Pflanzenwissen · Art
Der Taumel-Lolch, auch Rauschgras oder Schwindelweizen, Tollgerste, Tollkorn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lolch (Lolium) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae).
Pflege
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Sortenvielfalt
Lolium temulentum f. scabrum
Lolium temulentum f. scabrum (Koch) SoóMarktplatz
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Belege
Bromus temulentus Bernh., Craepalia temulenta (L.) Schrank
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Der Taumel-Lolch, auch Rauschgras oder Schwindelweizen, Tollgerste, Tollkorn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lolch (Lolium) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Sein Name beruht auf den Vergiftungserscheinungen, die in der Vergangenheit nach dem Verzehr von mit Taumel-Lolch verunreinigtem Getreide auftraten.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Vegetative Merkmale Taumel-Lolch ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 90, selten bis 120 Zentimetern. Dieses grüne bis bläulich-grüne Gras wächst büschelig oder mit einzelnen Halmen. Die aufrechten oder gekniet-aufsteigenden Halme sind kahl, glatt und nur unterhalb der Ähre rau. Sie sind unverzweigt oder an der Basis verzweigt, die untersten Knoten können bewurzelt sein. Die Blattscheiden sind glatt bis leicht rau und kahl. Das Blatthäutchen ist ein 1 bis 2 Millimeter langer Saum. Die Blattspreiten sind 6 bis 30 Zentimeter lang und 2 bis 8, selten 12 Millimeter breit. In der Knospenlage sind sie zusammengerollt, später flach ausgebreitet. Die Spreiten sind kahl, die Oberseite und die Ränder sind rau. Die Unterseite ist glänzend. An der Basis sitzen zwei sichelförmige, halmumgreifende Öhrchen, die allerdings auch fehlen können. Generative Merkmale Die Blütezeit liegt im Juni und Juli. Die aufrechte Ähre ist 5 bis 25 Zentimeter lang und weist eine geschlängelte Spindel auf. Die Ährchen sind wechselständig, enthalten 4 bis 10 (selten bis zu 15) Blütchen und sind ohne Granne 15 bis 20 Millimeter lang. Die Ährchenachse ist zwischen den Blütchen auffällig lang. Die obere Hüllspelze ist nur beim obersten Ährchen vorhanden. Die untere ist fünf- bis neunnervig, 7 bis 30 Millimeter lang, von lanzettlicher, schmal abgerundeter Gestalt, derbhäutig, steif und mit zarthäutigen Rändern. Die Deckspelzen sind innerhalb eines Ährchens sehr verschieden lang. Die unterste ist fünf- bis neunnervig, 5 bis 8,5 Millimeter lang, von eiförmiger bis breit-elliptischer Gestalt, zu Beginn derbhäutig und zäh, später hart bis knorpelig werdend. Das obere Ende ist häutig, glatt und kahl. 0,5 bis 2 Millimeter vom oberen Rand entfernt sitzt eine bis 20 Millimeter lange Granne, die aber auch fehlen kann. Die Vorspelzen sind zweinervig, gleich lang wie die Deckspelzen und etwa 2,5 Millimeter breit. Die Staubbeutel sind 2 bis 3,5 Millimeter lang. Die Karyopse ist 4 bis 7 Millimeter lang, glatt und kahl. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.
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terrestrial
agriculture
shortlived
eutrophic
sedentary
cuddly
plant
Heimisch
Belgien (Flanders), Frankreich, Portugal (Portugal Continental), Schweden
Eingeführt
Afghanistan, Australien, Belarus, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Kanada (Alberta), Chile, China, Kolumbien, Kroatien, Tschechien
Dänemark, Ecuador, Estland, Island, Indien, Iran, Japan, Kenia, Kirgisistan, Mexiko, Republik Moldau, Nepal, Niederlande (The Netherlands), Pakistan, Polen, Portugal (Açores), Südafrika, Schweden, Tansania, Uganda, Vereinigtes Königreich (Great Britain), Usbekistan, Venezuela, Jemen (Socotra Archipelago), Ontario, Connecticut, Kuba, Delaware, East Himalaya, Eritrea, Äthiopien, Finnland, Florida, Free State, Georgia, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Guatemala, Hawaii, Idaho, Illinois, Iowa, Irland, Jawa, Kansas, Kentucky, Kuril Is., KwaZulu-Natal, Lesotho, Louisiana, Maine, Manitoba, Maryland, Massachusetts, Mauritius, Mexico Central, Mexico Gulf, Mexico Northeast, Mexico Northwest, Mexico Southwest, Michigan, Minnesota, Mississippi, Missouri, Montana, New Brunswick, Neukaledonien, New Jersey, New Mexico, New South Wales, New York, New Zealand North, New Zealand South, Newfoundland, North Carolina, North Dakota, Northern Provinces, Norwegen, Ohio, Oklahoma, Oregon, Panama, Pennsylvania, Peru, Philippinen, Primorye, Queensland, Québec, Rhode I., Réunion, Sakhalin, Saskatchewan, Socotra, South Australia, South Carolina, South Dakota, South Georgia, Schweiz, Tasmania, Tennessee, Texas, Uruguay, Vermont, Victoria, Virginia, Washington, West Virginia, Western Australia, Wyoming, Yukon, Simbabwe, Bogotá, Alabama, Alaska, Alberta, Argentina Northeast, Argentina Northwest, Argentina South, Arizona, Arkansas, Bangladesch, Bolivien, Brazil Southeast, Brazil South, British Columbia, California, Cape Provinces, Chile Central, Chile South, Kolumbien (Boyacá, Cundinamarca, Norte de Santander)
Weitere
Chile (Metropolitana Region, O'Higgins Region, Maule Region, Biobío Region, Araucanía Region, Los Lagos Region, Los Ríos Region), Dänemark, Finnland, Island, Mauritius, Norwegen, Portugal (Faial Island), Portugal (Graciosa Island), Portugal (São Miguel Island), Portugal (Pico Island), Slowakei, Vereinigte Staaten (Vermont-US)
Vereinigte Staaten (Alaska), Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States), Jemen, Belarus, Libyen, Turkey, Madeira, Turkmenistan, Bulgarien, Manchuria, Canary Is., Tuva, Central European Rus, Oman, China North-Central, China Southeast, Ukraine, Pakistan, Corse, Palestine, Zypern, Czechoslovakia, Spanien, East Aegean Is., East European Russia, Sri Lanka, Ägypten, Tadzhikistan, Polen, Portugal
Der Taumel-Lolch ist ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet. Sein Verbreitungsgebiet umfasst die gemäßigten Gebiete Eurasiens, Nordafrika und Makaronesien. In zahlreichen anderen Ländern ist er ein Neophyt. Mit dem Ackerbau breitete der Taumel-Lolch sich in den gemäßigten Gebieten aus. In Deutschland wird er als Archäophyt eingestuft, gilt inzwischen aber als ausgestorben bzw. verschollen. Der Taumel-Lolch war in der Vergangenheit vor allem in regenreichen Jahren ein ertragsschädigendes „Unkraut“, besonders in Hafer- und Sommergerste-Feldern, wurde aber in der Volksheilkunde auch als Arzneistoff bei Hauterkrankungen und Geschwüren verwendet. Er ist in vielen Gebieten ausgestorben oder verschollen. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental). Der Taumel-Lolch wächst noch auf Schuttplätzen, an Güterplätzen und in Hafenanlagen, auf Ödland und an Wegrändern. Er kommt auf frischen, nährstoff- und basenreichen, eher kalkhaltigen Lehm- und Lössböden vor, ist ein Nährstoffzeiger und eine Lichtpflanze.
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