Pflanzenwissen · Art
Der Stumpfblättrige Ampfer ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ampfer (Rumex).
Pflege
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Sortenvielfalt
Rumex obtusifolius subsp. subalpinus
Rumex obtusifolius subsp. subalpinus (Schur) Celak.Rumex obtusifolius subsp. sylvestris
Rumex obtusifolius subsp. sylvestris (Lam.) Celak.Rumex obtusifolius subsp. transiens
Rumex obtusifolius subsp. transiens (Simonk.) Rech.fil.Rumex obtusifolius var. concolor Wallr. ex Meisn., 1856Marktplatz
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Belege
Acetosa oblongifolia (L.) A. & D.Léve
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Der Stumpfblättrige Ampfer ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ampfer (Rumex). Er kommt ursprünglich in weiten Teilen Eurasiens und in Nordafrika vor. Er wird als Speise- und Heilpflanze verwendet, in Landwirtschaft und Gartenbau heute aber eher als Unkraut angesehen und gilt wegen seines eher hohen Oxalsäure-Gehalts auch als giftig.
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Vegetative Merkmale Der Stumpfblättrige Ampfer wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 120, ausnahmsweise bis zu 150 cm erreicht. Der aufrechte, von der Mitte an in den rispigen Blütenstand verzweigte, gerillte, kahle Stängel ist häufig rötlich überlaufen. Das relativ große, vertikale Rhizom („Wurzelstock“) dieses Hemikryptophyten ist verzweigt, mehrköpfig und besitzt einen Durchmesser von bis zu 1,5 cm. Das Wurzelsystem reicht in eine Tiefe von 2 Metern. Blätter Die Keimblätter sind lanzettlich und zwischen 20 und 25 mm lang. Die Ochrea ist hinfällig oder bleibt in Resten erhalten. Die grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind kahl oder an den Blattadern der Unterseite winzig papillös-rau. Die 6 bis 12 cm lang gestielten Grundblätter besitzen eine breit elliptische oder schmal bis breit eiförmige, 15 bis 40 cm lange und 10 bis 15 cm breite Blattspreite mit meist deutlich herzförmigem Spreitengrund, stumpfer bis spitzlicher Spreitenspitze und glattem, flachem bis leicht gewelltem Blattrand. Die nach oben hin zunehmend kleineren Stängelblätter besitzen einen kürzeren Blattstiel und eine schmal eiförmige Blattspreite mit einem gestutzten bis keilförmigen Spreitengrund. Generative Merkmale Blütenstand Der große, breite, rispige Gesamtblütenstand besitzt aufsteigende bis aufrecht abstehende Verzweigungen, die unverzweigt und gerade sind. 10 bis 25 Blüten stehen zu in lockeren scheinquirligen Teilblütenständen zusammen. Diese stehen am Grund der Verzweigungen entfernt und sitzen in den Achseln laubblattähnlicher Tragblätter, gegen die Spitze sind sie einander angenähert und blattlos. Die Blütenstiele sind meist 2,5 bis 8,5 (bis 10) mm lang, fadenförmig und unterhalb der Hälfte gegliedert. Blüte Die zwittrigen Blüten sind glockenförmig. Die Blütenhüllblätter sind ohne die Zähne etwa 1,5 bis doppelt so lang wie breit mit einer Länge von 3 bis 6 mm und einer Breite von 2 bis 3,5 mm. Die inneren Blütenhüllblätter vergrößern sich bis zur Fruchtreife. Frucht Die sich in der Fruchtzeit rostbraun verfärbenden Valven sind eiförmig-dreieckig, dreieckig oder manchmal zungenförmig, ohne Zähne 3 bis 6 mm lang und 2 bis 3,5 mm breit, am Grund gestutzt. Sie sind am Rand meistens deutlich gezähnt, seltener aber auch fast ganzrandig, an der Spitze stumpf bis spitzlich und gerade. Die Zähne stehen zu zweit bis fünft an beiden Seiten des Randes; sie können zwischen 0,5 und 1,8 mm lang und länger oder kürzer als die halbe Breite der Valven sein. Meistens besitzt nur eine Valve eine Schwiele, seltener sind sie an allen drei Valven vorhanden und dann ist eine deutlich länger. Die dunkel braunen bis rötlich braunen, glänzenden Nussfrüchte sind 2 bis 2,7 mm lang und 1,2 bis 1,7 mm breit und eiförmig sowie scharf dreikantig. Phänologie Die Blütezeit reicht je nach Standort von Mai oder Juni bis Juli oder September. Die Früchte reifen etwa einen Monat nach der Befruchtung. Chromosomenzahl Die drei aus Mitteleuropa nachgewiesenen Unterarten sind tetraploid mit Chromosomenzahlen von 2n = 40.
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Rumex obtusifolius wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht. Von Rumex obtusifolius werden vier Unterarten akzeptiert: Rumex obtusifolius subsp. obtusifolius (Syn.: Rumex obtusifolius subsp. agrestis (Fries) Danser): Die 4,5 bis 6 mm langen, deutlich nervigen, eiförmigen bis dreieckig-eiförmigen, stumpfen Valven haben etwa so lange Zähne wie die Valvenbreite. Meist besitzt nur die nach außen zeigende Valve eine Schwiele. Der Blattstiel und die Nerven der Blattunterseite sind oft papillös-rau. Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart hat seinen Schwerpunkt in Westeuropa mit Vorkommen ohne die anderen Unterarten auf den Britischen Inseln, in Frankreich, Spanien und Italien. Auch im westlichen Mitteleuropa ist dies die häufigste Sippe. Gegen Osten hin wird sie zunehmend von subsp. silvestris abgelöst. Rumex obtusifolius subsp. silvestris (Wallr. ex Becker) Čelak. (Syn. Rumex obtusifolius var. silvestris Wallr. ex Becker (Basionym), Rumex sylvestris Wallr. non Campd., non Lapathum sylvestre Lam.): Die nur 3 bis 4 mm langen, undeutlich nervigen Valven sind ganzrandig oder haben am Grund kurze, unter 1 mm lange Zähne. Alle drei Valven besitzen eine Schwiele. Der Blattstiel und die Nerven der Blattunterseite sind völlig kahl. Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart erstreckt sich über Osteuropa (Vorkommen ohne die anderen Unterarten ostwärts ab Polen und den baltischen Ländern) und erreicht in Mitteleuropa seine westliche Grenze. In Asien kommt sie im Kaukasusraum vor. Rumex obtusifolius subsp. subalpinus (Schur) Rech.f.: Die 5 mm langen, deutlich nervigen, schmal dreieckigen bis zungenförmigen, spitzen Valven haben kurze, etwa halb so lange Zähne wie die Valvenbreite. Meist besitzt nur die nach außen zeigende Valve eine Schwiele. Der Blattstiel und die Nerven der Blattunterseite sind meist glatt oder wenig rau. Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart reicht von der Balkan-Halbinsel und – ohne die anderen Unterarten – über Anatolien bis zum Iran. Nur von Österreich sind Übergangs- und Annäherungsformen bekannt; zweifelsfreie Nachweise fehlen jedoch wie im übrigen Mitteleuropa auch hier. Rumex obtusifolius subsp. transiens (Simonk.) Rech.f.: Die 4 bis 5 mm langen, deutlich nervigen, eiförmigen bis dreieckig-eiförmigen, stumpfen bis spitzlichen Valven haben kurze, etwa halb so lange Zähne wie die Valvenbreite. Die drei Valven besitzen ungleiche Schwielen. Der Blattstiel und die Nerven der Blattunterseite sind meist kahl, seltener rau. Das Verbreitungsgebiet dieser wahrscheinlich hybridogenen Unterart hat seinen Schwerpunkt im Überlappungsgebiet von Rumex obtusifolius subsp. obtusifolius und Rumex obtusifolius subsp. silvestris und reicht von Südskandinavien über Mitteleuropa bis zur Balkanhalbinsel. Sie ist in Mitteleuropa deutlich seltener als subsp. obtusifolius.
terrestrial
sedentary
longlived
eutrophic
eurytopic
cuddly
casual
Heimisch
Belgien (Flanders), Dänemark, Norwegen, Portugal (Portugal Continental), Schweden
Eingeführt
Australien, Brasilien, Kanada (Newfoundland), Chile, Taiwan, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Falklandinseln, Färöer, Frankreich (Saint Pierre and Miquelon), Französische Süd- und Antarktisgebiete (French Southern and Antarctic Lands Terres australes et antarctiques françaises (TAAF))
Grönland, Indien, Iran, Japan, Südkorea (Jeju Island), Mexiko, Peru, Portugal (Açores), Schweden, Venezuela, New Mexico, El Salvador, Florida, Føroyar, Georgia, Guatemala, Haiti, Hawaii, Island, Idaho, Illinois, Indiana, Iowa, Jamaika, Jawa, Kansas, Kentucky, Korea, Kuril Is., Louisiana, Madeira, Magadan, Maine, Maryland, Massachusetts, Mexico Central, Mexico Gulf, Mexico Northwest, Mexico Southwest, Michigan, Minnesota, Mississippi, Missouri, Montana, Marokko, Nebraska, New Brunswick, New Hampshire, New Jersey, New York, New Zealand North, Newfoundland, North Carolina, Nova Scotia, Ohio, Oklahoma, Ontario, Oregon, Panama, Pennsylvania, Prince Edward I., Québec, Rhode I., Sakhalin, Sicilia, South Carolina, Sri Lanka, Tasmania, Tennessee, Texas, Tristan da Cunha, Utah, Vermont, Virginia, Washington, West Virginia, Wisconsin, Gough Island, Inaccessible Island, Nightingale Island, Bogotá, Alabama, Alaska, Aleutian Is., Amsterdam-St.Paul Is, Argentina Northeast, Argentina Northwest, Argentina South, Arizona, Arkansas, Azores, Bermuda, Bolivien, Brazil Northeast, Brazil Southeast, Brazil South, Brazil West-Central, British Columbia, California, Canary Is., Cape Provinces, Cabo Verde, Chile Central, Chile South, China North-Central, China South-Central, China Southeast, Colorado, Connecticut, Kuba, Delaware, District of Columbia, Dominikanische Republik, Kolumbien (Antioquia, Nariño, Santander, Valle)
Weitere
Kanada (Saskatchewan), Chile (Coquimbo Region, Valparaíso Region, Metropolitana Region, O'Higgins Region, Maule Region, Biobío Region, Los Lagos Region, Region of Magallanes and Antártica Chilena), Kolumbien (Boyacá, municipio de Iza, mina de Puzolana), Dänemark, Grönland, Island, Norwegen, Portugal (Madeira Island), Vereinigte Staaten (conterminous 48 United States), Vereinigte Staaten (Hawaii), Vereinigte Staaten (Alaska), Vereinigte Staaten (Vermont-US)
North Caucasus, Finnland, Albanien, North European Russi, Algerien, Altay, Frankreich, Northwest European R, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Griechenland, Österreich, West Siberia, Baleares, Baltic States, Belarus, Belgien, Tunesien, South European Russi, Spanien, Ungarn, Turkey-in-Europe, Palestine, Schweden, Bulgarien, Schweiz, Turkey, Iran, Irland, Central European Rus, Italien, Polen, Niederlande, Portugal, Ukraine, Jemen, Krasnoyarsk, Corse, Kriti, Krym, Czechoslovakia, Yugoslavia, Bucaramanga, Charalá, Floridablanca, Piedecuesta, Tona
Verbreitung Der Stumpfblättrige Ampfer ist von der borealen bis zur submediterranen Zone Europas weit verbreitet und kommt auch noch in der mediterranen Zone bis Algerien vor, wird dort aber seltener und ist dort auf die Gebirge und auf niederschlagsreiche Gebiete beschränkt. Ursprünglich kommt er außerdem in Georgien, Aserbaidschan, im Iran, in der Türkei, in China, Japan und auf Taiwan vor. Der Stumpfblättrige Ampfer ist in klimatisch entsprechende Gebiete auf den anderen Kontinenten verschleppt (Neophyt). Standort Der Stumpfblättrige Ampfer besiedelt ruderale Standorte an Graben- und Wegrändern und auf Schuttplätzen und Äckern, an Flussufern, auf Waldschlägen und als Überdüngungs- und Störzeiger auf Schnittwiesen und Weiden. Dabei bevorzugt er frische humusreiche oder rohe, nährstoffreiche Lehm- und Tonböden in hellen bis halbschattigen, luftfeuchten Lagen. Diese Standorte korrespondieren in Mitteleuropa mit folgenden Einheiten des pflanzensoziologischen Systems, in denen der Stumpfblättrige Ampfer seine Vorkommensschwerpunkte hat: Gesellschaften der Verbände Agropyro-Rumicion, Arction lappae, Aegopodion podagrariae, Epilobion angustifolii und der Klasse Molinio-Arrhenatheretea.
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Europe (WGSRPD:1)
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