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Die Gelbe Narzisse, auch Osterglocke oder Osterglöckchen, Falscher Narzissus, Trompeten-Narzisse oder regional Aprilglocke, Märzglocke bzw. Märzenbecher genannt – im Grimmschen Wörterbuch noch Märzbecher – ist die bekannteste Pflanzenart aus der Gattung der Narzissen (Narcissus) innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) und die einzige wild in Deutschland vorkommende Art. Wegen des begrenzten Verbreitungsgebiets und früherer Rückgänge wird die Gelbe Narzisse in der Roten Liste weiterhin als „gefährdet“ eingestuft. Im Jahr 1981 wurde sie zur Blume des Jahres gewählt.
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Vegetative Merkmale Die Gelbe Narzisse wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 30 Zentimetern (Kulturformen können größer sein). Sie bildet als Überdauerungsorgane Zwiebeln aus. Es sind (vier bis sechs) grundständige, grüne, ganzrandige Laubblätter vorhanden. Die Blätter beginnen etwa sechs Wochen nach der Blüte zu verwelken, so dass sie danach an der Oberfläche praktisch nicht mehr sichtbar sind, bis die Pflanze im Folgejahr wieder austreibt. Die blau-grüne, einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 10 bis 25 Zentimetern lanzettlich und mit stumpfem oberen Ende. Generative Merkmale Die Blütezeit liegt je nach Standort zwischen März und April. Von den Kulturformen unterscheiden sich die Blüten vor allem durch die kleineren Blüten (in Kombination mit der generell geringeren Wuchshöhe). Die sechs sternförmig abstehenden Kronblätter haben einen blassgelben Farbton. Die Nebenkrone (Corona) ist zu einer tief gelben trompetenartigen Struktur von 20–35 mm Länge zusammengewachsen, welche der gelben Narzisse ihre charakteristische Erscheinung verleiht. Die Blüte enthält sechs Staubblätter von gleicher Länge und der mittig gelegene Stempel überragt die Staubblätter. Fortpflanzung Die gelbe Narzisse kann sich auf zwei Weisen fortpflanzen. Zum einen können die unterirdischen Mutterzwiebeln Tochterzwiebeln bilden. Durch diese vegetative Vermehrung können ganze Gruppen von individuellen Pflanzen entstehen. Zusätzlich kann auch eine sexuelle Vermehrung stattfinden, bei dem Pollen zur Bestäubung von einer Pflanze auf eine andere durch Insekten übertragen werden, hauptsächlich Hummeln (Bombus), Sandbienen (Andrena bicolor) oder Schwebfliegen (z. B. Platecherius albinus, Eristralis tenax und Eristralis pertinax). Die Gelbe Narzisse kann sich nicht selbst bestäuben; sie ist daher auf den Transfer von Pollen angewiesen. Nach erfolgreicher Bestäubung entwickeln sich im Fruchtknoten schwarze Samen. Die im Frühsommer vertrocknenden Fruchtkapseln öffnen sich und die Samen fallen zu Boden.
Narcissus pseudonarcissus subsp. bicolor
Narcissus pseudonarcissus subsp. festalis Salisb.Narcissus pseudonarcissus subsp. minor
Narcissus pseudonarcissus subsp. moschatus
Narcissus pseudonarcissus subsp. nobilis
Narcissus pseudonarcissus subsp. pallidiflorus
Narcissus pseudonarcissus subsp. pseudonarcissusNarcissus pseudonarcissus var. plenus LiljaNarcissus pseudonarcissus var. pseudonarcissusDeutsch
Gelbe Narzisse · Gelbe Narzisse (Unterart) · Osterglocke
Englisch
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Gelbe Narzissen waren ursprünglich nur in Westeuropa von Portugal bis Deutschland und in Großbritannien beheimatet. Durch Kultivierung sind sie als Gartenpflanze überall in den gemäßigten Zonen anzutreffen, z. B. Nordamerika, Kroatien oder Australien. In Deutschland kommt die wilde Form der Gelben Narzisse in den westrheinischen Schiefergebirgen vor. Wilde Populationen bestehen nur im Hunsrück sowie der Eifel. Ein solches Wildvorkommen befindet sich beispielsweise in Misselberg oder im Naturschutzgebiet Perlenbach-Fuhrtsbachtal bei Monschau. In Großbritannien ist die Wildpflanze ebenfalls, bis auf wenige regionale Vorkommen, kaum noch anzutreffen. Die Gelbe Narzisse gedeiht meist an sonnigen bis halbschattigen Standorten auf feuchten, kalkarmen und leicht lehmigen Wiesen. Auch an Bachrändern, hellen Wäldern und in Mittelgebirgen ist sie zu finden; sie steigt in Höhenlagen von bis zu 2000 Metern. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).
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Verwendung als Zierpflanze Die Gelbe Narzisse ist mit über 20.000 aus ihr hervorgegangenen Kultursorten und Hybriden die wirtschaftlich bedeutendste unter den Narzissenarten. Jedes Jahr zur Blütezeit wird sie in großen Mengen als Schnittblume in den Handel gebracht. Bedeutendster Produzent von Zwiebeln und Pflanzen ist Großbritannien. Aufgrund der langen Haltbarkeit (bei kühlem Standort bis zu zehn Tage) erfreut sich die Osterglocke einer hohen Beliebtheit in der Floristik. Ihre Zwiebeln werden für Balkon, Garten und öffentliche Grünanlagen in beträchtlichen Mengen verkauft. Allerdings mindert das Gift der Narzissen als Schnittblume das Wachstum anderer Blumen, weshalb sie immer separat ca. einen Tag ausschleimen sollten, bevor sie mit anderen Blumenarten in einer Vase kombiniert werden. Verwendung als Heilpflanze Die Gelbe Narzisse fand wegen ihrer hautreizenden und giftigen Eigenschaften in der Antike Verwendung als Mittel gegen Hautkrankheiten wie Flechten und Geschwüre. Die spätere Volksmedizin setzte sie (wie die Weiße Narzisse) gegen Erkältungskrankheiten und Keuchhusten sowie als Brechmittel ein.
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