Heimisch
Brazil, Colombia
Strophocactus wittii ist eine Pflanzenart in der Gattung Strophocactus aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Sie ist eine von drei Kakteenarten, die im zentralen Amazonasbecken verbreitet sind. Ihr epiphytischer Wuchsort an den Stämmen der Uferbäume der Igapó-Flüsse wird regelmäßig für einige Wochen überflutet. Während dieser Zeit erfolgt die Ausbreitung der Samen durch das Wasser, was einzigartig innerhalb der Familie der Kakteengewächse ist.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Vegetative Merkmale Strophocactus wittii wächst als Aufsitzerpflanze rankend und kletternd auf Bäumen. Die reich verzweigten, blattartig abgeflachten Triebe sind Phyllokladien, die dicht an die Baumstämme ihrer Träger angepresst sind und entlang ihrer Mittelrippe Luftwurzeln ausbilden. Bei direkter Sonneneinstrahlung färben sich die elliptischen bis lanzettlichen, dunkelgrünen Triebe auf Grund einer starken Betalain-Pigmentierung mattrot und sind dadurch aus der Ferne gut sichtbar. Sie werden bis zu 60 Zentimeter lang, 6 bis 14 Zentimeter breit und sind nur 2 bis 4 Millimeter dick. An ihren leicht eingekerbten Rändern stehen in sehr engem Abstand von 5 bis 10 Millimetern mit weißer Wolle besetzte Areolen. Aus den Areolen entspringen bis zu 20 nadelförmige, gelblich braune Dornen von bis zu 12 Millimeter Länge. Blüten Die stieltellerförmigen Blüten sind bis zu 27 Zentimeter lang und erreichen Durchmesser von 12,5 Zentimetern. Die lange, schlanke Blütenröhre misst nur 9 Millimeter im Durchmesser. Sie verjüngt sich nach oben und ist dort nur etwa halb so dick wie an der Basis. Ihre Blütenhülle ist flach ausgebreitet. Die mehr oder weniger gleichgeformten und gefärbten Blütenhüllblätter sind reinweiß und reflektieren intensiv ultraviolettes Licht. Das Perikarpell und die Blütenröhre sind schuppig und mit haarförmigen Dornen besetzt. Die etwa 10 äußeren Blütenhüllblätter sind linealisch und etwa doppelt so lang wie die inneren, verkehrt eilanzettlichen, zugespitzten oder lang zugespitzten Blütenhüllblätter. Die am Blütenboden sitzenden Nektarien scheiden eine große Menge klaren Nektars ab. Der Fruchtknoten besteht aus 10 bis 14 Fruchtblättern. Die Fruchtblätter und der untere Teil des Griffels sind warzig. Die Staubblätter ragen nicht über die inneren Blütenhüllblätter hinaus. Im Gegensatz zu den Arten der Gattung Selenicereus, deren Staubblätter für gewöhnlich tricolpate Pollenkörner bilden, sind die Pollenkörner von Strophocactus wittii hexacolpat, das heißt, sie besitzen sechs statt drei auf der Oberfläche der Pollenkörner verteilte Keimfalten. Am natürlichen Standort blüht Strophocactus wittii im Mai, in Gewächshauskultur hingegen in den Monaten von November bis Februar. Die Blüten öffnen sich nur für eine Nacht. Die Blütenöffnung beginnt nach Sonnenuntergang. Innerhalb von zwei Stunden ist die Blüte vollständig geöffnet. Mit Sonnenaufgang schließt sie sich wieder. Bis zur vollen Blütenöffnung verströmen die Blüten anfangs einen intensiven Duft, der sich schließlich in einen unangenehmen Geruch verwandelt. Die für den Geruch verantwortlichen Bestandteile wurden als Benzylalkohol, Benzylbenzoat und Benzylsalicylat identifiziert. Früchte und Samen Die Früchte sind längliche, grünliche und bedornte Beeren von ungefähr 3,5 Zentimeter Länge. Sie reifen am natürlichen Standort in etwa einem Jahr heran und reißen dann entlang einer Längsöffnung auf. Das enthaltene Fruchtfleisch ist eher trocken. Die muschelförmigen, glänzend schwarzbraunen Samen sind etwa 4 Millimeter lang und 2 Millimeter breit. Für Samen der Familie der Kakteengewächse sind sie damit ungewöhnlich groß. Nabel und Keimmund der Samen sind miteinander vereinigt. Die Samenschale ist fast glatt. Der Hauptteil des Samens besteht aus einer Schicht stark vergrößerter, toter Zellen, die sich an der Oberseite befinden und die mit Luft gefüllt sind, wodurch die Samen in Wasser schwimmen können.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Strophocactus wittii ist in den Regenwäldern des zentralen Amazonasbeckens entlang von Schwarzwasserflüssen verbreitet. Dort wächst die Art im Kronenraum der zeitweise überfluteten Überschwemmungswälder in reicher Zahl. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich entlang der Flüsse Rio Negro und Rio Japurá in Brasilien über die Flüsse Río Vaupés, Río Apaporis und Caquetá in Kolumbien nach Nordost-Peru in die Region Loreto bis zur Stadt Iquitos und umfasst wahrscheinlich den südlichen Bereich des Amazonasbeckens in Venezuela. Außer Strophocactus wittii wachsen dort lediglich noch die beiden Kakteenarten Rhipsalis baccifera und Epiphyllum phyllanthus.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Bestäubung Bestimmte Blütenmerkmale, beispielsweise die reinweiße Farbe, die extreme Stieltellerform, der Duft und das nächtliche Öffnen, deuten auf eine ausschließliche Bestäubung der Blüten durch Schwärmer hin. In der Natur konnte bisher jedoch eine Bestäubung noch nicht beobachtet werden. Aufgrund der Länge der Blütenröhre kommen nur die beiden Arten Neococytius cluentius und Amphimoea walkeri in Frage, die Rüssel bis zu 25 Zentimetern besitzen und im natürlichen Verbreitungsgebiet von Strophocactus wittii vorkommen. Ausbreitung Der Aufbau der Samen mit ihren großen, luftgefüllten, äußeren Zellen der Samenschale weicht von allen anderen Kakteenarten ab. Die Ausbreitung der dadurch schwimmfähigen Samen erfolgt durch das Wasser (Hydrochorie). Die ebenfalls in den Igapó-Wäldern des Rio Negro lebende epiphytische Orchideenart Galeandra devoniana breitet sich ebenso wie der Sonnentau Drosera amazonica auf diese Weise aus.
Wikipedia-Autoren · CC BY-SA · Quelle
Strophocactus wittii subsp. ericii
Strophocactus wittii subsp. wittii
Für diese Art gibt es noch keine aktiven Inserate.
Inserat erstellen →Heimisch
Weitere