Pflanzenwissen · Art
Die Strand- oder Dünen-Gerste ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gersten (Hordeum) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae).
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Sortenvielfalt
Hordeum marinum subsp. gussoneanum
Hordeum marinum subsp. gussoneanum (Parl.) Thell.Hordeum marinum subsp. marinumMarktplatz
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Belege
Critesion marinum (Huds.) Á.Löve, Hordeum berteroanum E.Desv. ex J.Gay, Hordeum caudatum Jaaska
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Die Strand- oder Dünen-Gerste ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gersten (Hordeum) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Es ist vor allem im Bereich von Meeresküsten auf Salzwiesen oder auch Küstendeichen anzutreffen.
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Erscheinungsbild und Blatt Die Strand-Gerste ist eine sommergrüne, einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 40 Zentimetern erreicht. Die Pflanze wächst vom Grund an horstig oder einzeln mit von einem gebogenen Grund ausgebreiteten bis aufrecht aufsteigenden und unverzweigten Halmen. Die Halme sind kahl und besitzen drei bis vier Knoten. Die grau- bis bläulichgrünen, 1,5 bis 8 Zentimeter langen und 1 bis 3,5 Zentimeter breiten Laubblätter reichen bis zur Ähre. Die Blattscheiden der obersten Blättchen sind bauchig aufgeblasen, wodurch sie sich von der ähnlichen und nahe verwandten Mäuse-Gerste (Hordeum murinum) und der Roggen-Gerste (Hordeum secalinum) mit enganliegenden obersten Blättchen unterscheidet. Die kahlen, auf dem Rücken gerundeten unteren Blattscheiden sind weich. Es sind oft kleine undeutliche Öhrchen. Die häutigen Blatthäutchen messen weniger als 1 Millimeter. Die Blattspreiten laufen in eine feine Spitze aus. Blütenstand, Blüte und Frucht Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Die drei bis sechs endständigen, grünen oder purpurnen Ähren sind 2 bis 6 Zentimeter lang und werden zuweilen von der obersten Blattspreite überragt. Wie bei allen Gersten wachsen die einblütigen Ährchen zu dreien abwechselnd an gegenüberliegenden Seiten der Ährenachse, während die Gipfelährchen verkümmert sind. Die mittlere, ungestielte Blüte der Blütendrillinge ist zwittrig und deutlich größer ausgebildet als die beiden seitlichen und sterilen Ährchen. Letztere sind deutlich kleiner und sehr kurz gestielt. Alle Spelzen sind lang begrannt. Die Deckspelzen und die rauen und starren Hüllspelzen der Ährchen sind ungleich. Die unteren Hüllspelzen der Seitenährchen sind borstlich und erreichen einschließlich der dünnen, rauen und geraden Granne 8 bis 26 Millimeter. Die oberen Hüllspelzen sind dagegen breitgeflügelt mit einer 10 bis 22 Millimeter langen Granne. Die Deckspelzen sind lanzettlich geformt und werden zwischen 3 und 5 Millimeter lang, ebenso die Granne. Die Hüllspelzen des zentralen Ährchens sind beide auf ganzer Länge borstlich und messen inklusive der geraden Granne zwischen 10 und 24 Millimeter. Die schmal-eiförmigen, kahlen, fünfnervigen und auf dem Rücken gerundeten Deckspelzen werden zwischen 6 und 8 Millimeter lang, einschließlich der Granne etwa 24 Millimeter. Bei den Früchten handelt es sich um für Süßgräser typische einsamige Schließfrüchte (Karyopsen). Chromosomensatz Der Karyotyp der Strand-Gerste beträgt 2n = 14 Chromosomen, daneben existieren Populationen der Unterart Hordeum marinum subsp. gussoneanum mit zwei- und vierfachem Chromosomensatz.
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Die Strand-Gerste ist zur Heugewinnung nicht geeignet, kann aber als Futterpflanze für Weidetiere, insbesondere Hausschafe, dienen.
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Bei der Strand-Gerste handelt es sich um einen Therophyten. Die Pollen der weit herausragenden Staubbeutel werden durch den Wind verweht und bestäuben so die benachbarten Blüten (Windbestäubung). Zur Zeit der Samenreife vertrocknet die Strand-Gerste. Wie bei anderen wildwachsenden Gersten (Unkrautgersten) ist die Ähre zerbrechlich und zerfällt zwischen den in Dreiergruppen zusammenstehenden Ährchen bei der Samenreife. Diese Verbreitungseinheiten (Diasporen) sorgen für die Ausbreitung.
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salt marshes
mesotrophic
terrestrial
shortlived
mobile
cuddly
plant
Heimisch
Belgien (Flanders), Dänemark
Eingeführt
Australien, Belarus, Kanada, Chile, Tschechien, Island, Japan, Litauen, Polen, Portugal (Açores), Rumänien, New York
New Zealand North, Argentina Northeast, California, Ohio, Oklahoma, Oregon, Cape Provinces, Pennsylvania, Chile Central, Queensland, Chile South, South Australia, New Zealand South, Argentina Northwest, Argentina South, Arizona, Maryland, Massachusetts, Mexico Northwest, Montana, British Columbia, Nevada, New Jersey, New South Wales, Tasmania, Idaho, Illinois, Utah, Victoria, Washington, Western Australia
Weitere
Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Slowakei, Schweden, Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States), Usbekistan, West Himalaya, Yugoslavia, Global, Afghanistan
Albanien, Algerien, Österreich, Azores, Baleares, Baltic States, Belgien, Bulgarien, Canary Is., Corse, Zypern, Czechoslovakia, East Aegean Is., Ägypten, Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Griechenland, Ungarn, Iran, Irak, Italien, Kasachstan, Kirgizstan, Kriti, Krym, Kuwait, Lebanon-Syria, Libyen, Madeira, Marokko, Niederlande, North Caucasus, Pakistan, Palestine, Portugal, Rumänien, Sardegna, Saudi-Arabien, Sicilia, Sinai, South European Russi, Spanien, Tadzhikistan, Transcaucasus, Tunesien, Turkey-in-Europe, Turkey, Turkmenistan, Ukraine
Verbreitung Das Verbreitungsgebiet der Strand-Gerste umfasst Europa mit Ausnahme des äußersten Nordens, dazu Nordafrika und Westasien. In Europa wächst die Strand-Gerste vor allem entlang der Atlantikküste und im Mittelmeerraum sowie lokal an salzbeeinflussten Orten des Binnenlandes. In Skandinavien kommt sie nur adventiv (eingeschleppt) vor. In Afrika findet man das Gras entlang der Mittelmeerküste in Algerien, Ägypten, Libyen, Marokko und Tunesien. Das asiatische Verbreitungsgebiet umfasst die arabischen Länder, Armenien, Georgien und Aserbaidschan und reicht bis nach Pakistan im Süden und Russland, Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan im Norden (vor allem Kaspisches Meer, Aralsee). Das Verbreitungsgebiet der Unterart Echte Strand-Gerste konzentriert sich auf Südeuropa. Die Trockenborstige Strand-Gerste ist bis nach Mitteleuropa verbreitet und kam bis an die Küste der Nordsee vor. Heute gilt die Art in den nördlichsten Bundesländern Deutschlands (Schleswig-Holstein und Niedersachsen) sowie in Belgien als ausgestorben. In Mecklenburg-Vorpommern ist sie unbeständig vorkommend, ebenso in Dänemark (Ribe), Polen und Litauen. Im Binnenland Deutschlands kommt sie synanthrop vor. Es wird allgemein angezweifelt, dass die Vorkommen in Deutschland und in den genannten angrenzenden Ländern indigen sind, das heißt, möglicherweise gehört die Strand-Gerste hier nicht zur ursprünglichen beziehungsweise einheimischen Flora. Die beiden Unterarten der Strand-Gerste sind in weiten Teilen Nordamerikas vor allem in den westlichen Regionen der Vereinigten Staaten Neophyten. Hordeum marinum ist in Australien, Tasmanien, Neuseeland, den Kanarischen Inseln und Südafrika ein Neophyt. Standorte Die Strand-Gerste wächst vor allem im Bereich der Meeresküsten auf salzhaltigen Böden der Salzwiesen und des Schlickwatt, an Sandstränden, auf Strandwällen oder auf Deichen. In Nordamerika und in Afrika ist sie auch in den Salzsteppen des Inlands häufig anzutreffen. Sie ist eine Begleitart in den Pflanzengesellschaften der Quellerfluren (Thero-Salicornietea) und kommt auch in Strandnelken-Gesellschaften (Armerion maritimae) vor. Die Strand-Gerste gehört nicht zu den Salzpflanzen, für die hohe Kochsalzkonzentrationen lebensnotwendig sind. Vielmehr ist sie toleranter gegen hohe Konzentrationen von Ionen im Boden sowie gegen Trockenheit, wodurch sie gegenüber anderen Arten an den genannten Standorten einen Konkurrenzvorteil hat. Gefährdung und Schutz Die Strand-Gerste ist in Deutschland sowie in Dänemark ausgestorben, Einzelsichtungen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sind vorhanden, diese Art ist hier jedoch nicht etabliert. Als Ursache für den Rückgang der Strand-Gerste sowie das Aussterben in Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden die ausbleibende Überflutung der Salzwiesen und Marschen sowie der verbesserte Küstenschutz durch den Aufbau von Deichen und Wellenbrechern angesehen. Die Strand-Gerste findet auf den salzärmeren Böden keine ausreichenden Lebensbedingungen und wurde durch konkurrenzstärkere, salzempfindlichere Arten verdrängt. In Europa gilt die Strand-Gerste insgesamt als häufig und ungefährdet, auf anderen Kontinenten hat sie sich als Neophyt etabliert. Die Strand-Gerste ist weder in Deutschland noch international geschützt. Sie fällt weder unter die Bundesartenschutzverordnung noch unter die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union. Auch der Handel ist nicht eingeschränkt, auf den CITES-Listen taucht die Art nicht auf.
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