Pflanzenwissen · Art
Die Süßkartoffel ist eine Nutzpflanze, die zur Familie der Windengewächse (Convolvulaceae) in der Ordnung der Nachtschattenartigen (Solanales) gehört.
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Sortenvielfalt
Ipomoea batatas var. apiculata
Ipomoea batatas var. batatas
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Belege
Batatas batatas (L.) H.Karst., Batatas betacea Lindl., Batatas edulis (Thunb. ex Murray) Choisy,
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Die Süßkartoffel ist eine Nutzpflanze, die zur Familie der Windengewächse (Convolvulaceae) in der Ordnung der Nachtschattenartigen (Solanales) gehört. Mit der Kartoffel, die zur Familie der Nachtschattengewächse zählt, ist die Süßkartoffel somit nur entfernt verwandt.
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Oberirdische vegetative Teile Die Süßkartoffel ist eine mehrjährige krautige Kletterpflanze, deren Stängel meist leicht sukkulent, selten schlank und krautig sind. Die Stängel liegen meist kriechend auf dem Boden auf und bilden an den Knoten Adventivwurzeln aus. Je nach Sorte kann die Gesamtlänge eines Stängels zwischen 0,5 und 4 Meter betragen, einige Kultivare bilden auch „Sprossen“ (botanisch exakter: neue junge Triebe) von bis zu 16 Meter Länge. Diese bilden jedoch keine unterirdischen Speicherorgane. Die Laubblätter stehen schraubig entlang der Stängel. Der Blattstiel ist 5 bis 20 Zentimeter lang. Die Blattspreiten sind sehr variabel, 5 bis 13 Zentimeter lang, die Form ist herz-, nieren- bis eiförmig, rundlich oder dreieckig und spießförmig, der Rand kann ganzrandig, gezähnt oder oftmals auch 3- bis 7-fach gelappt, geschnitten bis geteilt sein. Meist sind die Blattflächen kahl, nur selten flaumig behaart, die Spitze ist abgerundet bis spitz. Die Blätter sind meistens grün gefärbt, jedoch können sie durch Einlagerung von Anthocyaninen besonders entlang der Blattadern violett gefärbt sein. Wurzelsystem Ausgehend von verschiedenen Typen von Wurzeln (den Speicherwurzeln, Faserwurzeln oder den Bleistiftwurzeln) bildet das Wurzelsystem der Süßkartoffel Seitenwurzeln aus. Die Faserwurzeln (dünne Adventivwurzeln) entstehen vor allem in internodialen Bereichen und weisen eine typische vierteilige Struktur auf, in der je vier Xylem- und Phloem-Stränge das Leitgewebe bilden. Die dickeren Wurzeln (Bleistiftwurzeln) hingegen weisen eine fünf- oder sechsteilige Struktur auf; sie entspringen in den Knoten der unterirdischen Teile der Sprossachse. In Abhängigkeit von den Lebensbedingungen ober- oder unterhalb der Erdoberfläche können die Bleistiftwurzeln zu Speicherwurzeln werden. Ist jedoch beispielsweise der Stickstoffgehalt der Erde zu hoch oder der Sauerstoffgehalt zu niedrig, können aus Bleistiftwurzeln auch wieder Faserwurzeln werden. Fertig ausgebildete Speicherwurzeln können in ihrer Form zwischen nahezu kugelförmig bis hin zu lang spindelförmig variieren, ihre Länge liegt zwischen wenigen Zentimetern bis hin zu 30 cm. Auch das Gewicht schwankt entsprechend zwischen nur etwa 100 g und mehreren Kilogramm. Die Schale der Speicherwurzeln wird vom Periderm gebildet, unter dem sich ein Ring aus sekundären Leitgewebefasern befindet. Das Periderm wird von einer dünnen Korkschicht abgeschlossen, welche glatt oder unregelmäßig gerippt sein kann. Das in der Mitte der Speicherwurzel befindliche Speichergewebe wird unregelmäßig von Tracheiden, Siebröhren und Milchröhren durchzogen. Die Milchröhren beinhalten einen weißen, klebrigen Milchsaft. Sowohl in der Schale als auch im Inneren der Speicherwurzel werden verschiedene Carotinoide und Anthocyanine abgelagert, sodass die Färbung jeweils zwischen weiß, gelb, orange, rosa oder violett variieren kann. Blütenstände und Blüten Die zwittrigen, fünfzähligen und kurz gestielten Blüten stehen einzeln oder zu wenigen in gestielten, zymösen Blütenständen, die aus den Blattachseln entspringen und aufrecht stehen. Einige Sorten bilden nur selten oder nie Blüten aus. Die kleinen Kelchblätter sind länglich und spitz zulaufend und stachelspitzig sowie (selten nur 7) 10 bis 15 mm lang, meist fein behaart oder bewimpert. Die inneren drei sind etwas länger. Die 4 bis 7 cm lange, verwachsene und trichterförmige, gefaltete Krone, mit kürzerem Saum, kann lavendel bis violett-lavendel gefärbt sein, der Schlund ist meistens dunkler gefärbt, jedoch können auch weiße Kronen auftreten. Die eingeschlossenen Staubblätter sind ungleich lang mit drüsenhaarigen Staubfäden. Der zweikammerige Fruchtknoten ist oberständig mit einem relativ kurzen Griffel und zweilappiger, breiter Narbe. Es ist ein Diskus vorhanden. Die Blüten öffnen sich vor Sonnenaufgang und bleiben für einige Stunden geöffnet. Noch am Vormittag schließen sie sich wieder und beginnen zu verwelken. Früchte und Samen Früchte werden nur selten ausgebildet, es sind eiförmige bis rundliche, kahle bis behaarte, bräunliche Kapselfrüchte, die eine Größe von 5 bis 8 Millimeter erreichen. Sie enthalten ein oder zwei (bis vier), einseitig abgeflachte Samen, die schwarz oder rotbraun gefärbt, etwa rundlich und kahl sind und eine Länge von etwa 3 bis 4 Millimeter erreichen. Die Samenschale ist sehr hart und wird nur schwer von Wasser und Sauerstoff durchdrungen, so dass die Samen schwer keimen. Natürliche Transgenität Eine genetische Untersuchung kultivierter Süßkartoffeln ergab, dass die Süßkartoffel eine natürliche transgene Nahrungspflanze ist. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 90.
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Küche Die Knollen werden ähnlich wie Kartoffeln in gewaschenem und gegebenenfalls geschältem Zustand gekocht, gebacken, frittiert, überbacken oder gebraten. Die ungeschälte Zubereitung im Ofen ist ebenso möglich. Der Geschmack bleibt dabei gut erhalten. Auch im Mikrowellenherd kann sie mit Schale gegart werden. Gebackene Süßkartoffeln gehören zum traditionellen Truthahn-Menü, das in den USA zu Thanksgiving gegessen wird. In der asiatischen, vor allem in der koreanischen Küche werden Süßkartoffeln vielfach verwendet und damit auch Nudeln hergestellt, die dort zum beliebten Japchae zubereitet werden. In Japan werden Süßkartoffeln für Süßspeisen wie den Yōkan verwendet oder als geröstete Süßkartoffel als Zwischenmahlzeit gegessen. Ein typisches alkoholisches Getränk, das daraus gewonnen wird, ist Imojōchū in Japan und Soju in Korea. Das Kraut der Süßkartoffel, insbesondere die Blätter, wird in Afrika ähnlich wie Spinat zubereitet und oft als Beilage zu den Bataten serviert. Rohverzehr ist auch möglich (wenn man sich vorher vergewissert, dass man Exemplare mit geringem Blausäuregehalt verwendet). Weltraumexpedition Da die Süßkartoffel hohe Mengen an Energie pro Fläche und Anbauzeit und Nährstoffen speichert und sich gut an äußere Umstände anpassen kann, wurde sie von der NASA als mögliche Nutzpflanze für längere Weltraumexpeditionen, beispielsweise zum Mars, ausgewählt. Zierpflanze Die Schlingpflanze kann auch zur Begrünung von kahlen Stellen eingesetzt werden und zur Verschönerung von Hausfassaden.
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Climber
Heimisch
Kolumbien
Eingeführt
Amerikanisch-Samoa, Angola, Australien, Brasilien, Britisches Territorium im Indischen Ozean, Burkina Faso, Burundi, Tschad, Taiwan, Kongo-Kinshasa, Cookinseln, Kroatien
Fidschi, Guinea (Guinée forestière), Honduras, Indien, Kiribati, Laos, Libyen, Madagaskar, Malediven, Marshallinseln (Ailinglaplap Atoll), Mikronesien (Kosrae), Namibia, Niue, Palau, Philippinen, Portugal (Açores), Samoa, São Tomé und Príncipe, Seychellen, Salomonen, Spanien, Tansania (East Usambara), Timor-Leste, Tonga, Vereinigtes Königreich (Pitcairn Islands), Jemen, Sumatera, Senegal, Sierra Leone, Society Is., Somalia, Sri Lanka, St.Helena, Sudan, Sulawesi, Suriname, Tadzhikistan, Tansania, Texas, Thailand, Tokelau-Manihiki, Transcaucasus, Trinidad-Tobago, Tuamotu, Tubuai Is., Turkmenistan, Tuvalu, Uganda, Uruguay, Vanuatu, Venezuelan Antilles, Vietnam, Wake I., Western Australia, Windward Is., Zaïre, Simbabwe, Galápagos Islands, Alabama, Algerien, Argentina Northeast, Argentina Northwest, Assam, Azores, Bahamas, Bangladesch, Bermuda, Bolivien, Borneo, Brazil Northeast, Brazil North, Brazil Southeast, Brazil South, Brazil West-Central, Kambodscha, Kamerun, Canary Is., Cape Provinces, Cabo Verde, Caroline Is., Kaimaninseln, Central African Repu, Chile North, China South-Central, China Southeast, Weihnachtsinsel, Colorado, Komoren, Congo, Kuba, Dominikanische Republik, East Himalaya, Easter Is., Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Florida, Französisch-Guayana, Galápagos, Ghana, Gilbert Is., Griechenland, Guinea-Bissau, Guinea, Guyana, Haiti, Hawaii, Côte d’Ivoire, Jamaika, Jawa, Kenia, Kermadec Is., Kirgizstan, Korea, KwaZulu-Natal, Leeward Is., Lesser Sunda Is., Line Is., Madeira, Malawi, Malaya, Maluku, Marianas, Marquesas, Marshallinseln, Mauretanien, Mauritius, Mexico Central, Marokko, Mosambik, Myanmar, Nansei-shoto, Nauru, Nepal, Neukaledonien, New Guinea, New York, New Zealand North, Nigeria, Pakistan, Paraguay, Peru, Portugal, Puerto Rico, Queensland, Rodrigues, Ruanda, Réunion, Saudi-Arabien
Weitere
Kolumbien (Amazonas, Antioquia, Arauca, Boyacá, Caldas, Caquetá, Casanare, Cauca, Cesar, Chocó, Cundinamarca, Guainía, Huila, Magdalena, Meta, Nariño, Norte de Santander, Quindío, Risaralda, Santander, Tolima, Valle), Komoren, Mikronesien, Portugal (Flores Island), Portugal (Faial Island), Portugal (Terceira Island), Portugal (Pico Island), Portugal (São Jorge Island), Portugal (Santa Maria Island), Portugal (São Miguel Island), Singapur, Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States)
Guatemala, Mexico Gulf, Belize, Ecuador
Neuere Forschungen legen nahe, dass die Gattung Ipomoea im Paläozän in Asien entstanden ist. Laut Alexander von Humboldt ist die Wildform von Ipomoea batatas in Mittelamerika beheimatet. Nach POWO kommt die Art ursprünglich vor von Mexiko bis Ecuador und Venezuela. Sie wurde als Kulturpflanze von allen lateinamerikanischen Hochkulturen verwendet. Nach Südostasien wurde sie nach heutigen Erkenntnissen von den Spaniern im 16. Jh. gebracht, die sie in ihrer Kolonie auf den Philippinen eingeführt haben. Freigelassene afrikanische Sklaven brachten die Süßkartoffel von Amerika nach Afrika. Sie wird heute in fast allen wärmeren Ländern der Tropen, Subtropen und gemäßigten Zonen der Erde angebaut. In Deutschland ist der Bekanntheitsgrad der Süßkartoffel in den letzten Jahren gestiegen. Die bedeutendsten Lieferanten für den deutschen Markt sind die USA und Ägypten. In Neuseeland, den anderen pazifischen Inseln und in Peru ist die Süßkartoffel als Camote oder auch als Kumara bekannt. Besonders schmackhaft sind sie als Pommes frites (Camote frito).
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America