Pflanzenwissen · Art
Spitzels Knabenkraut ist eine Pflanzenart aus der Gattung Knabenkräuter (Orchis) in der Familie der Orchideen (Orchidaceae).
Spitzels Knabenkraut ist eine Pflanzenart aus der Gattung Knabenkräuter (Orchis) in der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Es gehört zu den sehr seltenen Orchideen Mitteleuropas; in Deutschland ist es lange ausgestorben, in Österreich und in der Schweiz ist nur je ein Fundort aktuell bestätigt.
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Vegetative Merkmale Spitzels Knabenkraut ist eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 14 und 35 Zentimetern. Dieser Geophyt bildet zwei relativ kleine, längliche bis kugelige Knollen als Überdauerungsorgane. Der kräftige, zylindrische Stängel ist grün und im oberen Bereich weinrot überlaufen. Drei bis fünf abstehende bis fast aufrechte Laubblätter sind am Grund rosettig gehäuft, zwei bis vier kleinere weitere umfassen den Stängel scheidig. Die glänzende und ungefleckte Blattspreite ist bei einer Länge von 1,4 bis 3,6 Zentimetern sowie einer Breite von 3,5 bis 10 Zentimetern eiförmig bis lanzettlich. Generative Merkmale Im zylindrischen und 3,5 bis 11 Zentimeter langen Blütenstand stehen mäßig dicht 8 bis 25 (selten bis zu 35) Blüten zusammen. Die Tragblätter sind häutig, rotviolett, etwa so lang wie der Fruchtknoten. Die zwittrigen, zygomorphen, dreizähligen Blüten sind mittelgroß (im Vergleich zu anderen Arten der Gattung). Kelchblätter (Sepalen) und die seitlichen Kronblätter (Petalen) sind stumpf, olivgrün, außen violettbraun überlaufen, innen mit rotbraunen Strichen oder Punkten und bilden einen lockeren, die Säule bedeckenden Helm mit oft etwas abstehenden seitlichen Sepalen. Die Sepalen sind eiförmig, 7 bis 11 mm lang und 3 bis 5 mm breit. Die Petalen sind schief länglich und 5,5 bis 8 mm lang. Die Lippe ist dreilappig mit an der Spitze ausgerandetem Mittellappen, 9 bis 14 mm lang und (ausgebreitet) 11 bis 18 mm breit und längsgefaltet. Sie ist rosa- bis purpurfarben, am Grund heller, und oft dicht mit dunkellila gefärbten Papillen besetzt, die bis in die Seiten- und Mittellappen reichen. Der Mittellappen ist breit spatelig, vorgezogen, 4 bis 5 mm lang, 7 bis 9 mm breit, am Rand oft gekerbt, länger als die Seitenlappen. Die Seitenlappen sind spatelig und zurückgeschlagen. Am Eingang zum Sporn sind zwei stufenförmige Schwielen ausgebildet. Der Sporn ist oft hell, kegelförmig-zylindrisch, 8 bis 9,5 mm lang und am Eingang 3,5 bis 4 mm dick, oft etwas gebogen, etwa so lang wie die Lippe und in Seitenansicht einen spitzen Winkel mit ihr bildend und fast so lang wie der Fruchtknoten. Die Pollinarien sind lang gestielt und besitzen ein gemeinsames Klebscheibchen, aber getrennte Beutelchen. Die Samen messen 0,48 bis 0,56 mm × 0,15 bis 0,22 mm. Die Blütezeit erstreckt sich je nach Region und Standort von Mai bis Juli. Spitzels Knabenkraut ist diploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 40.
Pflege
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Sortenvielfalt
Orchis spitzelii subsp. cazorlensis
Orchis spitzelii subsp. latiflora
Orchis spitzelii subsp. nitidifolia
Orchis spitzelii subsp. spitzelii
Marktplatz
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Belege
Androrchis spitzelii (Saut. ex W.D.J.Koch) D.Tyteca & E.Klein, Barlia spitzelii (Saut. ex W.D.J.Koch) Szlach., Orchis brevicornis Marsilly, 1869, Orchis mrkvickiana Velen., Orchis patens subsp. spitzelii (Saut. ex W.D.J.Koch) Á.Löve & Kjellq.
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Tubers ovoid. Stamm 20 - 40 cm, aufrecht oder leicht biegsam, mit einer Basalrosette oder einem Cluster von 2 - 4 Blättern und mit darüber liegenden Hüllen. Blätter Oblong-ovate zu Ovat- oder Oblong-lanceolate. Spike ovoid oder kurzzylindrisch, dicht. Bracts linear-lanceolate oder lanceolate, 5 - bis 7 - geädert, etwas länger als oder so lang wie Eierstöcke. Blumen lila. Äußere Perianth-Segmente 7 - 10 mm, längliche Ovate, stumpf, die 2 seitlichen Patent-deflexed, der Median konvergiert mit den ovate-lanceolaten inneren Perianth-Segmenten zu einer Galea. Labellum 8 x 10 mm, breit ovate, gefleckt, tief 3 - Lappen; Seitenlappen ovate, stumpf; Mittellappen verbreitert, obovate, emarginate, crenulate; Basis des Labellums mit 2 würzigen Grate. Spur länger als Labellum, solange Eierstöcke,
Nach Untersuchungen an der verbliebenen österreichischen Population sind Schnee und die Winterkälte sowie eine frühkonstante Bodenfeuchtigkeit ausschlaggebend für die Blühfähigkeit eines Pflanzenexemplares. Sommerliche Trockenheit ist weniger relevant, da sie ohnehin in die Ruhephase der Pflanze fallen würde. Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch Hummeln und Wildbienen.
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Der heute noch gültige Erstbeschreibungsname (Basionym) ist Orchis spitzelii Saut. ex W.D.J.Koch (1837). Ein Synonym ist Orchis patens subsp. spitzelii (Saut. ex W.Koch) Á.Löve & Kjellq. 1973. Spitzels Knabenkraut wurde 1835 vom Forstrat Anton von Spitzel (1807–1853) aus München im Land Salzburg (Österreich) entdeckt und 1837 ihm zu Ehren als Orchis spitzelii von Anton Eleutherius Sauter in der Synopsis florae germanicae et helveticae von Wilhelm Daniel Joseph Koch benannt. Das Art-Epitheton spitzelii ist eine latinisierte Benennung und ehrt den Entdecker. Innerhalb der Gattung Orchis gehört Orchis spitzelii in den Verwandtschaftskreis der „Patentes“. Außer Orchis spitzelii gehören dazu einige mediterrane Arten wie Orchis anatolica (Türkei), Orchis bungii (Iran), Orchis canariensis (Kanaren), Orchis cazorlensis (Spanien), Orchis patens (Atlas, Ligurien) und Orchis prisca (Kreta) mit kleineren Verbreitungsgebieten. Nach Rafaël Govaerts werden Orchis bungii, Orchis prisca und Orchis cazorlensis als Unterarten zu Orchis spitzelii gestellt. Unterarten, Varietäten, Hybriden Nach World Checklist of Selected Plant Families kann man folgende Unterarten unterscheiden: Orchis spitzelii subsp. cazorlensis (Lacaita) D.Rivera & Lopez Velez (Syn.: Orchis cazorlensis Lacaita, Orchis laxiflora subsp. cazorlensis (Lacaita) O.Bolòs & Vigo): Sie kommt in Spanien, auf den Balearen und in Marokko vor. Orchis spitzelii subsp. nitidifolia (W.P.Teschner) Soó (Syn.: Orchis patens subsp. nitidifolia W.P.Teschner, Orchis prisca Hautz.): Dieser Endemit kommt nur auf Kreta vor. Orchis spitzelii subsp. spitzelii (Syn.: Orchis bungii Hautz., Orchis spitzelii var. gotlandica B.Pett. 1940, Orchis spitzelii subsp. gotlandica (B.Pett.) Á.Löve & D.Löve 1948): Sie kommt vom nordöstlichen Spanien bis zum Iran, im nördlichen Algerien und auf der Insel Gotland vor. Die gotländische Sippe wird entweder als Varietät (Orchis spitzelii var. gotlandica) oder als Unterart (Orchis spitzelii subsp. gotlandica) bezeichnet. Da die Unterschiede zur Nominatform nicht besonders ausgeprägt sind, neigt man eher zu Einstufung als Varietät. Die Hybridisierung mit anderen Orchideenarten ist möglich, als Hybriden sind beschrieben (u. a. nach G. Blaich): Orchis ×algeriensis B.Baumann & H.Baumann 2005 (Orchis patens × Orchis spitzelii) Orchis ×amsittenii Hautz. 1980 (Orchis mascula × Orchis spitzelii) Orchis ×elsarocchiae Archamb. (Orchis purpurea × Orchis spitzelii) Orchis ×klopfensteiniae P. Delforge 1994 (Orchis pallens × Orchis spitzelii) Orchis ×petterssonii G.Keller 1947 (Orchis mascula × Orchis spitzelii) Orchis ×tingitania Hautz. (Orchis provincialis × Orchis spitzelii) Orchis olbiensis × Orchis spitzelii
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Heimisch
Schweden
Weitere
Norwegen, Albanien, Algerien, Österreich, Baleares, Bulgarien, Corse, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Iran, Irak
Italien, Kriti, Lebanon-Syria, Marokko, North Caucasus, Spanien, Schweden, Transcaucasus, Turkey, Yugoslavia
E. Alpen, N. & C. Italien und Balkanhalbinsel; isolierte Stationen in Schweden (Gotland), E. Spanien, S. E. Frankreich und Kriti. Al Au Bu Cr Ga tGe Gr Hs It Ju Su.