Pflanzenwissen · Art
Art der Gattung Knabenkräuter (Orchis) in der Familie der Orchideen (Orchidaceae)
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Belege
Aceras anthropomorphum (Pers.) Sm., Aceras anthropophorum (L.) R.Br., Aceras anthropophorum (L.) Sm., Aceras anthropophorum (L.) W.T.Aiton
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Das Ohnhorn ist eine Art der Pflanzengattung Knabenkräuter (Orchis) innerhalb der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Die Art wurde früher in die monotypische Gattung Aceras gestellt.
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Habitus und Blatt Das Ohnhorn ist eine relativ zierliche ausdauernde krautige Pflanze, die durchschnittliche Wuchshöhen von 20 bis 40 Zentimetern erreicht. Dieser Geophyt bildet relativ kleine, rundlich-eiförmige Knollen als Überdauerungsorgane aus. Zum Ende der Blütezeit bildet sich aus einer Tochterknolle ein neuer Spross, aus dem schon im Herbst der Blattaustrieb erfolgt. Die Pflanze überdauert den Winter mit grünen Blättern; dieses Merkmal deutet auf ihre mediterrane Herkunft hin (hohe Winterniederschläge in Verbindung mit wenig Frost sind für die Pflanze günstige Wachstumsbedingungen). Die Laubblätter sind im unteren Teil des Stängels rosettig genähert, während sie den oberen Stängel scheidig umfassen. Die verhältnismäßig vielen (etwa vier bis neun) glänzenden und lebhaft grünen Laubblätter sind länglich-lanzettlich geformt. Blütenstand und Blüte Der hohe, filigrane Blütenstand enthält bis über 100 Blüten. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Die Blütengröße beträgt 12 bis 14 Millimeter. Die eiförmigen, rotgerandeten Kelchblätter (Sepalen) und die etwas kürzeren lanzettlichen Kronblätter (Petalen) bilden einen halbkugeligen Helm. Das Labellum (Lippe) ist spornlos, 12 bis 15 Millimeter lang, hängend, grünlich/ockergelb bis bräunlich/orangerot. Die beiden Zipfel des Mittellappens sind noch etwas länger als die Seitenlappen. Am Grund der Lippe sind zwei typische Schwielen. Die Klebescheiben der Pollinien sind verschmolzen. Die Blütezeit des Ohnhorn erstreckt sich von Anfang Mai bis Ende Juni. Danach ist die Pflanze, inklusive Laubblättern, schnell hinfällig. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42.
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Das Ohnhorn ist eine der wenigen mitteleuropäischen Orchideen, die von Käfern und kleinen Schnellkäfern besucht und bestäubt werden. Die spornlose Blüte ermöglicht es den Käfern mit ihren kurzen Mundwerkzeugen an den Nektar zu gelangen.
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terrestrisch
oligotroph
langlebig
grünland
kuschel
mobil
Heimisch
Belgien (Flanders)
Weitere
Albanien, Algerien, Österreich, Baleares, Belgien, Corse, Zypern, East Aegean Is., Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Griechenland
Italien, Kriti, Lebanon-Syria, Marokko, Niederlande, Portugal, Sardegna, Sicilia, Spanien, Schweiz, Tunesien, Turkey, Yugoslavia
Das mediterrane, submediterrane, atlantische Verbreitungsareal des Ohnhorn erstreckt sich von Nordafrika, Spanien, Balearen über den gesamten Mittelmeerraum, einschließlich der Inseln bis zum Libanon. In Mitteleuropa existieren Vorkommen in Frankreich bis Südengland und den Alpenländern, jedoch nicht in Hochgebirgszonen. Nach Baumann und Künkele kommt die Art in den Alpenländern innerhalb folgender Höhengrenzen vor: Deutschland 120–780 Meter, Frankreich 5–1580 Meter, Schweiz 200–1240 Meter, Österreich 500 Meter (einziger Nachweis), Italien 5–1570 Meter. In Europa steigt sie bis 1580 Meter, in Marokko bis 2000 Meter Meereshöhe auf. Das Ohnhorn ist ein Florenelement der mediterranen, zentral- und westsubmediterranen, süd- und mittelatlantischen, südsubatlantischen Florenzone. Es zählt zu den submediterranen Vertretern in der Flora Mitteleuropas. In den letzten Jahren wurde in Mitteleuropa eine gewisse Ausbreitung dieser Pflanzenart beobachtet. In Deutschland finden sich zerstreute Verbreitungsgebiete in Baden-Württemberg (vor allem am Oberrhein), Rheinland-Pfalz (vor allem an der Mosel und in der Eifel), im Saarland und sehr selten in Nordrhein-Westfalen (äußerster Südwesten), Hessen (Nordosten; Bergstraße), Südniedersachsen, Bayern (Region Maintal, Rhön), isolierte Fundorte in Thüringen und Sachsen-Anhalt. In Österreich findet die Art sich in Niederösterreich und in Kärnten. In der Schweiz kommt das Ohnhorn schwerpunktmäßig besonders in den Kantonen des Schweizer Jura und im Rhonetal vor. Durch die milden Winter der letzten Jahre wird bei dieser Art eine Ausbreitung in vormals zu kalte Gebiete beobachtet.
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