes Königreich, Hawaii, Idaho, Illinois, Indiana, Irkutsk, Kansas, Khabarovsk, Krasnoyarsk, Louisiana, Maine, Manitoba, Maryland, Massachusetts, Mexico Northwest, Michigan, Minnesota, Missouri, Montana, New Brunswick, New Hampshire, New Jersey, New South Wales, New York, New Zealand North, New Zealand South, Newfoundland, North Carolina, Nova Scotia, Ohio, Ontario, Oregon, Pennsylvania, Primorye, Prince Edward I., Queensland, Québec, Sakhalin, Saskatchewan, South Australia, South Carolina, Tasmania, Texas, Uruguay, Utah, Vermont, Virginia, West Siberia, West Virginia, Wisconsin, Wyoming, Bogotá, Alberta, Altay, Amur, Argentina Northeast, Argentina Northwest, Argentina South, British Columbia, California, Canary Is., Chile Central, Kolumbien, Colorado, Connecticut, Costa Rica, Kolumbien (Boyacá, Cundinamarca)
Weitere
Kanada (Prince Edward Island), Kanada (Saskatchewan), Chile (Coquimbo Region, Valparaíso Region, Metropolitana Region, O'Higgins Region, Biobío Region), Dänemark, Island, Norwegen, Slowakei, Vereinigte Staaten (Vermont-US), Vereinigte Staaten (Hawaii), Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States), Baleares, Baltic States
Belarus, Belgien, Yugoslavia, Bulgarien, Kriti, Krym, Central European Rus, Lebanon-Syria, Libyen, Sardegna, North Caucasus, Corse, North European Russi, Zypern, Czechoslovakia, Northwest European R, East Aegean Is., East European Russia, Ägypten, Finnland, Transcaucasus, Frankreich, Sicilia, Tunesien, Deutschland, Turkey-in-Europe, Griechenland, South European Russi, Ungarn, Marokko, Niederlande, Spanien, Portugal, Schweden, Irak, Albanien, Schweiz, Algerien, Turkey, Italien, Ukraine, Kasachstan, Rumänien, Österreich
Ursprünglich ist Fumaria officinalis in der gemäßigten und mediterranen Gebieten Eurasiens verbreitet. Fumaria officinalis ist fast weltweit ein Neophyt, tritt in den Tropen bis Subtropen aber nur selten auf. Der Gewöhnliche Erdrauch ist die in Mitteleuropa häufigste Art der Gattung Erdrauch. Er steigt in den Alpen in Höhenlagen von bis zu 1850 Metern auf. Es handelt sich beim Gewöhnlichen Erdrauch in Mitteleuropa um einen Kulturbegleiter seit der jüngeren Steinzeit (Archäophyt). Entsprechend den ökologischen Zeigerwerten nach Ellenberg weist die Halbschattenpflanze auf warmgemäßigtes Seeklima und gleichmäßig leicht feuchte Gebiete hin. Außerdem lässt sie auf schwach saure, stickstoffreiche Böden schließen. Der Gewöhnliche Erdrauch gilt als Nährstoffanzeiger. Sie wächst auf bearbeitetem Boden wie in Gärten, auf Äckern oder Weinbergen oder an Ruderalstellen, wo sie überall häufig ist. Dabei tritt sie in kleinen Gruppen oder als Einzelexemplar auf. Sie gedeiht auf frischen, basenreichen, milden bis mäßig sauren, humosen lockeren Lehmböden. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Fumario-Euphorbion.
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