(c) Nova Patch, some rights reserved (CC BY-SA), uploaded by Nova Patch · (c) Nova Patch, some rights reserved (CC BY-SA), uploaded by Nova Patch · CC BY-SA
Der Riesen-Bärenklau, auch Bärenkralle, Herkulesstaude oder Herkuleskraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bärenklau (Heracleum) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie ist eine zwei- bis mehrjährige, wenn unbeeinflusst einmalblühende (hapaxanthe) krautige Pflanze. Ursprünglich stammt sie aus dem Kaukasus und ist in Europa und Nordamerika ein invasiver Neophyt.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Verwechslungsmöglichkeiten bestehen in Mitteleuropa vor allem mit den großen einheimischen Doldenblütlern Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) und Engelwurzen (Wald-Engelwurz, Angelica sylvestris und Arznei-Engelwurz, Angelica archangelica). Erscheinungsbild und Laubblatt Der Riesen-Bärenklau wächst als zwei- bis mehrjährig-einmalblühende krautige Pflanze und erreicht als zweijährige Pflanze oft innerhalb weniger Wochen eine Wuchshöhe bis zu 3 Metern. Das größte bisher gemessene Pflanzenexemplar, das ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen wurde, erreichte eine Wuchshöhe von 3,65 Metern. Der mäßig dicht behaarte und meist purpurn gefleckte Stängel hat an seiner Basis einen Durchmesser von 2 bis 10 Zentimetern. Er besitzt oft zahlreiche große, dunkle oder weinrote Flecken. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert und erreichen normalerweise eine Länge von 1 Meter, können jedoch samt Blattstiel auch 3 Meter lang werden. Die Blattspreite kann drei- oder fünf- bis neunteilig fiederschnittig sein. Die seitlichen Blattabschnitte können mehr als 1 Meter lang und mehr als 20 Zentimeter breit sein und sind meist ebenfalls tief geteilt. Blütenstand, Blüten und Frucht Die sehr großen zentralen Blüten-Doppeldolden erreichen häufig einen Durchmesser von 30 bis 50 Zentimetern. Sie sind 30- bis 150-strahlig. Die Dolden einer einzigen Pflanze können bis zu 80.000 Einzelblüten enthalten und bis zu 15.000 Früchte (Doppelachänen mit jeweils zwei Samen) ausbilden. Die äußeren Blüten sind einseitig, vom Zentrum nach außen hin vergrößert (strahlend). Ihr Durchmesser beträgt 1 bis 2 Zentimeter. Der Durchmesser der Blüten im Inneren der Dolden dagegen beträgt nur 4 bis 8 Millimeter. Die Blütenfarbe ist weiß. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli. Der Aufbau der Blüte entspricht der Grundform aller Doldenblütler und wird mit folgender Blütenformel beschrieben: ⋆ K 5 C 5 A 5 G ( 2 ) ¯ {\displaystyle \star K_{5}\;\;C_{5}\;A_{5}\;G_{\overline {(2)}}} . Die Achänen sind bei einer Länge von 10 bis 14 Millimetern sowie einem Durchmesser von 6 bis 8 Millimetern oval, flach, und haben aufwärtsgebogene, borstig behaarte Randrippen sowie je vier dunkle Ölstriemen. Nach der Bildung der Achänen stirbt das Pflanzenexemplar ab. Kommt es nicht zur Blüte und zum Reifen der Früchte, kann das Pflanzenexemplar mehrere Jahre leben. Aufgrund der hohen Zahl von Samen ist der Riesen-Bärenklau eine Pflanze mit ausgeprägter Ausbreitungsfähigkeit. Ihre Samen bleiben zudem über mehrere Jahre hinweg keimfähig. Auf die maximale Dauer der Keimfähigkeit kann aufgrund einzelner Erfahrungsberichte bei der Beseitigung von Riesen-Bärenklau-Pflanzen geschlossen werden. Bei zumindest einem Fall entstanden nach einer siebenjährigen Beweidung durch Schafe keine neuen Keimlinge mehr und der Bestand an dem Standort erlosch vollständig. Austrieb einer Riesen-Bärenklau-Pflanze in ihrem 2. Jahr Stängel des Riesen-Bärenklaus, charakteristisch: kaum gefurcht und purpurne Flecken – im Gegensatz zum Wiesen-Bärenklau Behaarung des Stängels Riesenknospe, eine weite Blattscheide umgibt jeweils den Komplex der Doppeldolden bis zu deren Streckung Hauptdolde mit Nebendolden von unten Nahaufnahme der Dolde mit strahlenden Randblüten der Döldchen Fruchtstand mit noch unreifen Achänen im August, einige Zeit vor dem Absterben der Pflanze Die Arznei-Engelwurz kommt an ähnlichen Standorten vor und kann mit dem Riesen-Bärenklau verwechselt werden Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22. Wuchseigenschaften Die Samen des Riesen-Bärenklaus keimen sehr früh im Jahr aus; zur Aufhebung der Keimruhe benötigen sie eine Frosteinwirkung. Abhängig vom Mikroklima des jeweiligen Standorts kann das bereits Anfang bis Mitte Februar geschehen. Zusammen mit dem starken Wachstum der Pflanzen hat der Riesen-Bärenklau damit gegenüber konkurrierenden Pflanzenarten einen wesentlichen Vorteil. Einjährige Pflanzen erreichen zu Beginn des Monats Mai, wenn die meisten in Mitteleuropa heimischen Pflanzen noch kein stärkeres Längenwachstum aufweisen, bereits eine Höhe von bis zu einem Meter. Die großen Blätter verschatten die übrige Vegetation und behindern damit deren Entwicklung. Ende Juni können ausgewachsene zweitjährige Pflanzen bereits eine Höhe von mehr als 3 Metern erreicht haben. Die Pflanze speichert Stärke in einer rübenartigen Verdickung an der Basis des Sprosses und den oberen Teilen der Wurzel. Das ermöglicht ihr, sowohl im zweiten Jahr sehr früh auszutreiben als auch nach Rückschnitt erneut nachzutreiben. Der Riesen-Bärenklau kann daher trotz mehrfachen Mähens zur Blüte gelangen. Blüht und fruchtet das Pflanzenexemplar, wird dieses Speicherreservoir aufgebraucht und dieses Exemplar stirbt danach ab. Standortansprüche Der Riesen-Bärenklau zählt zu den stickstoffliebenden Pflanzen, stellt ansonsten aber wenig Ansprüche an den Boden. Lediglich mit sehr sauren Böden kommt er nicht zurecht. Selbst wenn der Samen keimt, sterben Keimlinge in stark saurem Milieu (pH 3,3 und weniger) innerhalb weniger Wochen wieder ab. Zur Bildung von Dolden und damit von Diasporen kommt es nur an sonnigen Standorten. Pflanzen an Standorten mit wenig Sonnenbestrahlung können allerdings mehrere Jahre überleben, ohne zur Blüte zu gelangen. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht, mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 5 (sehr nährstoffreich bis überdüngt), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).
Deutsch
Herkulesstaude · Riesen-Baerenklau · Riesenbärenklau · Riesen-Bärenklau
Englisch
cartwheel-flower · Cartwheel Flower · Cartwheel-Flower · Giant Cow Parsnip · giant hogweed · Giant hogweed · Giant Hogweed · hogweed · Hogweed · Mantegazzi's Cow-Parsnip · Mantegazzi'S Cow-Parsnip
Für diese Art gibt es noch keine aktiven Inserate.
Inserat erstellen →Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Natürliches Verbreitungsgebiet Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und wird daher auch als Kaukasischer Bärenklau bezeichnet. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt im West-Kaukasus, westlich des Elbrus, wo sie vom Vorland des Gebirges bis in Höhen von 2200 Meter, oberhalb der Waldgrenze, verbreitet ist. In seiner Heimat ist Heracleum mantegazzianum auf Waldrändern und Lichtungen anzutreffen, in Uferzonen und in Bergregionen mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von 1000 bis 2000 mm und gemäßigt-kontinentalem Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern. Einführung nach Europa Der Riesen-Bärenklau wurde 1895 erstbeschrieben. Zahlreiche frühere Erwähnungen über Pflanzen in Gärten und Sammlungen, unter den Namen Heracleum giganteum (unter anderem erwähnt in einer als Erstnachweis viel zitierten Samenliste der Kew Gardens von 1817), Heracleum pubescens, Heracleum caucasicum und anderen, sind möglicherweise auf andere riesenwüchsige Bärenklau-Sippen des Kaukasus und umliegender Regionen, der Gattung Heracleum Sektion Pubescentia, besonders wohl Heracleum sosnowskyi, aber auch Heracleum persicum zu beziehen, sodass die frühe Ausbreitung unklar bleibt. Es wird aber allgemein angenommen, dass die Art große Teile Nordwest-Europas noch im 19. Jahrhundert erreichte. Dass die sehr auffällige Pflanze in Europa so spät bekannt wurde, hängt mit der politischen Geschichte des Raums zusammen. Der Westkaukasus, die Heimat der Art, das Siedlungsgebiet der Tscherkessen, war durch die Eroberungskriege Russlands und dessen Dauerkonflikt mit dem Osmanenreich lange Zeit für Forschungsreisende zu riskant und erst nach der „Befriedung“ zugänglich geworden. Nach der Expedition der Botaniker und Pflanzensammler Carlo Pietro Stefano Sommier und Émile Levier im Jahr 1887, die die Pflanze erstmals wissenschaftlich 1895 in Nuovo Giornale Botanico Italiano; e Bollettino della Societa Botanica Italiano Serie 2 Band 2 Seite 79 beschrieben, wurde sie rasch als Gartenpflanze über Europa verbreitet. Als Zierpflanze wird der Riesen-Bärenklau noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts gelegentlich in Gärten und Parks verwendet. Das wird wegen der unerwünschten Eigenschaften dieses invasiven Neophyten fachlich äußerst kritisch gesehen, daher ist seine Hortikultur beispielsweise in der Schweiz verboten. Zur mitteleuropäischen Ausbreitung des Riesen-Bärenklau hat wesentlich beigetragen, dass der Pflanze ein wirtschaftlicher Nutzen unterstellt wurde. Imkern wurde er in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wiederholt als Bienenweide empfohlen. Allerdings sind es – von unterhalb der hohen Dolden jedoch nicht erkennbar – überwiegend Mistbienen und eben nicht Honigbienen, die den offen dargebotenen Nektar aufnehmen. In der Forstwirtschaft verwendete man ihn, weil man mit den im Sommerhalbjahr dichten Beständen dieser Pflanze dem Wild zusätzliche Deckung geben wollte und der Überzeugung war, mit dieser Pflanze Böschungen befestigen zu können. Wegen dieses vermeintlichen wirtschaftlichen Nutzens wurde sie wiederholt in freier Natur angesalbt. In Deutschland ist das allerdings nach § 40 des Bundesnaturschutzgesetzes genehmigungspflichtig. Er wurde zudem in die Schwarze Liste der invasiven Neophyten der Schweiz aufgenommen und der Freisetzungsverordnung unterstellt. Rezente Verbreitungsgebiete Der Riesen-Bärenklau ist Anfang des 21. Jahrhunderts in ganz Mitteleuropa (Zentralrussland bis Frankreich, auf den Britischen Inseln, von Norwegen bis Ungarn) und Teilen Nordamerikas verbreitet. Rezente Standorte Das Spektrum an Standorten in Europa, an denen der Riesen-Bärenklau gedeiht, ist sehr viel größer als im Ursprungsgebiet. Ausgehend von Gärten und Parks sowie insbesondere von Standorten, an denen der Riesen-Bärenklau angesamt wurde, wächst er an Straßenrändern, in Bach- und Flusstälern sowie auf Brachen. Er breitet sich in Europa auch auf trockeneren und wärmeren Standorten aus als in seiner Heimat und ist deshalb nicht nur in der Saumvegetation von Hecken, Waldrändern, Bächen und Flüssen zu finden, sondern auch auf Halden, Ruderalstandorten und in Naturschutzgebieten. Kartierungen der Ausbreitung zeigen, dass die Art mit menschlicher Bevölkerungsdichte, niedrigen Wintertemperaturen und tonigen Moränen korrelierte. Der Riesen-Bärenklau kommt in Deutschland besonders in nitrophilen Saumgesellschaften (Unterklasse Galio-Urticenea) vor.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
cbd_2014_pathway:escape_horticulture
cbd_2014_pathway:natural_dispersal
cbd_2014_pathway:corridor
temperate Asia (WGSRPD:3)
cbd_2014_pathway:release
Eastern Europe
Eastern Asia
established
Eingeführt
Weitere