Pflanzenwissen · Art
Die Dachziegelige Siegwurz oder Wiesen-Siegwurz ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gladiolen innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse.
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Belege
Gladiolus apterus Klokov, Gladiolus crispiflorus Herb., Gladiolus galiciensis Besser, Gladiolus hygrophilus Boiss. & A.Huet, Gladiolus hygrophilus Boiss. & A.Huet ex Baker, Gladiolus imbricatus f. robustus Zapal.
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Die Dachziegelige Siegwurz oder Wiesen-Siegwurz ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gladiolen innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Die Dachziegelige Siegwurz ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die als Knolle (Geophyt, 1-2 cm Durchmesser) überwintert. Die ausgewachsene Pflanze kann Wuchshöhen von 30 bis über 100 cm erreichen, mit Laubblättern die kürzer sind als der Stängel, einfach, parallelnervig, schwertförmig und über 10 Millimeter breit. Sie blüht dekorativ rosa-lila im einseitigen Blütenstand von Juni bis Juli, je nach Standort. Die Bestäubung geschieht durch Insekten, insbesondere Bienen und Hummeln. Die relativ schweren, geflügelten Kapselfrüchte (~1,7 mg) reifen ein bis zwei Monate nach der Blüte, von Ende Juli bis September. Die Früchte haben exzellente Schwimmeigenschaften (im Laborversuch bis zu 50 % schwimmen noch nach 30 Tagen) und werden über Hydrochorie oder auf Weiden auch über Zoochorie verbreitet. Eine Pflanze kann 200-400 Früchte produzieren und die Samen erfordern eine Kälteperiode von mehreren Monaten um bei steigenden Temperaturen im Frühjahr zu keimen. Klonen (vegetative Vermehrung) ist eine zusätzlich vorkommende Form der Fortpflanzung bei der die je nach Quelle seltener oder häufiger ist als die Vermehrung über Samen. Die kritischste Phase ist die Etablierung der Keimlinge. Obwohl die Keimung selbst kein Licht benötigt, ist für ihr Überleben notwendig, dass die Streuauflage nicht zu dicht ist und die Vegetation viel Licht durchlässt. Die Keimlinge im ersten Jahr sind sehr kurzlebig und haben nur ein einzelnes Blatt für wenige Woche. Im zweiten Jahr kann die Art bereits zwei Laubblätter bilden und ab dem dritten Jahr ist die Blüte möglich. Die ausgewachsene Pflanze ist im Gegensatz zu den Keimlingen ausdauern und konkurrenzstark, auch ist sie in der Lage, bei hoher umgebender Vegetation ihre Wuchshöhe anzupassen. Wenn dieser Zustand allerdings zu Lange andauert und ehemals bewirtschaftete Wiesen oder Weiden von Büschen oder Schilf überwachsen werden, verschwindet auch die Dachziegelige Siegwurz. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 60, wie auch bei der Sumpf-Siegwurz. Bestimmung Unterscheidung der in Deutschland heimischen Gladiolus Arten (übernommen von):
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Eingeführt
Belgien, Dänemark, Frankreich, Niederlande (The Netherlands), Norwegen, Vereinigtes Königreich (Great Britain), Finnland
Weitere
Dänemark, Norwegen, Ungarn, Italien, Kasachstan, Krym, North Caucasus, Northwest European R, Polen, Rumänien, South European Russi, Transcaucasus
Ukraine, West Siberia, Yugoslavia, Baltic States, Belarus, Bulgarien, Central European Rus, Czechoslovakia, Frankreich, Deutschland, Griechenland
Die Art ist heimisch in Zentral- und Osteuropa, dem Mittelmeerraum, dem Kaukasus und Westsibirien. G. imbricatus ist in der planaren und montanen Stufe verbreitet, in den Beskiden bis ins höhere Vorgebirge. Die Dachziegelige Siegwurz bevorzugt wechselfeuchte Standorte (Stichwort: Mesophyt) und kalkfreie, magere bis nährstoffreiche Böden. Dementsprechend häufig ist die Pflanze in Überschwemmungswiesen (auch bekannt als Auenwiesen) sowie in leicht salzbeeinflussten Küstenwiesen, und sie kommt auch an lichten Waldrändern von sich anschließenden Kiefer-Birken-Küstenwäldern vor. Aufgrund des Lichtbedarfs zur Keimung kommt diese Wiesen-Art kaum in Wäldern, sondern hauptsächlich auf Offenlandstandorten vor. In Deutschland In Deutschland ist die Dachziegelige-Siegwurz vom Aussterben bedroht. Vor dem 21. Jahrhundert sind aus Deutschland Funde aus dem Osten Brandenburgs, aus der Umgebung von Erfurt in Thüringen und aus der sächsischen Oberlausitz bekannt. Die drastische Verringerung der Fundorte über die vergangenen Jahrzehnte hängt stark mit dem Landnutzungswandel zusammen. Extensiv genutzte Feuchtwiesen und -weiden wurden vielfach aufgegeben oder die Bewirtschaftung wurde intensiviert. Folglich kommt die Art in Deutschland aktuell nur noch an einem Fundort in Thüringen und an mehreren Fundorten in der Oberlausitz in Sachsen vor. In Europa Ihr vermutlich größtes Vorkommen hat die Wiesen-Siegwurz in den Küstenwiesen des Luitemaa Naturschutzgebietes in Südwest Estland. Des Weiteren sind Populationen in Deutschland, der Schweiz, Polen, Tschechien, Lettland, der Ukraine, Weißrussland, Russland, Rumänien [...] beobachtet.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle