Pflanzenwissen · Art
Die Dichtblütige Händelwurz, wissenschaftlicher Name Gymnadenia densiflora, ist eine taxonomisch umstrittene Pflanzenart aus der Familie der Orchideen mit Verbreitung in Europa.
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Gymnadena densiflora (Wahlenb.) A.Dietr., Gymnadenia conopsea f. densiflora (Wahlenb.) Neuman, Gymnadenia conopsea f. friesica (Schltr.) Soó
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Die Dichtblütige Händelwurz, wissenschaftlicher Name Gymnadenia densiflora, ist eine taxonomisch umstrittene Pflanzenart aus der Familie der Orchideen mit Verbreitung in Europa. Sie wird von vielen Botanikern als eigenständige Art aufgefasst, andere sehen in der Pflanzensippe eine Unterart oder eine Varietät der sehr ähnlichen Mücken-Händelwurz.
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Die Dichtblütige Händelwurz ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von (40 –) 54–82 (– 100) Zentimetern. Die Knollen dieses Knollen-Geophyten sind wie bei allen verwandten Sippen dick, abgeplattet, zweispaltig, mit handförmig geteilten, kurzen Lappen. Der Spross ist steif aufrecht wachsend, im Querschnitt rund, manchmal oberwärts mit zwei Längskielen. Die Laubblätter sitzen zweizeilig, gehäuft im unteren Drittel, oberhalb davon oft noch zwei rudimentäre Blätter mit Blattscheiden. Sie sind linealisch, dunkelgrün und auf der Unterseite gekielt. Die untersten Blätter besitzen eine Blattscheide, die oberen näher zum Blütenstand sind meist scheidenlos. Die unteren Blätter erreichen etwa 20 (16 bis 25, selten etwas darunter oder darüber) Millimeter Breite und sind damit merklich breiter als diejenigen von Gymnadenia conopsea s. str. Der Blütenstand ist im Umriss zylindrisch, er ist reich- und dichtblütig, etwa (5 –) 6–15 (– 24) Zentimeter lang, mit etwa 42 bis weit über hundert Einzelblüten. Die Blüten sind rosa bis hell purpurn gefärbt, sie duften angenehm nach Klee oder Flieder, ihr Duft ist merklich ausgeprägter als bei Gymnadenia conopsea s. str., beide sind biochemisch unterscheidbar, obwohl Bestäuber sie nach derzeitiger Kenntnis nicht differenzieren. Die Lippe ist deutlich dreilappig und erkennbar breiter als lang, die Seitenzipfel größer als der mittlere. Die äußeren Hüllblätter des Perianth stehen mehr oder weniger waagrecht. Der Sporn ist schlank, lang und gebogen, er erreicht ca. 8 bis 12 Millimeter Länge. Die Art ist morphologisch weniger variabel als die vielgestaltige Gymnadenia conopsea und von dieser, je nach taxonomischer Auffassung, nicht immer verlässlich abgrenzbar, da die Merkmale teilweise überlappen, so dass die nach genetischen Markern abgegrenzte Sippe nicht immer mit den morphologisch unterschiedenen deckungsgleich ist. Bei einer Untersuchung zahlreicher europäischer Individuen, darunter auch deutscher, stimmten nur 77 Prozent der morphologisch angesprochenen Gymnadenia densiflora mit dem genetisch definierten Taxon überein. Damit ist eine sichere Bestimmung nach morphologischen Kennzeichen zumindest in Mitteleuropa derzeit nur eingeschränkt möglich. Die Art ist merklich später blühend als typische Gymnadenia conopsea (von der allerdings auch spätblühende Sippen beschrieben worden sind, deren Zuordnung umstritten ist), sowohl in England wie im südlichen Mitteleuropa etwa von Ende Juni bis Mitte August. Hybride zwischen beiden werden selten angegeben, zum Beispiel aus einer Mischpopulation in Hampshire (England). Nach G.Parolly ist die Blütezeit rund 3 Wochen später als bei Gymnadenia conopsea. Gymnadenia densiflora ist diploid, Chromosomenzahl 2n = 40. Im Gegensatz zu anderen Kleinarten aus der Sammelart Gymnadenia conopsea s. l. kommen tetraploide Pflanzen nicht vor.
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Heimisch
Belgien
Weitere
Norwegen, Baltic States, Belarus, Belgien, Bulgarien, Central European Rus, Czechoslovakia, East European Russia, Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Ungarn
Irland, Italien, Niederlande, Northwest European R, Polen, Rumänien, Spanien, Schweden, Schweiz, Transcaucasus, Ukraine, West Siberia, Yugoslavia, Österreich
Die Art kommt in fast ganz Europa, von Nord-Norwegen (Skandinavien) im Norden bis Italien im Süden, vor, sie wird nach Südosten hin häufiger. In Großbritannien ist sie verbreitet in England und Wales, in Schottland nur extrem selten. In Irland ist sie die häufigste Gymnadenia-Art. In Österreich ist die Art zerstreut bis selten, ihre Verbreitung in Deutschland ist unklar. Die Art ist in Deutschland durch die BArtSchV besonders geschützt.
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