Pflanzenwissen · Art
Die Gewöhnliche Robinie, auch verkürzt Robinie, Gemeine Robinie, Weiße Robinie, Falsche Akazie, Scheinakazie, Gemeiner Schotendorn oder Silberregen genannt, ist ein sommergrüner Laubbaum.
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Aeschynomene pseudoacacia Roxb., Aeschynomene pseudoacacia Roxb. ex DC.
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Die Gewöhnliche Robinie, auch verkürzt Robinie, Gemeine Robinie, Weiße Robinie, Falsche Akazie, Scheinakazie, Gemeiner Schotendorn oder Silberregen genannt, ist ein sommergrüner Laubbaum. Sie stammt aus Nordamerika und wird seit fast 400 Jahren überall in Europa in Parks und Gärten gepflanzt. Sie wächst inzwischen auch wild.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Erscheinungsbild (Habitus) Die Gewöhnliche Robinie ist ein sommergrüner Baum mit rundlicher oder locker schirmartiger Krone, der im Freistand Wuchshöhen von 12 bis 20 m und im geschlossenen Bestand Wuchshöhen von 20 bis 30 m erreichen kann. Der Stammdurchmesser kann über 1 Meter, selten bis über 1,6 Meter erreichen. Die raue, dicke Borke des Stamms ist grau- bis dunkelbraun, tief gefurcht und häufig längsrissig. Die Äste stehen gedreht an einem kurzen Stamm, der zur Ausbildung einer Doppelkrone neigt. Der Baum ist weitgehend winterfrosthart. Die Gewöhnliche Robinie begrünt sich erst sehr spät im Frühjahr. Die wechselständigen und unpaarig gefiederten Laubblätter besitzen eine Länge von 15 bis 30 cm. Sie bestehen aus einer leicht rinnigen Rhachis und etwa 9 bis 23 eiförmigen bis elliptischen oder länglichen, ganzrandigen und kurz gestielten, abgerundeten bis eingebuchteten, teils feinstachelspitzigen und 2–5 cm langen Einzelblättchen. Sie können sich durch kleine Gelenke bei großer Hitze senkrecht nach unten klappen (Thermonastie). Es sind schnell abfallende, nadelige und minutiöse Stipellen vorhanden. Während der Blütenstandsbereich und die Krone meist ohne Dornen sind, sind besonders an den Schösslingen die Nebenblätter zu bis 3 cm langen, rotbraun gefärbten Dornen umgebildet. Blütenstände und Blüten Die weißen, gestielten Blüten der Gewöhnlichen Robinie erscheinen in den Monaten Mai bis Juni. Jeweils 10 bis 25 der stark bergamotteartig duftenden Blüten sind zusammengefasst in zwischen 10 und 25 Zentimeter langen, hängenden und traubigen, achselständigen Blütenständen an den jungen Zweigen. Die typischen Schmetterlingsblüten mit grün-rötlichem, haarigem Kelch bieten reichlich Nektar und werden daher von vielen Insekten aufgesucht, gern auch von Honigbienen. Im Elsass waren deshalb Robinien als Bienenweide für „Akazienhonig“ gepflanzt worden. Nektar und Staubbeutel werden gleichzeitig reif. Setzt sich ein Insekt auf die Blüte, tritt zuerst die Narbe heraus, die den eventuell mitgebrachten Pollen vom Bauch abbürstet. Früchte und Samen Es werden seitlich stark abgeflachte, bespitzte und bauchseitig etwas geflügelte Hülsen gebildet. Sie sind braun, kurz gestielt, etwa 5 bis 12 Zentimeter lang und 1 bis 1,5 Zentimeter breit. Ihre Hülle ist pergamentig-ledrig. In den inneren Einbuchtungen der Hülsen liegen etwa 4 bis 14 Samen. Diese abgeflachten, rot- bis dunkelbraunen, etwas gesprenkelten und leicht nierenförmigen Samen, die im September ausgereift sind, sind 4 bis 7 Millimeter lang, glatt und sehr hartschalig. Die sie umgebende Hülse reißt allmählich während des Winters entlang der Rücken- sowie der Bauchnaht auf. Da die Früchte oder samenhaltigen Hülsen-Hälften mitunter bis in das nächste Frühjahr am Baum hängen bleiben und von starken Winden weit verweht werden, zählt die Gewöhnliche Robinie zu den sogenannten Winterstehern. Chromosomenzahl Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20 oder 22.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Holznutzung Die umfangreiche Verbreitung, welche die Robinie mittlerweile gefunden hat, ist auf die wirtschaftliche Nutzung ihres Holzes zurückzuführen. Das gegen Holzfäule widerstandsfähige Holz ist biegsam, fest und äußerst hart (Brinellhärte 46 N/mm²). Es wird im Schiff- und Möbelbau, als Grubenholz, als Schwellenholz, im traditionellen Bogenbau wie auch in der Landwirtschaft (z. B. Weinbau: Stickel) verwendet. Es gilt als widerstandsfähiger und dauerhafter als Eichenholz. Da es auch ohne chemische Konservierungsbehandlung bei einer Nutzung im Außenbereich lange stabil bleibt, ist es beispielsweise für den Bau von Geräten auf Kinderspielplätzen und Gartenmöbeln gut geeignet. Darüber hinaus wird es oft im Rahmen der Schutzwaldsanierung zur vorübergehenden Verbauung genutzt. Hier werden oftmals Schneerechen und Dreibeinböcke aus diesem Holz gebaut. Da das Robinienholz einen guten Ersatz für Tropenhölzer darstellt, wird es derzeit häufig angepflanzt. Bergbau Das Holz der Robinie wurde im Bergbau zum Stützen der Stollen verwendet. Die für Grubenstempel vorgeschriebenen Maße erreicht die Robinie bereits in einem Alter von 20 Jahren, die Kiefer benötigt im Vergleich dazu 30 bis 40 Jahre. Jedoch spielte Robinienholz im Bergbau nie eine große Rolle. Selbst in der Heimat der Robinie, den USA, betrug der Verbrauch 1923 mit nur 6997 m³ weniger als ein Prozent des Gesamtverbrauches. Heute wird, zumindest in Deutschland, kein Robinienholz im industriellen Bergbau mehr verwendet. Zur Eignung als Grubenholz wurden auch in Deutschland zahlreiche Untersuchungen durchgeführt. Im Jahre 1900 berichtete die Bergwerksdirektion Saarbrücken, dass Robinienholz nach zwei Jahren vollkommen gesund war, während Eichenholz in seinen äußeren Teilen bereits faulte. Aus Ungarn wurde berichtet, dass eingebautes Robinienholz dermaßen unangenehm roch, dass die Arbeit in dessen Nähe nicht möglich war. Dies liegt vermutlich auf dem aus Glykosiden (siehe Giftigkeit) unter anderem freigesetzten Cumarin. Besonders frisches Wurzelholz der Robinie hat einen unangenehmen Geruch, den es lange Zeit beibehält. Robinienholz splittert vor dem Bruch, und dieses Geräusch warnte die Bergleute. Dies ist allerdings bei den langfaserig brechenden Nadelhölzern besser ausgeprägt. Dafür biegen sich Robinienbalken vor dem Bruch stark durch, eine zusätzliche visuelle Warnung. Stempel aus Robinie sind aber schwerer als solche aus anderen Holzarten. Außerdem sind sie schwerer zu bearbeiten und zu nageln. Bienenweide Die Gewöhnliche Robinie zählt als bedeutende Frühsommertrachtpflanze zu den sogenannten Bienenweidepflanzen. Robinienblüten liefern viel Nektar mit einem hohen Zuckeranteil zwischen 34 und 59 Prozent. Eine einzelne Robinienblüte produziert in 24 Stunden Nektar mit einem Zuckergehalt von 0,2 bis 2,3 Milligramm. Durchschnittlich lassen sich je Baum und Blühsaison Honigerträge zwischen 0,66 und 1,44 Kilogramm erzielen. Wegen ihres hohen Zuckerwerts werden Robinien gelegentlich von Imkern gezielt als Trachtpflanze angepflanzt. Der Robinienblütenhonig, welcher in Deutschland auch unter der Bezeichnung „Akazienhonig“ verkauft wird, hat eine klare, wasserhelle bis hellgelbe Farbe, einen schwach blumigen, milden, schwach aromatischen Geschmack und ist flüssig. Er kristallisiert nur sehr langsam im Lauf mehrerer Jahre in Form eines Bodensatzes aus. Die langsame Kristallisierung ist durch den hohen Anteil an Fructose bedingt, da Fructose im Honig im Gegensatz zur bei vielen anderen Honigsorten überwiegenden Glukose nur wenig zur Kristallisation neigt. Zu den Ländern, in denen die Robinie neben der forstwirtschaftlichen Nutzung sehr intensiv als Imkerpflanze genutzt wird, zählen Frankreich und Ungarn. Auch in Brandenburg stellt die Robinie in guten Jahren bis zu 60 Prozent der Honigernte. Verwendung als Zierpflanze Nach wie vor finden Robinien als Zierpflanzen Verwendung. Aus diesem Grund sind mittlerweile eine Reihe von Zuchtsorten entstanden. Als Allee- und Stadtbaum wird die Gewöhnliche Robinie häufig in ihrer kugelförmigen Variante Robinia pseudoacacia Umbraculifera verwendet. Sie verträgt das trockene Stadtklima sehr gut und ist unempfindlich gegen Rauch, Staub und Ruß. Nach Auffassung des Zentralverbands Gartenbau sollte jedoch auf eine Pflanzung in Reichweite gefährdeter Vegetationstypen und Offenlandbiotope, insbesondere bei Magerrasen verzichtet werden. Verwendung als Nahrungsmittel Die Blüten sind ungiftig, sie können zu Marmelade oder Sirup verarbeitet oder in Tees und Getränken verwendet werden. In Teilen Österreichs, wo der Baum Akazie genannt wird, werden die Blüten in Backteig zu so genannten Akazienstrauben ausgebacken. Verwendung der Samen Die sehr hartschaligen Samen („Akazienbohnen“) werden beim Mahlen von Mehl in Rüttelsiebe (Sifter) gegeben, um das Verstopfen dieser Siebe zu verhindern.
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cbd 2014 pathway:corridor
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etabliert
Eingeführt
Afghanistan, Albanien, Algerien, Armenien, Australien, Belarus, Belgien, Bhutan, Botsuana, Brasilien, Bulgarien, Kanada (British Columbia)
Chile (Rapa Nui - Easter Islands), China, Kroatien, Zypern, Tschechien, Dänemark, Estland, Eswatini, Frankreich, Georgien, Deutschland, Ungarn, Indien, Iran, Irak, Irland, Israel, Italien, Japan, Südkorea (Jeju Island), Lettland, Lesotho, Libyen, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Mexiko, Republik Moldau, Montenegro, Marokko, Myanmar, Niederlande (The Netherlands), Neuseeland, Nordmazedonien, Norwegen, Pakistan, Polen, Portugal (Madeira), Rumänien, Russland, Serbien, Slowenien, Südafrika, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei, Vereinigtes Königreich (Great Britain), Yugoslavia, New Zealand North, New Zealand South, North Caucasus, Northern Provinces, Oregon, Palestine, Primorye, Qinghai, Réunion, Sakhalin, Sardegna, Sicilia, South European Russi, Tadzhikistan, Taiwan, Texas, Transcaucasus, Turkey-in-Europe, Turkey, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan, Washington, West Himalaya, Wisconsin, Xinjiang, Argentina Northeast, Österreich, Azores, Baltic States, California, Canary Is., Cape Provinces, Central European Rus, Chile Central, China North-Central, China South-Central, China Southeast, Colorado, Czechoslovakia, East Aegean Is., East European Russia, Easter Is., Free State, Vereinigtes Königreich, Griechenland, Idaho, Inner Mongolia, Kasachstan, Khabarovsk, Kirgizstan, Korea, Kriti, Krym, Kuril Is., KwaZulu-Natal, Lebanon-Syria, Madeira, Manchuria, Mexico Northwest, Minnesota, Niederlande, Nevada, New Mexico, New York, Corse
Natürliches Vorkommen Die Gewöhnliche Robinie ist im atlantischen Nordamerika beheimatet und im Gebiet der Appalachen sowie der US-Bundesstaaten Pennsylvania, West Virginia, Virginia, Kentucky, Tennessee, North Carolina, Georgia, Alabama und Arkansas verbreitet. Sie wächst dort als Pionierpflanze in Laubmischwäldern auf mäßig nährstoffreichen Sand- und Lehmböden in Höhen von bis zu 1600 Metern. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet zeichnet sich durch ein humides Klima mit jährlichen Niederschlägen zwischen 1020 und 1830 Millimetern aus. Wie von Kowarik zitierte Untersuchungen zeigen, leitet die Gewöhnliche Robinie in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet die Waldregeneration nach „katastrophalen“ Störungen wie Waldbränden oder Kahlschlägen ein. Das neu besiedelte Gebiet wird für etwa 20 bis 30 Jahre von dieser Baumart dominiert, bis sie von anderen Baumarten wie dem Tulpenbaum verdrängt wird. Die Baumarten, welche die Gewöhnliche Robinie an ihrem Standort zu verdrängen vermögen, wachsen höher als sie und spenden sehr stark Schatten. In Waldbeständen der Appalachen, die sich seit längerer Zeit ungestört entwickeln konnten, beträgt der Anteil der Robinie weniger als 4 %. Verbreitungsgebiet Die anspruchslose Robinie wurde durch den Menschen in zahlreiche Gebiete verbreitet, die nicht zu ihrem ursprünglichen Verbreitungsraum gehören. Sie ist damit eine sogenannte hemerochore Pflanze und zählt aufgrund ihrer Einführung nach 1492 in Europa zu den Neophyten. Sie ist heute in Europa, Nordafrika, West- und Ostasien zu finden. Auch in Nordamerika hat sie, ausgehend von Anpflanzungen, ihr Verbreitungsgebiet sowohl räumlich als auch standortlich erheblich erweitert. Sowohl in Europa als auch in den neu besiedelten nordamerikanischen Verbreitungsgebieten wächst sie auf Standorten, die wesentlich trockener sind als die in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental). In den deutschen Wäldern kommt die Gewöhnliche Robinie nach den Ergebnissen der Dritten Bundeswaldinventur (2012) mit insgesamt 11.000 Hektar in der Hauptbestockung und 9.000 Hektar in der Jungbestockung vor, was einem Flächenanteil von deutlich unter einem Prozent entspricht. Daneben ist sie aber in Deutschland außerhalb der Wälder als Park- und Stadtbaum sowie „verwildert“ in trockenen Gebüschen, auf Brachflächen und entlang von Bahndämmen häufig vertreten. In der Schweiz wurde sie aufgrund ihres Ausbreitungspotenzials und der Schäden in den Bereichen Biodiversität, Gesundheit bzw. Ökonomie in die Schwarze Liste der invasiven Neophyten aufgenommen. Einführungsgeschichte in Europa Nach Europa wurde die Robinie, so die meisten Quellen, im Jahr 1601 von Jean Robin, dem Pharmazeuten und Botaniker der Könige von Frankreich, aus Virginia eingeführt. Im Jardin des Plantes und auf der Place René Viviani vor der Nordfassade der Kirche St. Julien-le-Pauvre unweit von Notre-Dame werden zwei von Robin gepflanzte Exemplare als älteste Bäume von Paris angesehen. Die Robinie auf der Place Viviani mit einem Stammumfang von 3,90 m ist vermutlich der ältere. Sie wurde im Ersten Weltkrieg durch Bomben beschädigt und von drei Betonpfeilern gestützt, blüht aber immer noch. Der Baum ist im Verzeichnis der bemerkenswerten Bäume Frankreichs (Arbres remarquables de France) aufgeführt. Aufgrund ihrer attraktiven Blütenstände und ihrer gefiederten Blätter wurde die gewöhnliche Robinie zuerst als exotisches Ziergehölz in Parks angepflanzt. 1640 gelangte sie nach England. In Italien wurde die Robinie 1662 eingeführt, das erste Exemplar im Botanischen Garten von Padua gepflanzt. Samen dieses Baumes wurden 1750 im Auftrag der Kaiserin Maria Theresia benützt, um den Baum in Österreich einzuführen. 1788 wurde ein Sprössling aus einem Samen aus Padua in den Garten des Arcispedale di Santa Maria Nuova in Florenz gebracht und dann in den Giardino dei Semplici verpflanzt. In die Toskana führte sie der Arzt und Botaniker Ottaviano Targioni Tozzetti ein. Die Robinie hat sich seither vor allem in Oberitalien verbreitet: Im Piemont (ca. 85.000 ha), in der Lombardei, in Venetien und in der Toskana. Erste Nachweise für einen Anbau in Deutschland liegen für das Jahr 1670 vor, als man sie im Berliner Lustgarten anpflanzte. Im Laufe des 18. Jahrhunderts sah man diese Holzart in der sich entwickelnden geregelten Forstwirtschaft als vielversprechend für arme Standorte an. Es bestand regional Hoffnung, der durch jahrhundertelange ungeregelte – in Waldvernichtung resultierende – Übernutzung entstandenen Holznot durch den Anbau der Robinie kurzfristig begegnen zu können. Mehr dazu in der Geschichte des Waldes in Mitteleuropa. Zwei Eigenschaften begünstigten ihre rasche Verbreitung: Die Robinie stellt nur geringe Anforderungen an den Boden, denn sie vermag, dank der Luftstickstoff bindenden Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln, den Boden „aufzudüngen“. Sie ist damit für die Wiederaufforstung von durch Übernutzung zerstörten Wäldern geeignet und verhindert eine weitere Bodenerosion. Sie wird deshalb bis heute für Aufpflanzungen in Sandgebieten genutzt. Typische Standorte in Europa Die Gewöhnliche Robinie wird heute auf einem breiten Standortspektrum gezielt angebaut. Zu einer stärkeren natürlichen Verbreitung kommt es dabei vor allem in klimatisch besonders begünstigten Gebieten, da der Baum zur Samenausbildung auf hohe Wärmesummen in der Vegetationsperiode angewiesen ist. In diesen Gebieten breitet sie sich, ausgehend von Anpflanzungen, entlang von Waldrändern und Verkehrswegen auf Brachflächen sowie urbanindustriellen Standorten aus. Dabei dringt sie auch in Standorte wie Sandtrocken- und Kalkmagerrasen ein und verdrängt die dort wachsenden Arten. Die Gewöhnliche Robinie hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg außerdem auf Trümmerschuttflächen stark verbreitet. Die Zerstörungen und die anschließende mangelnde Pflege vieler Grundstücke führten dazu, dass in Städten wie Leipzig, Berlin, Stuttgart und Köln großräumige Flächen entstanden, die mit Robinien bewachsen sind. Die Robinie wurde auch bewusst zur Begrünung von Trümmerbergen eingesetzt. In einigen Gebieten Ungarns und der Slowakei ist die Robinie mittlerweile der wichtigste Forstbaum, wobei hier bevorzugt Zuchtformen angebaut werden, die geradstämmiger als die ursprüngliche Art sind. Auch in Südkorea wird die Gewöhnliche Robinie in sehr großem Maße angebaut. Weltweit nahm die Anbaufläche zwischen 1958 und 1986 von 227.000 auf 3.264.000 Hektar zu und hat sich damit mehr als verzehnfacht. Die Robinie ist die nach Pappeln und Eukalyptus weltweit am häufigsten in Plantagen kultivierte Laubbaumart. Forstwirtschaftlich ist die Robinie je nach anthropogen bedingter Immission auch deshalb von Bedeutung, weil sie als Leguminose in der Lage ist, Luftstickstoff mit Hilfe symbiotisch mit ihr lebender Knöllchenbakterien zu binden. Auf stickstoffarmen Standorten hat diese Baumart daher einen Konkurrenzvorteil gegenüber anderen Arten, der unter anderem dazu führen kann, dass der Holzertrag der Robinie, verglichen mit Kiefern oder Eichen, höher ist.
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Nordamerika (WGSRPD:7)
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