Pflanzenwissen · Art
Die Acker-Witwenblume, auch Wiesen-Witwenblume, Nähkisselchen oder Wiesenskabiose genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Witwenblumen (Knautia) in der Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae).
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Knautia arvensis f. monstruosa Bolzon, Knautia arvensis var. alpestris Brügger
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Die Acker-Witwenblume, auch Wiesen-Witwenblume, Nähkisselchen oder Wiesenskabiose genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Witwenblumen (Knautia) in der Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae).
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Vegetative Merkmale Die Acker-Witwenblume ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimetern erreicht. Es ist ein Rhizom als Überdauerungsorgan vorhanden. Ihr Stängel ist rückwärts mit steifen Härchen versehen. Die gegenständigen Laubblätter sind meist fiederspaltig und erscheinen matt graugrün. Es sind keine Nebenblätter vorhanden. Generative Merkmale In rau behaarten, leicht gewölbten, köpfchenförmigen Blütenständen, die eine gemeinsame Hülle umgibt, sind keine Spreublätter enthalten. Die Blütenköpfchen enthalten bis zu 50 Blüten. Neben Pflanzenexemplaren mit zwittrigen Blüten gibt es auch rein weibliche Exemplare; es liegt also Gynodiözie vor. Die Blüten sind vierzählig. Ihr Kelch ist mit acht bis 16 Borsten versehen. Die Kronblätter sind zu einer bis zu 9 Millimeter langen Kronröhre verwachsen, die in vier Kronzipfel endet. Es sind zwei bis vier freie Staubblätter vorhanden. Der Pollen ist rötlich. Der Griffel endet in zwei Narben. Der unterständige, einfächrige Fruchtknoten enthält nur eine Samenanlage. Die Achänen besitzen einen bleibenden Kelch. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20 oder 40.
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Bei der Acker-Witwenblume handelt es sich um einen mesomorphen Hemikryptophyten und eine Halbrosettenpflanze. Blütenbiologisch handelt es sich beim Blütenstand um den „Körbchenblumen-Typ“. Die Blüten duften und sind immer vormännlich. Der Nektar ist durch eine Saftdecke geschützt, aber trotzdem auch kurzrüsseligen Insekten zugänglich. Zuerst öffnen und strecken sich nacheinander die Staubblätter, dann die Griffel. Als Bestäuber fungieren Bienen und diverse Schmetterlinge (beispielsweise Widderchen). Auch Selbstbestäubung kommt vor. Die Achänen besitzen einen lang behaarten Außenkelch, der noch bis nach der Ablösung photosynthetisch aktiv ist, und weiße, borstenförmige Kelchblätter sowie einen aus der Basis des Vorblatts gebildeten Ölkörper (Elaiosom) für die Ausbreitung durch Ameisen. Der Körbchenboden ist steif behaart und begünstigt die Ausbreitung der Diasporen als Tierstreuer. Auch Menschenausbreitung kommt vor. Die Samen sind bis über 35 Jahre keimfähig. Die Fruchtreife liegt im September. Die Acker-Witwenblume wird von mehreren Schmetterlingsarten als Nektarpflanze genutzt. Zudem ist sie Raupenfutterpflanze für die polyphagen Arten Skabiosenschwärmer und Zimtbär.
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Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Scabiosa arvensis von Carl von Linné on Species Plantarum Bnd 1 Seite 99. Linné übernahm den Namen von Tabernaemontanus (um 1522–1590). Die Neukombination zu Knautia arvensis (L.) Coult. wurde 1823 durch Thomas Coulter in Mémoire sur les Dipsacées Seite 29 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Knautia arvensis (L.) Coult. sind: Scabiosa collina F.W.Schmidt, Scabiosa polymorpha F.W.Schmidt, Trichera arvensis (L.) Schrad., Trichera timeroyi (Jord.) Nyman, Trichera arvensis subsp. timeroyi (Jord.) Nyman, Knautia timeroyi Jord., Knautia avernica Chass. & Szabó, Knautia boderei Szabó, Knautia borderei Szabó, Knautia catalaunica Szabó, Knautia purpurea subsp. timeroyi (Jord.) P.Fourn., Knautia arvensis var. pseudolongifolia Szabó, Knautia arvensis subsp. polymorpha (F.W.Schmidt) O.Schwarz, Knautia arvensis subsp. pratensis Rouy, Knautia arvensis subsp. pseudolongifolia (Szabó) O.Schwarz. Je nach Autor werden mehrere Unterarten unterschieden: Gewöhnliche Acker-Witwenblume (Knautia arvensis (L.) Coult. subsp. arvensis): Laubblätter kahl oder behaart, Stängelhaare derb, am Grund oft rötlich; sie ist tetraploid. Sie kommt in Tunesien und in Europa in Spanien, Österreich, Tschechien, in der Slowakei, in Slowenien, Kroatien, Ungarn und Rumänien vor. Knautia arvensis subsp. collina (Duby) Bonnier: Sie kommt nur in Spanien vor. Pannonische Acker-Witwenblume (Knautia arvensis subsp. pannonica (Heuff.) O.Schwarz, Syn.: Knautia pannonica Heuff., Knautia arvensis var. budensis (Simonk.) Szabó): Die Laubblätter sind graufilzig behaart, Stängelhaare sind fein, am Grund grünlich; sie ist diploid. In Europa kommt sie in Deutschland, Schweiz, Italien, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Kroatien und Österreich vor. Vorkommen in Österreich finden sich in Niederösterreich, Oberösterreich, Wien und Burgenland. Knautia arvensis subsp. rosea (Baumg.) Soó (Syn.: Knautia bosniaca (Conrath) Borbás, Knautia dumetorum Heuff., Scabiosa arvensis var. rosea Baumg.): Sie ist in Europa von Mitteleuropa bis Südeuropa und Südosteuropa verbreitet. Knautia arvensis subsp. rupicola (Willk.) O.Bolòs, Vigo, Masalles & Ninot (Syn.: Trichera subscaposa var. rupicola Willk.): Diese Neukombination erfolgte 1990. Die Unterart kommt nur in Spanien vor. Knautia arvensis subsp. serpentinicola Smejkal: Dieser Endemit kommt nur in Tschechien vor.
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terrestrial
mesotrophic
grasslands
sedentary
longlived
cuddly
Heimisch
Belgien (Flanders), Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden
Eingeführt
Kanada (Newfoundland), Russland, Schweden, New Hampshire, New Jersey, New York, Newfoundland, Colorado, North Dakota, Connecticut, Ontario, Oregon
Pakistan, Pennsylvania, Primorye, Québec, Sakhalin, Saskatchewan, South Dakota, Føroyar, Alberta, Argentina South, Utah, Vermont, Island, West Virginia, Wisconsin, Wyoming, Idaho, Illinois, Maine, Manitoba, Massachusetts, Michigan, Minnesota, Montana, New Brunswick, British Columbia, Khabarovsk
Weitere
Dänemark, Island, Norwegen, Vereinigte Staaten (Vermont-US), Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States), Yugoslavia, Løten, Vest Toten, Brunlanes, Tjølling, Altay, Österreich
Baltic States, Belarus, Belgien, Bulgarien, Buryatiya, Central European Rus, Czechoslovakia, East European Russia, Finnland, Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Griechenland, Ungarn, Irland, Irkutsk, Italien, Kasachstan, Krasnoyarsk, Krym, Niederlande, North Caucasus, North European Russi, Northwest European R, Polen, Portugal, Rumänien, South European Russi, Spanien, Schweden, Schweiz, Ukraine, West Siberia, Yakutskiya
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Acker-Witwenblume umfasst Europa, den Kaukasusraum, Kasachstan und das westliche Sibirien. Sie kommt auch in Tunesien vor. Im östlichen Sibirien, in Argentinien und in Nordamerika ist sie ein Neophyt. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in den westlichen Gebieten Europas bis in Höhenlagen von 1500 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt sie im Vorarlberger Teil zwischen Berbigen-Vorsäß und Stoggenalpe bis zu einer Höhenlage von 1250 Metern auf. Die Acker-Witwenblume ist überall in Mitteleuropa auf nährstoffreichen Wiesen, an Wegrändern, auf Halbtrockenrasen oder extensiv bewirtschafteten Äckern zu finden. Sie ist „basenhold“, das heißt, sie gedeiht am besten auf basischen Böden. Nach Oberdorfer gedeiht sie in Mitteleuropa auf frischen bis mäßig trockenen, nährstoff- und basenreichen, schwach sauren bis milden, mehr oder weniger humosen, lockeren, mittelgründigen bis tiefgründigen Lehmböden ohne Staunässe. Sie ist eine Charakterart der Ordnung Arrhenatheretalia, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Mesobromion vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).
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