Pflanzenwissen · Art
Die Sojabohne, häufig auch einfach als Soja bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Glycine in der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler.
Pflege
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Sortenvielfalt
Glycine max subsp. formosana
Glycine max subsp. formosana (Hosok.) Tateishi & H.OhashiGlycine max subsp. gracilis
Glycine max subsp. maxGlycine max subsp. soja
Glycine max subsp. soja (Siebold & Zucc.) H.OhashiMarktplatz
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Belege
Dolichos sofa L., Glycine angustifolia Miq., Glycine formosa Hosok., Glycine javanica Thunb.
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Die Sojabohne, häufig auch einfach als Soja bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Glycine in der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler.
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→ Hauptartikel: Sojaöl und Edamame Futter- und Lebensmittel In der Anbausaison 2008/09 wurden 91 % der Sojaernte in Ölmühlen gepresst. Produkte der Pressung sind zu etwa 90 % Sojamehl und zu 10 % Sojaöl. Das Öl wird in erster Linie im Lebensmittelbereich als Salat- und Kochöl, sowie Brat- und Backfett benutzt. Das Mehl wird vor allem als Futterzusatz (Ergänzungsfutter) für Geflügel (ca. 46 %) eingesetzt. Auch Rinder (ca. 20 %) und Schweine (ca. 25 %) werden mit Sojamehl gefüttert. Zu einem geringen Anteil (ca. 3 %) wird es beispielsweise in Form von texturiertem Soja als Fleischersatz verwendet. Weitere verbreitete Produkte sind: Tofu, Sojasauce, Sojamilch und Sojajoghurt. In fermentierter Form sind besonders verbreitet: Miso, Tempeh, Nattō oder Yuba und dessen Variante Bambus (engl.: bamboo). Siehe auch: Edamame Sojasprossen Bei dem im Deutschen fälschlich als „Sojasprossen“ bezeichneten Sprossengemüse handelt es sich um Keime der Mungbohne, die Mungbohnensprossen. Diese Sprossen werden in den meisten Ländern Asiens verwendet. In der Chinesischen und Koreanischen Küche werden jedoch auch echte Sojasprossen verwendet. Diese müssen vor dem Verzehr erhitzt werden, da sie roh giftig sind. Verwendung von Sojaöl und Sojalecithin in der Medizin Pharmazeutisch verwendet werden kann das gereinigte Sojaöl (Sojae oleum raffinatum Ph. Eur.), außerdem hydriertes Sojaöl (Sojae oleum hydratum Ph. Eur.), partiell hydriertes Sojaöl (Sojae oleum ex parte hydrogenatum DAB, ÖAB), Sojalecithin (Lecithinum vegetabile ex soja) und entöltes Sojalecithin (Sojae lecithinum desoleatum DAB). Wirkstoffe im Sojaöl sind: Fettes Öl (ca. 18–25 %) überwiegend mit Glyceriden der Linolsäure, Ölsäure und α-Linolensäure, nur wenig Stearinsäure und Palmitinsäure. Wirkstoffe im gehärteten Sojaöl sind dagegen hauptsächlich Glyceride der Stearinsäure und der Palmitinsäure. Bei der Gewinnung des Sojaöls fällt als Nebenprodukt Sojalecithin an, ein Gemisch aus Phosphatiden, insbesondere Phosphatidylcholin. Das Sojalecithin besteht zu 35–50 % aus einem Protein mit reichlich essentiellen Aminosäuren. Weitere Bestandteile sind: Kohlenhydrate, Isoflavone wie Genistein, Daidzin, Formononentin und Cumesterol, Triterpensaponine, Lectine, Sterole und Vitamin E. Anwendung: Sojaöl steht bei der Weltproduktion pflanzlicher Öle für Nahrungszwecke (als Speiseöl und Rohstoff für die Margarineproduktion) an erster Stelle. Pharmazeutisch verwendet man Emulsionen mit Sojaöl als intravenöse Infusionen zur künstlichen Ernährung, außerdem in Badezusätzen gegen trockene Haut. Sojalecithin findet breite Nutzung als Lösungsvermittler zwischen wasser- und fettlöslichen Verbindungen, beispielsweise als Ausgangsmaterial für Liposome, bei der Herstellung von Salben, aber auch in der Lebensmittelindustrie (Schokolade, Backwaren). Bekannt ist die traditionelle Anwendung in Kräftigungsmitteln und als „Nervennahrung“ bei Konzentrationsmangel. Wegen seiner lipidsenkenden Eigenschaften wird Sojalecithin auch zur Unterstützung diätetischer Maßnahmen bei leichten Formen von Fettstoffwechselstörungen, insbesondere bei erhöhten Cholesterin-Werten, herangezogen und auch bei Lebererkrankungen und zur Prophylaxe von Gallensteinen eingesetzt. Technische Verwendung Wie andere Pflanzenöle wird auch Sojaöl für eine Reihe von technischen Anwendungen genutzt. Vor allem in den letzten Jahren nahm seine Verwendung zur Herstellung von Biodiesel und Sojamethylester (SME) in den Vereinigten Staaten stark zu. Biodiesel aus Sojaöl liefert etwa 193 % der in seiner Produktion eingesetzten Energie und reduziert Treibhausgasemissionen gegenüber Treibstoffen aus Erdöl um 41 %. Damit ist es deutlich effizienter als z. B. Ethanol aus Mais. Die Luftverschmutzung ist zudem geringer als bei Ethanol aus Mais. Außerdem dient es als schnelltrocknendes Öl zur Herstellung von Alkydharzen, Anstrichfarben und Spachtelmassen sowie seit 1987 insbesondere für Druckfarben. So werden in den USA etwa 50 % aller Zeitungen und sogar 75 % aller Tageszeitungen heute mit Druckfarben auf Sojaölbasis gedruckt, in Europa liegt der Anteil bei etwa 15 %. Die enthaltenen Fettsäuren finden vor allem Verwendung in Kosmetik- und Körperpflegemitteln sowie in einem großen Spektrum weiterer Anwendungen, vor allem als Wirkstoffträger für lipidlösliche Pflanzeninhaltsstoffe und Vitamine sowie als Grundlage für Badeöle und Cremes. Obwohl Sojaöl keine abstoßende Wirkung auf Insekten hat, wird es auch verwendet, um die nur kurze Wirkdauer ätherischer Öle wie Geranienöl zu verlängern.
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cbd_2014_pathway:escape_agriculture
Annual herb
casual
Eingeführt
Australien, Österreich, Belgien, Kanada (Ontario), Tschad, Taiwan, Kongo-Kinshasa (the Democratic Republic of the Congo), Kroatien, Tschechien, Dänemark, Ecuador, Estland
Frankreich, Guinea, Indien, Italien, Lettland, Litauen, Mongolei, Niederlande (The Netherlands), Russland, Schweden, Vereinigtes Königreich (Great Britain), Jemen (Socotra Archipelago), Illinois, Galápagos Islands, Kaimaninseln, Central European Rus, Kolumbien, Congo, Kuba, Czechoslovakia, Dominikanische Republik, East European Russia, East Himalaya, Äthiopien, Galápagos, Honduras, Irak, Jawa, Kasachstan, Kenia, Kirgizstan, Maryland, Myanmar, Nepal, Neukaledonien, New Guinea, North Caucasus, North European Russi, Pakistan, Philippinen, Puerto Rico, Queensland, South European Russi, Sri Lanka, Tadzhikistan, Tansania, Transcaucasus, Trinidad-Tobago, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan, Vermont, West Himalaya, Wisconsin, Alabama, Assam, Baltic States, Bangladesch, Belarus, Benin, Kambodscha, Kamerun
Weitere
Brasilien, Kolumbien (Caquetá, Tolima, Valle), Dänemark, Norwegen, Slowakei, Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States), Nansei-shoto, Khabarovsk, Amur, Xinjiang, Korea, Laos
China North-Central, China South-Central, China Southeast, Manchuria, Primorye, Thailand, Qinghai, Hainan, Tibet, Vietnam, Taiwan, Inner Mongolia, Japan
Für Europa entdeckt wurde Glycine max von Engelbert Kaempfer, der sie nach seiner Japanreise 1691/92 erstmals beschrieb. Aus dem Jahre 1737 gibt es erste Belege, dass die Sojabohne in Holland in botanischen Gärten gezogen wurde, 1739 auch in Frankreich. In Europa erlangte der Anbau jedoch nie eine Bedeutung. Samuel Bowen brachte die Sojabohne 1765 erstmals in die USA. Der frühe internationale Bedeutungszuwachs der Sojabohne erklärt sich nicht allein durch ihren hohen Öl- und Proteingehalt und die hohe Ertragsstabilität, da diese teilweise erst im 20. Jahrhundert durch enorme Forschungsanstrengungen erreicht wurden. Anfänge in den USA Von der ersten Erwähnung der Sojabohne in den US-Agrarstatistiken 1924 bis zum Zweiten Weltkrieg stieg die Anbaufläche von 767.000 auf 4.220.000 Hektar an. Der überwiegende Teil der Ernte wurde bis Ende der 1930er Jahre jedoch nicht in Ölpressen verarbeitet. 1925 wurden nur 6 % der Ernte gepresst, 1939 hingegen bereits 71 %. Der Grund für den massiven Produktions- und Pressungszuwachs lag in der erst beginnenden Kooperation zwischen Landwirten und Verarbeitern. So wurden im Forum der 1919 gegründeten American Soybean Association (ASA) im Jahr 1928 erste bindende Abnahmegarantien ausgehandelt. Anfang der 1930er Jahre erreichte die ASA die Etablierung prohibitiver Importzölle auf Sojabohnen, die das Doppelte des Marktpreises betrugen. Die so geschützte US-Sojabohnenproduktion konnte sich daher ausdehnen. Dennoch wurde die Sojabohne zunächst nur im industriellen Bereich eingesetzt. Anfang der 1930er Jahre wurden 95 % des Sojaöls zur Farb- und Firnisherstellung eingesetzt. Im Bereich der menschlichen Ernährung war das potenziell für die Margarineproduktion verwendbare Sojaöl der Konkurrenz des Kokosnussöls aus den Philippinen unterlegen, unter anderem aufgrund des relativ markanten und starken Geschmacks des Sojaöls. Daher erschien eine zukünftige Bedeutung der Sojabohne für die Ernährung unwahrscheinlich. Der Industrielle Henry Ford verarbeitete Sojamehl zu Plastik, welches er in der Autoproduktion verwendete. Seit Mitte der 1930er Jahre wurde unter dem Einfluss der ASA auch die Verarbeitung von Kokosnussöl besteuert. Neben dem Schutz vor ausländischer Konkurrenz begünstigten weitere Faktoren den Aufstieg der Sojabohne. Die Motorisierung der Landwirtschaft setzte größere Flächen frei, die zuvor für den Futteranbau für Zugtiere verwendet worden waren. Bauern, die sich brachliegenden Flächen und sinkenden Einkommen gegenübersahen, erhofften sich von der Sojabohne eine Antwort auf ihre Probleme. Die Sojabohne wurde so auch „Goldene Bohne“, „Cinderella“ und „Wunderfrucht“ genannt. Sie wurde auch aufgrund ihrer stickstoffbindenden Eigenschaften in der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit gelobt. Die Sojabohne konnte zudem mit denselben Mähdreschern geerntet werden wie Weizen. Die Marktpreise waren deutlich höher als für Mais. Die ASA startete Kampagnen, um die Bohne unter Landwirten im Mittleren Westen zu größerer Bekanntheit zu verhelfen. Zudem wurden auf Soja spezialisierte Forschungseinrichtungen und -programme etabliert. Die Zuchtstationen importierten Tausende von Sorten aus China. Schließlich wurde das Aminosäureprofil identifiziert, und Sojamehl begann, Fleisch-, Fisch- und Baumwollsamenmehl als Viehfutter zu verdrängen. Zweiter Weltkrieg Der Zweite Weltkrieg verhalf der Sojabohne zu weiteren starken Bedeutungszuwächsen in den USA. Der Krieg stimulierte die Wirtschaft und erhöhte die Güternachfrage, insbesondere nach Lebensmitteln. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor war das Land zudem von Kokos- und Palmölimporten abgeschnitten und musste diese Angebotseinbrüche wettmachen. Die Regierung führte Garantiepreise für Sojabohnen und Subventionen für die Verarbeitungsindustrie ein. Die Preise verdoppelten sich so während des Krieges. Auch die Schweine- und Geflügelfleischproduktion nahm um 40–50 % zu und verschaffte dem zuvor eher als Nebenprodukt der Ölgewinnung angesehenen Sojamehl einen massiven Bedeutungsgewinn als Futtermittel. Auf Druck der ASA verpflichteten sich Margarinehersteller 1947, nur noch amerikanische Rohstoffe zu verwenden. Anders im NS-Staat. Dort strebte man die direkte Einbringung der wertvollen Pflanze in die menschliche Nahrung an. Die Nationalsozialisten hatten ihr Augenmerk auf die Sojabohne geworfen, da sie mit ihrem hohen Anteil an biologisch vollwertigen Proteinen sehr gut geeignet war, die seinerzeit sogenannte „Eiweißlücke“ zu schließen, die wegen der Autarkiebestrebungen Deutschland drohte. Nachkriegszeit und internationale Verbreitung Die nordamerikanische Produktion dehnte sich nach dem Krieg stark aus und versechsfachte sich so zwischen 1946 und 1970. Während unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg nur wenig Soja exportiert wurde, stieg dieser Anteil bis 1970 auf 40–57 %. Die Exporte versorgten europäische Ölmühlen, die von amerikanischen Firmen insbesondere in den 1960er Jahren gebaut wurden. Die Verwendung von Sojamehl als Futtermittel in Europa wurde von Anbauverbänden ebenfalls angeregt. Auch die amerikanischen Lebensmittelhilfen und der Abbau von Bevorzugungen von Ölimporten aus Drittländern im Rahmen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) begünstigten die weitere Etablierung der europäischen Nachfrage nach Sojabohnen. Seit den 1970er Jahren nahm die Sojabohnenproduktion in Nordamerika weiter zu. Insbesondere in Südamerika gewann sie massiv an Bedeutung. Im Süden Brasiliens begann die Sojabohne Kaffee zu verdrängen. Heute produziert Südamerika mehr Sojabohnen als Nordamerika. Die globalen Warenketten verknüpften mehrere Kontinente. In zwei Globalisierungsschüben zwischen 1950 und 1990 gelangte Soja nicht nur von Nordamerika nach Westeuropa und Ostasien, sondern auch von Südamerika nach Westeuropa und Ostasien. 2016 führten Sojabohnen mit einem Geldwert von 52 Milliarden US-Dollar die Rangliste der weltweit gehandelten Agrargüter an, gefolgt von Weizen (36 Milliarden US-Dollar) und Wein (32 Milliarden US-Dollar).
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Europe (WGSRPD:1)
Asia