Pflanzenwissen · Art
Die Kalabarbohne, auch Gottesurteilbohne, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae).
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Die Kalabarbohne, auch Gottesurteilbohne, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Sie ist in Westafrika beheimatet und vor allem auf Grund ihrer Giftigkeit bekannt.
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Kalabarbohnen sind mehrjährige Kletterpflanzen mit verholzendem Stamm (Lianen), die eine Länge von bis zu 15 Meter erreichen. Der Stammdurchmesser beträgt bis zu 5 Zentimeter. Die wechselständigen und gestielten Laubblätter sind unpaarig, dreiteilig gefiedert. Die Blättchenspreiten sind eiförmig und zugespitzt. Die ganzrandigen Blättchen sind kurz gestielt und es sind kleine Nebenblättchen und Nebenblätter vorhanden. Die seitenständigen, gestielten und herabhängenden, vielblütigen traubigen Blütenstände sind lang. Die zickzackförmige Rhachis ist mit knöllchenförmigen Knoten übersät. Die Tragblätter fallen in einem frühen Stadium der Anthese ab. Die typischen, bis 2,5 Zentimeter langen Schmetterlingsblüten sind schneckenartig eingerollt. Schiffchen und Flügel der Blüten sind dunkelpurpurfarben. Die Fahne ist gefaltet, zurückgebogen und von hellerer Färbung. Schiffchen und Flügel sind fast vollständig von der Fahne verdeckt. Das Schiffchen ist an der Spitze spiralig verdreht. Der Stempel hat einen gestielten Fruchtknoten mit einem schlanken Griffel, der mit dem Schiffchen gebogen ist. Er ist oben auf der Innenseite bartartig behaart. Der Griffel hat eine geweitetes, dreieckiges, flügelartiges Anhängsel hinter der Narbe. Es ist ein Diskus vorhanden. Die dicken, braunen und bespitzten Hülsenfrüchte sind bis zu 15–17 Zentimeter lang. Jede Frucht enthält zwei oder drei Samen. Die tief schokoladenbraunen Samen sind bei einer Länge von etwa 2,5 Zentimeter schwach nierenförmig mit abgerundeten Enden. Die Oberfläche ist glatt und teilweise glänzend. An der Stelle, wo der Samen an der Plazenta angewachsen war, bleibt eine längliche, rinnige Narbe zurück (Hilum). Die Früchte schwimmen und die Ausbreitung der Diasporen findet so hydrochor statt.
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Extrakte aus der Kalabarbohne (lateinisch Semen Calabar oder Semen Physostigmatis) wurden in der Vergangenheit in der Augenheilkunde als Miotikum zur Pupillenverengung eingesetzt. In der europäischen Medizin wird sie erstmals im Jahr 1855 als Miotikum erwähnt. Auch ist Physostigmin ein wirksames Gegengift bei Atropin-Vergiftungen. Kalabarbohnen wurden auch als Cholinergikum (Parasympathomimetikum) eingesetzt, da Physostigmin als ein Acetylcholinesterase-Inhibitor wirkt.
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Physostigma venenosum wurde im Jahr 1860 von John Hutton Balfour erstbeschrieben. Es ist die Typusart der Gattung Physostigma.
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Heimisch
Guinea (Guinée forestière)
Weitere
Central African Repu, Congo, Äquatorialguinea, Gabun, Ghana, Gulf of Guinea Is., Côte d’Ivoire, Liberia, Mali, Nigeria, Sierra Leone, Zaïre
Kamerun, Guinea
Sie ist in einem kleinen Gebiet am Golf von Guinea und im Mündungsdelta des Calabar-Flusses (Cross-River-Ästuar), im Bundesstaat Cross River in Nigeria, endemisch. Sie ist beispielsweise in Indien und Brasilien ein Neophyt. Die Kalabarbohne wächst an Flussufern, häufig sogar im flachen Wasser, im tropischen Regenwald, wo sie an Bäumen rankt.
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