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Der Edel-Gamander, Echte Gamander oder auch das Schafkraut ist ein Lippenblütler (Lamiaceae) aus der Gattung der Gamander (Teucrium).
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Der Edel-Gamander ist ein Halbstrauch mit Ausläufern. Der Stängel ist 10 bis 30 (bis 35) cm hoch, aufsteigend, im unteren Teil verholzt, unten verzweigt, ringsum oder auf den gegenüberliegenden Seiten kurz anliegend und lang abstehend behaart. Die Blätter sind kurz gestielt oder fast sitzend, oval, meist mit keilförmig verschmälertem Blattgrund, auf jeder Blattseite mit vier bis acht stumpfen oder spitzen Zähnen, meist beiderseits behaart. Sie sind (1 bis) 2 bis 3 (bis 4,5) Zentimeter lang und (0,5 bis) 1 bis 1,5 (bis 2) Zentimeter breit. Die Blüten sind ca. 3 mm lang gestielt, zu einem bis sechs in den Achseln der oberen Blätter und stehen einseitswendig. Der Kelch ist 6 bis 8 mm lang, er ist röhrig-glockig und mehr oder weniger regelmäßig fünfzähnig, behaart und oft rotviolett überlaufen. Er ist zur Fruchtzeit aufwärts gekrümmt. Die Blütenkrone ist 1 bis 1,5 cm lang, rosa (selten weiß). Die Unterlippe ist außen flaumig bis zottig behaart. Ihr Mittellappen ist meist rundlich, wellig und mehr oder weniger herabgeschlagen. Die Seitenlappen sind spitz und aufgerichtet. Staubblätter und Griffel sind weit vorragend. Die Teilfrüchte haben eine feinadrige Oberfläche und sind ca. 1,5 bis 2 mm lang. Die Pflanze riecht angenehm aromatisch. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 60, 64 oder 96.
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Der Edel-Gamander kommt von Europa bis zum Iran und in Nordwestafrika vor. In Europa kommt er in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Island und in Belarus. In Großbritannien, Irland und im Baltikum kommt er eingeschleppt vor. Er wächst zerstreut und meist gesellig in sonnigen Kalkmagerrasen sowie in lichten Eichen- und Kiefernwäldern. Er ist in Mitteleuropa pflanzensoziologisch eine Art der Ordnung Brometalia, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Geranion sanguinei, Erico-Pinion oder der Ordnung Quercetalia pubescentis vor. Er liebt basenreichen, extrem stickstoffarmen Boden und ist ein Trockenheitszeiger sowie eine Wärme liebende Lichtpflanze. In Süddeutschland ist er stärker vertreten. Er steigt im Kanton Wallis bei Fully bis 1730 Meter und in Graubünden bei Obervaz bis 1820 Meter Meereshöhe auf. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+w (trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).
Teucrium chamaedrys subsp. albarracinii
Teucrium chamaedrys subsp. albarracinii (Pau) Rech.f.Teucrium chamaedrys subsp. algeriense
Teucrium chamaedrys subsp. algeriense Rech.f.Teucrium chamaedrys subsp. chamaedrysTeucrium chamaedrys subsp. germanicum
Teucrium chamaedrys subsp. germanicum (F.Herm.) Rech.f.Teucrium chamaedrys subsp. gracile
Teucrium chamaedrys subsp. gracile (Batt.) Rech.f.Teucrium chamaedrys subsp. lydium
Teucrium chamaedrys subsp. lydium O.SchwarzTeucrium chamaedrys subsp. nuchense
Teucrium chamaedrys subsp. nuchense (K.Koch) Rech.f.Teucrium chamaedrys subsp. olympicum
Teucrium chamaedrys subsp. olympicum Rech.f.Teucrium chamaedrys subsp. pectinatum
Teucrium chamaedrys subsp. pectinatum Rech.f.Deutsch
Deutscher Edel-Gamander · Edel-gamander · Edel-Gamander · Edel-Gamander (Unterart)
Englisch
wall germander · Wall germander · Wall Germander
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Der Edel-Gamander, kurz auch Gamander genannt, wurde ehemals bei Wechselfieber und Gicht verwendet. Nach der Einnahme der Droge als Tee zur Gewichtsreduktion wurden inzwischen Leberschäden bekannt, so dass man von der Verwendung von Edel-Gamander als Heilpflanze heute abrät. Furano-neo-Clerodane werden für die Giftwirkung verantwortlich gemacht.
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Der Edel-Gamander ist ein nur am Grunde verholzter, kriechender Halbstrauch. Er ist an Trockenheit angepasst und wurzelt bis 1,2 m tief, seine Blätter sind derb und wintergrün und sein Stängel ist zottig behaart. Die Pflanze ist reich an Transpirations-hemmenden ätherischen Ölen. Blütezeit ist Juli bis September. Die Blüten sind vormännliche „Eigentliche Lippenblumen“ und stehen in vier- bis sechsblütigen Scheinquirlen in den Achseln der oberen Blätter. Die Blütenkrone ist kurz und hat keinen Haarring; sie ist hellrot mit kurzer zweispaltiger Oberlippe, die mit der Unterlippe verbunden ist, so dass diese scheinbar fünfspaltig ist. Die Blüten sind schwach wohlriechend. Die Staubblätter sind anfangs nach vorn, später – wenn der Griffel nach vorn weist – nach oben gerichtet. Der Pollen ist rosarot. Die Art ist ein Nektarspender von besonderem Wert. Bestäuber sind Hummeln, Bienen und Schwebfliegen. Spontane Selbstbestäubung ist nur wenig erfolgreich. Blütezeit: Juli bis September. Die Klausen-Früchte sind zur Reife vom aufgeblasenen Kelch umgeben, der als Windgang dient. Die Pflanze ist ein Windstreuer, eventuell auch ein Tierstreuer. Vegetative Vermehrung erfolgt durch lange Ausläufer, die nach der Blüte gebildet werden. Der Wurzelstock treibt alljährlich zwei Generationen beblätterter Stängel, von denen nur die zweite Generation zur Blüte gelangt.
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Weitere
Teucrium chamaedrys subsp. pinnatifidum
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