Pflanzenwissen · Art
Gartenkresse, in botanischer Literatur meist Garten-Kresse geschrieben, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kressen (Lepidium) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).
Gartenkresse, in botanischer Literatur meist Garten-Kresse geschrieben, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kressen (Lepidium) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Es wird vermutet, dass die Gartenkresse aus West- oder Zentralasien stammt; dort kommt sie auch noch wild vor. Als Kulturpflanze wird sie vielseitig verwendet.
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Vegetative Merkmale Die Gartenkresse ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 20 bis 80 (10 bis 100) Zentimetern. Die Pflanzen mit aufrechtem, einfachem oder im oberen Bereich verzweigtem Stängel sind kahl, selten spärlich fein behaart sowie meist bläulich-grün bereift. Es werden keine grundständigen Blattrosetten gebildet. Die grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind oft in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist 1 bis 4 Zentimeter lang. Die in ihrer Form variablen Laubblätter sind dünn, hellgrün und wenigstens am Rande des Blattstiels borstig behaart. Die Grundblätter sind meist leierförmig-fiederschnittig mit meist verkehrt-eiförmigen, eingeschnittenen oder gezähnten, stachelspitzigen Abschnitten. Die unteren Stängelblätter sind einfach oder meist doppelt fiederschnittig, mit gezähnten oder mehr oder weniger ganzrandigen, stachelspitzigen Abschnitten. Die mittleren und oberen Stängelblätter sind von verschiedener Form, meist etwas fiedrig zerschlitzt, seltener nur gezähnt. Die obersten Stängelblätter sind einfach, meist linealisch, ganzrandig mit spitzem oberen Ende. Generative Merkmale Die end- oder seitenständigen, anfangs schirmtraubigen und später durch Streckung der kahlen Blütenstandsachse traubigen Blütenstände enthalten viele Blüten. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier Kelchblätter sind bei einer Länge von 1 bis 1,8 Millimetern sowie einer Breite von 0,5 bis 0,8 Millimetern länglich länglich-verkehrt-eiförmig oder elliptisch und kahl oder auf der Außenseite flaumig oder borstig-flaumig behaart. Die Kronblätter sind 1,5- bis 1,7-mal so lang wie die Kelchblätter. Die vier weißen bis rosafarbenen, lavendelfarben oder rötlichen Blütenkronblätter sind bei einer Länge von 2,5 bis 3,5, selten bis zu 4 Millimetern sowie einer Breite von 0,7 bis 1,4 Millimetern spatelförmig, verkehrt-eiförmig mit schmal zulaufender Basis oder länglich-spatelförmig. Das Kronblatt ist in Platte und Nagel gegliedert. Der Nagel ist 1 bis 1,4 Millimeter lang. Es sind sechs Staubblätter vorhanden. Von den Staubfäden ist das mittlere kahle Paar 1,5 bis 2 Millimeter lang. Die Staubbeutel sind bei einer Länge von 0,4 bis 0,5 Millimetern länglich und oft violett. Der fast aufrechte, an der Fruchtstandsachse anliegende oder aufsteigende, gerade kahle Fruchtstiel ist mit einer Länge von 1,5 bis 4, selten bis zu 6 Millimetern etwas kürzer als die Frucht und bleistiftförmig oder etwas abgeflacht. Die Schötchen sind bei einer Länge von meist 5 bis 6 (4 bis 7) Millimetern sowie einem Durchmesser von 3 bis 4,5 selten bis zu 5,6 Millimetern eiförmig-länglich oder länglich-eiförmig elliptisch mit gerundeter Basis oder breit-eiförmig etwas abgeflacht, deutlich ausgerandet und von der Mitte bis zum oberen Ende deutlich, relativ breit geflügelt, und das obere Ende ist ausgerandet. Der 0,2 bis 0,5, selten bis zu 0,8 Millimeter lange Griffel befindet sich in der Ausbuchtung, ist nicht mit den Fruchtflügeln verbunden und ist höchstens gleich lang wie die Fruchtflügel. Die glatten, kahlen Fruchtklappen sind dünn und es sind keine Nerven erkennbar. Die rötlich-braunen Samen sind bei einer Länge von 2 bis 2,6, selten bis zu 3 Millimetern sowie einer Breite von 1 bis 1,5 Millimetern eiförmig-länglich oder länglich und ungeflügelt. Die Keimblätter (Kotyledonen) sind dreilappig. Chromosomensatz Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 8 oder 12; es liegt Diploidie oder Tetraploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 16 oder 24 oder 32 vor.
Pflege
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Sortenvielfalt
Lepidium sativum subsp. sativum
Lepidium sativum subsp. spinescens (DC.) Thell.
Marktplatz
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Belege
Arabis chinensis Rottler, Arabis chinensis Rottler ex Wight
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Gartenkresse findet Verwendung in der Bioindikation. Bei diesem Kressetest kann anhand des Keimverhaltens eine Belastung von Luft, Wasser und Boden detektiert werden. Verwendung in der Küche Gartenkresse kann roh oder gegart gegessen werden. Der relativ scharfe, typische Geschmack macht die Gartenkresse, in kleinen Mengen, zu einer exzellenten Zutat für Salate. Die relativ harten und kleinen Wurzeln werden zum Würzen verwendet. Die frischen Schötchen können getrocknet als Gewürz verwendet werden. Die etwa 7 Tage alten Sprossen aus den frisch gekeimten Samen werden vielseitig frisch verwendet. Aus den Samen kann ein Speiseöl gewonnen werden. Gartenkresse schmeckt roh leicht scharf, der Geschmack erinnert an Senf und Rettich, was am Gehalt an Senfölglycosiden liegt. Selbst herangezogen oder im Lebensmittelhandel erworben werden die Kressesprossen in der Küche verwendet, vor allem die Keimlinge, die etwa eine Woche nach der Aussaat geerntet werden können. Verwendet werden die Sorten dieser Art frisch für kalte Aufstriche, besonders solche auf Frischkäse- oder Quarkbasis, und für Salate. Manchmal streut man die gehackten Blätter auf warme Speisen, wie Gemüsesuppen oder Eierspeisen. Auch beliebt sind gehackte Gartenkresseblätter auf Butter- oder Schmalzbrot. Die Pflanzenteile der Gartenkresse gehören zu den sieben Kräutern in der Frankfurter Grünen Soße. Geschichte Die meistverbreitete einjährige Gartenkresse, häufig nur Kresse (von indogermanisch *grēs/grəs ‚fressen, knabbern‘) genannt, stammt vermutlich aus dem Vorderen Orient, ihre Samen wurden schon in alten Pharaonengräbern gefunden. Auch Griechen und Römer schätzten sie. Karl der Große verordnete ihren Anbau in seinen Kapitularien. Hieronymus Bock schrieb 1551: „alle cressen innerlich gebraucht treiben den harn, reinigen den bauch, die nieren und blasen, heilen und reinigen innerliche wunden […].“ Anbau Die Kultur der Gartenkresse kann auf unterschiedlichen Materialien und Erde stattfinden, wobei das traditionell genutzte Perlitsubstrat ebenso wie Celluloseflocken und geschäumte Kunststoffe zunehmend von (umweltverträglicheren) Anzuchtvliesen aus Flachs- und Hanffasern verdrängt werden. Als Vorteile werden der geringere Düngebedarf, die rasche Auskeimung und der schnelle Wuchs der Kresse sowie die einfachere Entsorgung der Anzuchtvliese genannt. Ähnliche Arten Neben der Gartenkresse (lateinisch auch Lepidium) wird in der Küche auch das ausdauernde Pfefferkraut (Lepidium latifolium) verwendet. Zur Brunnenkresse (Nasturtium officinale) der Gattung Nasturtium besteht nur eine Namensähnlichkeit, nicht etwa eine enge Verwandtschaft. Andere Namensvettern siehe unter Kresse.
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Die Erstveröffentlichung von Lepidium sativum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 644. Ein Synonym für Lepidium sativum L. ist Nasturtium crispum Medik. Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten: Lepidium sativum L. subsp. sativum Lepidium sativum subsp. spinescens (DC.) Thell. (Syn.: Lepidium sativum var. spinescens (DC.) Jafri, Lepidium spinescens DC.): Sie kommt von Ägypten über das Gebiet von Israel/Palästina/Libanon bis zum Iran vor.
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cbd_2014_pathway:escape_agriculture
casual
Heimisch
Portugal (Portugal Continental)
Eingeführt
Australien, Belgien, Bulgarien, Burkina Faso, Kanada (Alberta), Tschad, Chile, Kroatien, Tschechien, Dänemark, Estland, Frankreich (Saint Pierre and Miquelon)
Georgien, Grönland, Guinea, Island, Indien, Irland, Israel, Italien, Japan, Lettland, Libyen, Liechtenstein, Litauen, Malta, Republik Moldau, Niederlande (The Netherlands), Portugal (Açores), Russland, Ruanda, Spanien, Schweden, Schweiz, Vereinigtes Königreich (Great Britain), Sudan, Galápagos Islands, Idaho, Illinois, Iowa, Jamaika, Jawa, Kasachstan, Kenia, Korea, Leeward Is., Madeira, Maine, Mali, Manchuria, Manitoba, Marianas, Maryland, Massachusetts, Michigan, Minnesota, Marokko, Nepal, Neukaledonien, New Hampshire, New York, Newfoundland, Nigeria, Niger, Northwest Territorie, Nova Scotia, Ohio, Ontario, Oregon, Pennsylvania, Primorye, Prince Edward I., Puerto Rico, Qinghai, Queensland, Québec, Rhode I., Saskatchewan, Tasmania, Tennessee, Tibet, Transcaucasus, Tunesien, Usbekistan, Vermont, Victoria, Washington, West Siberia, Wyoming, Alberta, Algerien, Argentina South, Assam, Azores, Bangladesch, British Columbia, Burkina, Canary Is., Central African Repu, Chile Central, China North-Central, China Southeast, Connecticut, Kuba, Zypern, East Aegean Is., Eritrea, Äthiopien, Deutschland
Weitere
Kanada (Prince Edward Island), Chile (Metropolitana Region, O'Higgins Region, Maule Region, Biobío Region, Araucanía Region, Los Lagos Region, Region of Magallanes and Antártica Chilena, Los Ríos Region), Zypern, Dänemark, Grönland, Island, Norwegen, Portugal (Santa Maria Island), Portugal (São Jorge Island), Portugal (São Miguel Island), Portugal (Terceira Island), Slowakei
Vereinigte Staaten (Vermont-US), Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States), Lesser Sunda Is., Oman, Central European Rus, Spanien, Pakistan, Palestine, Schweiz, Portugal, Tadzhikistan, Czechoslovakia, Ukraine, East European Russia, Ägypten, West Himalaya, Yugoslavia, Frankreich, Griechenland, Jemen, Gulf States, Niederlande, Turkey-in-Europe, Rumänien, Turkey, Iran, Irak, Italien, Sardegna, Turkmenistan, Saudi-Arabien, Afghanistan, Northwest European R, Sicilia, Sinai, Kriti, Österreich, Krym, Kuwait, Belarus, Belgien, Lebanon-Syria, Bulgarien, South European Russi
Lepidium sativum kommt ursprünglich in Ägypten, Äthiopien, auf der Arabischen Halbinsel, in der Türkei, in Syrien, im Libanon, in Jordanien, Israel, im Irak, in Iran, Afghanistan und Pakistan vor. Sie ist ein Neophyt in Europa, Kenia, Indien, Japan, China, Australien, Neuseeland, in Kanada, den Vereinigten Staaten, Argentinien, Chile und in Neukaledonien. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).
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temperate Asia (WGSRPD:3)
Africa (WGSRPD:2)
Eastern Europe
Eastern Asia