Pflanzenwissen · Art
Die Torfmoose sind eine Gattung der Moose und gehören zu den Laubmoosen im weiteren Sinn.
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Sphagnum crassisetum Brid., Sphagnum cymbifolium var. squarrosum (Crome) Nees & Hornsch., Sphagnum imbricatum var. brachycladum (Warnst.) Röll
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Die Torfmoose sind eine Gattung der Moose und gehören zu den Laubmoosen im weiteren Sinn. Die meisten leben in nährstoffarmen, sauren Habitaten. Durch die Zerstörung der Lebensräume der Torfmoose, überwiegend Moore und Feuchtheiden, sind die Moose stark gefährdet und zum Teil in drastischem Rückgang begriffen.
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Differenzialmerkmale Die Torfmoose unterscheiden sich von den anderen Laubmoosen in mehrerer Hinsicht. Ihr Vorkeim besteht nicht aus einem Zellfäden-Geflecht, sondern ist thallös. Der Gametophyt ist ein unverzweigtes Stämmchen, das mit seitlichen Ästen besetzt ist und an der Spitze eine Endknospe bildet. Die Pflanzen sterben an der Basis ab und wachsen an der Spitze weiter. Die Blätter besitzen keine Rippen. Die Blätter mit meist schraubiger Blattstellung in 2/5-Divergenz bestehen aus chlorophyllhaltigen, lebenden Chlorocyten und leeren, toten Hyalocyten. Die Seitenzweige werden in Büscheln an jedem vierten Stammblatt gebildet und stehen zu zwei bis sieben. Rhizoide fehlen. Das Sporogon ist ungestielt, es sitzt aber auf einer stielartigen Verlängerung des Gametophyten (Pseudopodium). Die Kapsel hat kein Peristom und öffnet sich bei Unterdruck mit einem hörbaren Knall durch Absprengen des Deckels. In der Kapsel überlagert das Archespor die Columella. Die Antheridien haben eine runde Form und öffnen sich ohne Kappe. Weitere Merkmale Aus den haploiden Meiosporen entsteht zunächst ein fadenförmiges Protonema (Vorkeim). Dazu benötigen Torfmoose einen Mykorrhiza-Pilz, der die dafür nötigen Nährstoffe (vor allem Stickstoff) zur Verfügung stellt. Das Protonema wächst dann zu einem flächigen Thallus aus und bildet an der Unterseite fädige Würzelchen (Rhizoide). Auf diesem Gewebethallus wächst dann erst das typische geschlechtszellenbildende Moospflänzchen (Gametophyt). Der Gametophyt besteht aus einem Stämmchen und trägt eine palmenartige Krone (oder auch Rosette), darunter sind in mehreren Wirteln die nach unten gebogenen Seitenäste angeordnet. Die Stämmchenrinde besteht aus toten perforierten Zellen, die Wasser durch Kapillareffekte aufsaugen. Die Blättchen bestehen aus einem Netz von chloroplastenhaltigen länglichen Zellen (Chlorocyten), zwischen denen ebenfalls mit Löchern versehene Wasserspeicherzellen (Hyalocyten) sitzen. Durch diesen Aufbau können Torfmoose enorme Wassermengen aufnehmen. Sphagnum-Moose können auch an der Basis absterben, sodass aus einer einst verzweigten Pflanze mehrere Einzelpflanzen werden. Die Antheridien (männliche Geschlechtszellenbehälter) sitzen in den Blattachseln besonders gefärbter und gestalteter Zweige der Rosette und sind lang gestielt. Die weiblichen Archegonien indes sitzen an der Spitze der Seitenzweige. Der sich nach der Befruchtung entwickelnde Sporophyt besteht nur aus einem verdickten Fuß, einem kurzen Stiel und der Kapsel. Er ist wie bei den anderen Moosen auch vom Gametophyten ernährungstechnisch abhängig. Angehoben wird der Sporophyt von einem Scheinfuß (Pseudopodium), der vom Gametophyten gebildet wird. Das Sporenmuttergewebe (Archespor) wird nicht wie bei anderen Laubmoosen aus der äußeren Schicht der inneren Sporenkapselzellen (Endothecium) gebildet, sondern von den inneren Zellen der Außenschicht (Amphithecium).
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Torfmoos wird in Gärtnereibetrieben und in Blumenerde zur Verbesserung der Wasserspeicherung des Bodens benutzt, es dient des Weiteren als Verpackungsmaterial und als Brennstoff. Es wurde früher wegen der antibakteriellen Eigenschaften auch für Verbände benutzt und wird bis heute wegen dieser Eigenschaften in Anleitungen zum Survival geführt. Ebenso dient es als Füllmaterial von Kopfkissen. Heutzutage findet Torfmoos auch als Saugeinlage in „Ökowindeln“ Verwendung. Letzteres ist zum Beispiel in Chile ein Grund für die Zerstörung großer Hochmoorareale. Noch im Versuchsstadium befindet sich der gezielte Anbau von Torfmoos (sphagnum farming oder peat farming) als Ersatz für Torf in Gartenerde. Dieses Verfahren soll bei Marktreife den Torfabbau in Mooren verringern. Torfmoose waren, und sind es auch teilweise noch, ein wichtiger Baustoff im Blockhausbau. Feuchtes Torfmoos wird dabei in ausreichend dichter Lage als Dämmmaterial zwischen die einzelnen Stämme gelegt und bleibt auch nach dem Trocknen in der einmal eingenommenen Form. Zudem wirkt es antibiotisch, ist wasserdurchlässig und -speichernd – beides wirkt sich positiv auf die Haltbarkeit der Holzkonstruktion aus. In der österreichischen Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut finden sich zahlreiche historische Belege für die Verwendung von Torfmoos. In die keilförmigen Fugen der Holzkonstruktionen wurde das zu einem Dichtungszopf versponnene Sphagnum eingelegt und mit Hilfe einer trapezförmigen Pressleiste fixiert. Auf dieses Weise wurden Blockzimmerungen gegen Zugluft sowie auch Holzboote und Wasserbauten gegen eindringendes Wasser abgedichtet. Sobald diese Konstruktion mit Wasser in Kontakt kamen, absorbierten alle Konstruktionselemente Feuchtigkeit und quollen dabei auf. Die Geometrie der Konstruktionselemente und das Quellverhalten der Werkstoffe regelten auf diese Weise selbsttätig den Dichtheitsgrad der Fuge. Im Rahmen einer materialwissenschaftlichen Untersuchung wurden die Wärmeleitfähigkeit und das hygroskopische Verhalten von unterschiedlich schweren Torfmoosmatten untersucht. Es zeigte sich, dass Torfmoos ein sehr vielversprechendes Fugendichtungsmaterial ist und die Dämmeigenschaften jenen von Polystyrol oder Mineralwolle ebenbürtig sind. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurden prototypische Baudetails zur Verwendung von Torfmoos als Dichtungs‐ und Dämmmaterial für die Bauanschlussfugen von Fenstern entwickelt. Aufgrund ihrer anatomischen und physiologischen Eigenschaften, wie beispielsweise eine fehlende Cuticula und die direkte Stoffaufnahme aus der Luft, werden Torfmoose zum aktiven Biomonitoring eingesetzt. Ein Monitoring-Verfahren ist die Sphagnum-bag-technique, mittels der Torfmoose, die in gering belasteten Gebieten eingesammelt wurden, über einen Zeitraum von drei Monaten in Nylonnetzen in dem zu überwachenden Gebiet exponiert und anschließend analysiert werden.
Torfmoose sind wechselfeuchte Pflanzen, die von entscheidender Bedeutung für die Entstehung von Zwischen- und Hochmooren sind. Sie sind hervorragend an die extremen Bedingungen dieser Standorte angepasst. Das Torfmoos besitzt folgende Konkurrenzvorteile: Torfmoose können selbst in geringsten Konzentrationen vorkommende Nährstoffe aufnehmen. Im Gegenzug geben sie Wasserstoffionen an die Umgebung ab, womit sie sich selbst ein saures Milieu schaffen, das Konkurrenten im Wuchs behindert. Torfmoose können praktisch unbegrenzt wachsen. Während sich die Pflanze nach oben hin entwickelt, stirbt die Basis wegen Luftabschluss ab; aus dem sich unvollständig zersetzenden Gewebe entsteht Torf. Torfmoose reduzieren ihre Stoffwechsel-Vorgänge in Trockenzeiten auf ein Minimum. Kommt es dann zu Niederschlägen, sind diese Pflanzen in der Lage, in ihren großen Speicherzellen (Hyalinzellen) mehr als das 30-fache ihrer Trockenmasse an Wasser zu speichern. Die Zellen der Pflanze verhalten sich wie Quellkörper.
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Die Gattung Sphagnum wurde durch Carl von Linné 1753 in Species Plantarum, Tomus II, Seite 1106 aufgestellt. Weltweit werden je nach Quelle sehr kontrovers 150 bis zu etwa 300 Arten angegeben, die in neun Sektionen eingeteilt werden. In Europa kommen etwa 40 Arten, in Deutschland etwa 35 verschiedene Arten vor. In Österreich werden 34 Arten gezählt. In Deutschland kann man folgende Arten vorfinden: Sektion Acutifolia Wilson (mit insgesamt etwa 60 Arten): Hain-Torfmoos (Sphagnum capillifolium (Ehrh.) Hedw.) Gefranstes Torfmoos (Sphagnum fimbriatum Wilson & Hook.) Braunes Torfmoos (Sphagnum fuscum (Schimp.) H.Klinggr.) Girgensohns Torfmoos oder Girgensohnsches Torfmoos (Sphagnum girgensohnii Russow) Weiches Torfmoos (Sphagnum molle Sull.) Fünfzeiliges Torfmoos (Sphagnum quinquefarium (Lindb. ex Braithw.) Warnst.) Rötliches Torfmoos (Sphagnum rubellum Wilson) Russow-Torfmoos (Sphagnum russowii Warnst.) Glanz-Torfmoos (Sphagnum subnitens Russow & Warnst.) Warnstorfs Torfmoos (Sphagnum warnstorfii Russow) Sektion Cuspidata Lindb. Baltisches Torfmoos (Sphagnum balticum (Russow) C.E.O.Jensen) Spieß-Torfmoos (Sphagnum cuspidatum Ehrh. ex Hoffm.) Lindbergs Torfmoos (Sphagnum lindbergii Schimp. ex Lindb.) Großes Torfmoos (Sphagnum majus (Russow) C.E.O.Jensen) Stumpfblättriges Torfmoos (Sphagnum obtusum Warnst.) Schönes Torfmoos (Sphagnum pulchrum (Braithw.) Warnst.) Ufer-Torfmoos (Sphagnum riparium Ångstr.) Zartes Torfmoos (Sphagnum tenellum (Brid.) Bory) Komplex Sphagnum recurvum s. l.: Schmalblättriges Torfmoos oder Kurzblättriges Torfmoos (Sphagnum angustifolium (Warnst.) C.E.O.Jensen) Sphagnum brevifolium (Lindb.) Roll Trügerisches Torfmoos, auch Täuschendes Torfmoos oder Gekrümmtblättriges Torfmoos (Sphagnum fallax (H.Klinggr.) H.Klinggr.) – diese Art wird in anderen Quellen nicht in diese Gruppe gestellt Gekrümmtes Torfmoos (Sphagnum flexuosum Dozy & Molk.) Sphagnum recurvum P.Beauv. Sektion Rigida (Lindb.) Limpr. Dichtes Torfmoos (Sphagnum compactum Lam. & DC.) Straffes Torfmoos (Sphagnum strictum Sull.) Sektion Sphagnum Komplex Sphagnum imbricatum s. l.: Verwandtes Torfmoos, auch Benachbartes Torfmoos oder Kamm-Torfmoos (Sphagnum affine Renauld & Card.) Sphagnum austinii Sull. Zentriertes Torfmoos oder Zweifarbiges Torfmoos (Sphagnum centrale C.E.O.Jensen) Magellans Torfmoos oder Mittleres Torfmoos (Sphagnum magellanicum Brid.) Sumpf-Torfmoos, auch Gewöhnliches Torfmoos oder Kahnblättriges Torfmoos (Sphagnum palustre L.) Warziges Torfmoos (Sphagnum papillosum Lindb.) Sektion Squarrosa (Russow) Schimp. Sparriges Torfmoos (Sphagnum squarrosum Crome) Rundliches Torfmoos (Sphagnum teres (Schimp.) Ångström) Sektion Subsecunda (Lindb.) Schimp. Gedrehtes Torfmoos (Sphagnum contortum K.F.Schultz) Gezähntes Torfmoos (Sphagnum denticulatum Brid.) Untergetauchtes Torfmoos (Sphagnum inundatum Russow) Löffelblatt-Torfmoos (Sphagnum platyphyllum (Braithw.) Sull. ex Warnst.) Einseitswendiges Torfmoos (Sphagnum subsecundum Nees)
terrestrial
mesotrophic
non cuddly
woodlands
longlived
marshes
mobile
Heimisch
Belgien (Flanders), Brasilien
Weitere
Dänemark, Luxemburg (Grand Duchy of Luxembourg), Norwegen, Portugal (Flores Island), Portugal (Corvo Island), Portugal (São Miguel Island), Portugal (Terceira Island), Vereinigte Staaten (Vermont-US), Québec, Labrador
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