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Brazil, Colombia
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Der Kautschukbaum oder Para-Kautschukbaum ist eine aus Südamerika stammende Pflanzenart aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae).
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Vegetative Merkmale Hevea brasiliensis ist ein laubabwerfender Baum, der Wuchshöhen von etwa 20 bis 40 m und in Plantagen Stammdurchmesser von ungefähr 35 cm erreicht. Der Stammdurchmesser kann aber über 80 Zentimeter erreichen. Das Kern- und das Splintholz ist gelblich und riecht in frischem Zustand unangenehm. Die relativ glatte bis leicht schuppige Borke ist bräunlich bis hellgrau. Im weichen Bast des Stammes verlaufen Milchröhren (Milchsaftgefäße), durch die der Milchsaft fließt. Dieser besteht zu 55–70 % aus Wasser und 30–40 % aus Kautschuk. Die restlichen Stoffe sind Zucker, Proteine, Harze und Wachse, die jeweils nur 0,5–2 % ausmachen. Die Verzweigung ist gleichmäßig und die Äste stehen mehr oder weniger aufrecht. Die Rinde der Zweige ist glatt. Die spiralig angeordneten, lang gestielten und papierigen, kahlen Laubblätter sind dreizählig. Der Blattstiel ist bis etwa 10–20 Zentimeter lang. Das mittlere Blättchen ist oft größer als die zwei seitlichen. Die elliptischen bis verkehrt-eiförmigen, -eilanzettlichen, glänzenden und kurz gestielten Blättchen sind oberseits dunkelgrün, unterseits fahlgrün. Sie haben eine markante, hellgrüne und parallel-vorwärts gefiederte Nervatur. Sie sind etwa 7–20 cm (bis zu 25 cm) lang und 3–8 cm (bis zu 10 cm) breit. Die Blättchenränder sind ganz, die Spitze ist zugespitzt bis bespitzt. Es können 2–3 Drüsen (extraflorale Nektarien) an der Blattbasis oder am Stiel vorhanden sein. Die Nebenblätter sind lanzettlich und etwa 1 mm lang. Die Nebenblätter sind früh abfallend. Generative Merkmale Direkt unter der Ansammlung von Laubblättern am Ende der Zweige wird ein pseudoterminaler, bis zu 25 cm langer, gemischter und gestielter rispiger Blütenstand mit etwa 0,5 mm langen Hochblättern gebildet. Hevea brasiliensis ist einhäusig gemischtgeschlechtig (monözisch). Die stechend, penetrant riechenden, gestielten und gelben, glockenförmigen Blüten sind mit einer einfachen Blütenhülle und ohne Petalen. Die männlichen Blüten besitzen einen 5–6 mm langen, fünf bis sechslappigen, spitzen und behaarten Kelch und zwei Kreise mit je fünf Staubblättern, die zu einer 1,5 mm hohen Säule (Androphor) um den feinhaarigen Pistillode (steriler Stempel) verwachsen sind, die Antheren sind in zwei horizontalen Reihen übereinander angeordnet. Die terminal angeordneten, wenigen weiblichen Blüten besitzen einen etwas breiteren und längeren, ähnlichen Kelch wie die männlichen. Der oberständige, feinhaarige und dreikammerige Fruchtknoten ist fast kugelig und unten oft von den kleinen floralen Nektarien (Diskus) umgeben, die drei sitzenden Narben sind 0,2–0,3 mm lang. Die holzige, bei Reife bräunliche, gestielte Kapselfrucht, mit drei bis vier ellipsoiden Kapseln, ist etwa 4 bis 5 cm groß. Wenn sie reif sind explodieren die Kapseln ventral (bauchseitig) sehr gut hörbar mit einem lauten Knall und werfen ihre Samen über große Entfernungen aus. Die harten, glänzenden, eiförmigen bis ellipsoiden und großen, wachsigen Samen sind bis etwa 2,3 × 1,5 cm groß, hellbraun bis gräulich mit dunkelbraunen Flecken, Streifen oder Sprenkeln. Die Samen sind etwa 2–6 g schwer, die Tausendkornmasse beträgt ca. 3600–4250 g. Die Samen sind giftig, sie enthalten Zyanid, das Tegmen ist papierig. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.
Deutsch
Amazonas-Parakautschukbaum · echter Federharzbaum · Hevea · Parakautschukbaum
Englisch
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→ Hauptartikel: Naturkautschuk Ernte Nach etwa fünf bis sechs Jahren ist die Nutzpflanze alt genug für die Gewinnung des Milchsafts, beim Kautschukbaum auch als Naturkautschuk oder Latex bezeichnet. Die Milchröhren laufen entgegen dem Uhrzeigersinn in einem Winkel von 3,5° zur vertikalen Richtung. Daher erfolgt der Zapfschnitt spiralig mit einem speziellen Messer von links oben nach rechts unten in einem Winkel von 30° zur horizontalen Richtung. Beim Schnitt darf das unter den Milchröhren gelegene Kambium auf keinen Fall zerstört werden, da sonst keine Regeneration der Rinde und damit der Milchröhren möglich ist. Der Milchsaft tritt aus und wird in kleinen Eimern aufgefangen. Der Schnitt erfolgt nur über die Hälfte des Baumumfanges, damit ein Lebendstreifen die Wasser- und Nährstoffversorgung sichert. Nachnutzung Im Alter von etwa 25 Jahren stellt der Baum die Produktion von Latex ein, so dass er in der Plantagenwirtschaft gefällt und durch neue Pflanzen ersetzt wird. Das dabei anfallende Holz, sogenanntes „Rubberwood“, ca. 50 Mio. m3 pro Jahr, liegt mit seinem hellen, warmen Farbton im Trend und wird dank seiner hohen Härte, ca. 6,2 nach der Brinell-Härteprüfung, und damit deutlich härter als zum Beispiel Buche, ca. 4,1; Ahorn ca. 4,7 oder Eiche ca. 4,3; und seiner Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeitsschwankungen mehr und mehr auch für den Möbelbau eingesetzt. Die in Monokultur angebauten Pflanzen machen in manchen Ländern, wie zum Beispiel Malaysia, schon einen Großteil des Möbelholzes aus. Auch in Europa wird es vermehrt für den Innenausbau eingesetzt. Das Holz wird auch zu Spielzeug verarbeitet und findet außerdem im Musikinstrumentenbau Verwendung. Öl Aus den Samen des Kautschukbaums kann ein hellgelbes Öl gewonnen werden, das zur Produktion von Biodiesel verwendet wird. Die Samen enthalten 40 bis 50 % ihres Gewichts als Öl. Das Öl besteht zu rund 40 % aus Linolsäure, zu rund 25 % aus Ölsäure, zu rund 16 % aus Linolensäure, zu 10 % aus Palmitinsäure und zu 9 % aus Stearinsäure.
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