Pflanzenwissen · Art
Die Europäische Stechpalme, auch Gewöhnliche Stechpalme, Gemeine Stechpalme, Hülse oder nach dem botanischen Namen Ilex genannt, ist die einzige in Mitteleuropa heimische Pflanzenart der Gattung der Stechpalmen (Ilex)…
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Die Europäische Stechpalme, auch Gewöhnliche Stechpalme, Gemeine Stechpalme, Hülse oder nach dem botanischen Namen Ilex genannt, ist die einzige in Mitteleuropa heimische Pflanzenart der Gattung der Stechpalmen (Ilex) innerhalb der Familie der Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae).
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Erscheinungsbild, Rinde und Blatt Die Europäische Stechpalme ist ein immergrüner, aufrechter, ein- oder auch mehrstämmiger, 1 bis 5 Meter hoher Strauch oder ein 10 bis über 20 Meter hoher, dicht verzweigter Baum mit kegelförmiger Krone. Junge Zweige sind grün und dicht behaart, verkahlen jedoch, wenn sie älter werden. Auch die Rinde des Stamms bleibt lange grün und bildet erst spät eine dünne schwarzgraue Borke. Die Stämme der Baumform können Durchmesser von bis zu 150 Zentimeter erreichen. Die Pflanzen werden bis zu 300 Jahre alt. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist 10 bis 15 Millimeter lang. Die stachelspitzige Blattspreite ist bis zu 10 Zentimeter lang, relativ dick, kahl und ledrig, auf der Oberseite glänzend dunkelgrün und unterseits gelbgrün. Die Form der Blattspreite ist eiförmig bis elliptisch und am oberen Ende zugespitzt. Der Rand von Blättern aus den unteren Bereichen der Pflanze ist auf beiden Seiten mit stacheligen Zähnen versehen, die alternierend aufwärts und abwärts geneigt sind. Mit zunehmender Höhe der Pflanze bzw. im Alter und im Schatten lässt die Bestachelung nach und es treten vermehrt auch völlig stachelfreie Blätter auf (daher teils starke Heterophyllie). Es sind kleine Nebenblätter vorhanden. Blütenstand und Blüte Die Blütezeit liegt am Ende des Vollfrühlings und reicht von Mai bis Anfang Juni. Die Europäische Stechpalme ist meist zweihäusig (diözisch). Das heißt, es braucht eine männliche und eine weibliche Pflanze, damit es zur Fruchtbildung kommt. Wer also pflanzt, muss das bei der Planung berücksichtigen. Die doldigen Blütenstände stehen in den Achseln vorjähriger Blätter. Es ist ein kurzer Blütenstiel vorhanden. Die weißen, unscheinbaren und funktionell eingeschlechtigen Blüten sind bei einem Durchmesser von etwa 6–8 mm radiärsymmetrisch und meist vier-, selten fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die 4 oder selten 5 Kelchblätter sind an ihrer Basis verwachsen. Die vier oder selten fünf, manchmal teils rötlichen Kronblätter sind an ihrer Basis verwachsen. In den männlichen Blüten ist nur ein Kreis mit 4 oder selten 5 Staubblättern und ein Pistillode vorhanden. In den weiblichen ein oberständiger, vierkammeriger Fruchtknoten mit sitzender, gelappter Narbe und Staminodien. Es wird am Fruchtknoten bzw. Pistillode Nektar abgesondert. Frucht und Samen Die bei Reife roten, mehrsamigen Steinfrüchte sind bei einem Durchmesser von 8 bis 10 Millimetern kugelig, ellipsoid oder verkehrt-eiförmig, glänzend und saftig mit Narbenresten. Sie enthalten vier Steinkerne, die die Samen enthalten. Die Fruchtreife tritt ab Oktober ein. Chromosomensatz Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.
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In gemäßigten Gebieten wird die Stechpalme als Zierpflanze in Gärten und Parks angepflanzt. Neben der Wildform sind mehrere Kulturformen im Handel, teils mit anderer Blattgestalt und anderen Blattfarben. An der Westküste der USA, in den Bundesstaaten Kalifornien, Washington, und Oregon sowie in der kanadischen Provinz British Columbia wurden Plantagen angelegt, um die Nachfrage nach Weihnachtsschmuck zu befriedigen. Laub und Zweige Die belaubten Zweige können gebündelt und, an einem Seil befestigt, zur Schornsteinreinigung verwendet werden. Dabei funktioniert das Stechpalmenbüschel wie eine Stahlbürste. Zweige und Blätter der Pflanze wurden einst auch gegen die Ratten- und Mäuseplage eingesetzt. So ist aus Lübeck bekannt, dass im Kanzleigebäude Hohlräume in Decken zur Abwehr mit „Hülsbusch“ ausgefüllt waren. In den niederösterreichischen Voralpen (Wienerwald, Mostviertel, Elsbeerreich) gehörte die Stechpalme zum traditionellen Bauerngarten. Zumindest ein Baum wurde in ein nördliches Eck (um den Garten durch den Baum möglichst wenig zu beschatten) gesetzt. Bei verlassenen, brach liegenden Gehöften zeigt sie an, wo sich einst das 'Gartl' befand. Beeren Im Elsass wird aus den Beeren ein Obstbrand, Baie de Houx, hergestellt. Dabei werden die Beeren einer Mazeration in Weinbrand unterzogen, danach erfolgt eine Destillation. Die giftigen Früchte wurden früher gegen Verstopfung und Epilepsie und die Blätter gegen Magenschwäche, das Wechselfieber und in Südeuropa gegen Rheuma verwendet. Die gerösteten Samen dienten als Kaffee-Ersatz. In ihnen sind nach neuen Untersuchungen Antioxidantien enthalten, Derivate der Phenylessigsäure. . Holz Das dichte, schwere, gut polierbare grünliche Holz wurde früher zu Intarsien oder Druckstöcken für Holzschnitte verarbeitet, auch zu Messerfurnieren oder Spazierstöcken. In der Feintischlerei diente es als Ebenholzersatz, da es dunkle Lacke gut annimmt. Ein bekanntes Stück Hülsenholz ist Johann Wolfgang von Goethes Spazierstock; er steht im Goethehaus in Weimar. Das Schwert von Groatsetter besteht aus Stechpalmenholz.
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Bei der Europäischen Stechpalme handelt es sich um einen skleromorphen (austrocknungstoleranten) Phanerophyten. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, vor allem Bienen. Trotz der wehrhaften Blätter wird vor allem im Winter das feste Laub vom Wild verbissen. Die immergrüne Stechpalme ist im Winter auch ein beliebter Schlafplatz für kleinere Vögel und Überwinterungsstätte für Zitronenfalter. Die Samen werden von Drosseln, Rotkehlchen und Mönchsgrasmücken verbreitet (Endochorie, Verdauungsausbreitung). Den Vögeln schaden die Giftstoffe der Früchte offenbar nicht. Die Früchte werden erst weich und für Vögel essbar, wenn sie mehrmals Frost bekommen haben, und können den ganzen Winter an der Pflanze bleiben, ohne zu verderben. Insgesamt sind in Mitteleuropa jedoch nur 12 Vogelarten bekannt, die Ilex-Beeren fressen. Im Vergleich dazu sind andere Arten, wie z. B. die Vogelbeere, die von 63 Arten gefressen wird, deutlich beliebter. Zu den wenigen Feinden der Stechpalme zählt die Ilex-Minierfliege (Phytomyza ilicis), deren Larve die Blätter befällt. Die Fliegen treten von Ende Mai bis Ende Juni auf und legen ihre Eier einzeln auf der Blattunterseite an die Mittelrippe oder an den Blattstiel frischer Stechpalmenblätter. Die monophagen Larven fressen sich nach dem Schlupf vom Inneren der Mittelrippe in Richtung Blattspitze. Die typische, gelbe Verfärbung am Blatt zeigt sich erst nach der 2. Häutung der Larve. Ein weiterer, insbesondere bei Gärtnern sehr unbeliebter Schädling ist die Blattlaus Aphis ilicis, die auch Ilexblattlaus (bzw. Ilex-Blattlaus) genannt wird und sich wie die Ilex-Minierfliege ausschließlich von Stechpalmen ernährt, wobei bevorzugt Jungtriebe befallen werden. Die vivipare Art bringt durch Jungfernzeugung bis zu 50 Jungtiere zur Welt. Die Blattläuse sind 2 bis 3 mm groß und olivbraun bis rötlich gefärbt und ähneln optisch der verwandten Schwarzen Bohnenlaus. Durch die Abgabe von Honigtau werden nicht nur Ameisen angelockt, auch Rußtaupilze siedeln sich an. Befallene Blätter rollen sich zur Unterseite hin meist deutlich sichtbar ein und sollten, insbesondere bei starkem Befall, entfernt werden.
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mesotrophic
terrestrial
woodlands
longlived
mobile
cuddly
Heimisch
Belgien (Flanders), Dänemark, Norwegen, Portugal (Portugal Continental), Schweden
Eingeführt
Australien, Kanada (British Columbia), Kolumbien (Bogotá, D.C.), Indien, Neuseeland, Oregon, Turkey, South Australia, Tasmania, Hawaii, California, Lebanon-Syria
New Jersey, Washington, New Zealand North, New Zealand South, Virginia, Ontario, British Columbia
Weitere
Brasilien, Kanada (Ontario), Taiwan, Dänemark, Norwegen, Slowakei, Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States), Vereinigte Staaten (Alaska), Vereinigte Staaten (Hawaii), Yugoslavia, Austad, Forsand
Global, Jardín Botánico de Bogotá, Albanien, Algerien, Österreich, Baleares, Belgien, Bulgarien, Corse, Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Griechenland, Irland, Italien, Marokko, Niederlande, New South Wales, Portugal, Rumänien, Sardegna, Sicilia, Spanien, Schweden, Schweiz, Tunesien